Verschiedene Waren im Dorfladen in Löffelsterz.
Bildrechte: Saskia Geyer

Der Dorfladen in Löffelsterz im Landkreis Schweinfurt muss schließen.

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Ende eines Traums – Dorfladen muss schließen

Direkt vor der Haustür einkaufen – und zwar regional und bio. Das war die Vision einer jungen Familie in Unterfranken. Vor fünf Jahren hatte sie einen kleinen Laden eröffnet, jetzt muss er geschlossen werden. Ein Grund dafür: häufige Diebstähle.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Mainfranken am .

Während der Corona-Pandemie, als nichts mehr ging, haben Saskia und Alex Geyer in ihrem Ort alles möglich gemacht. Die beiden haben "Unser kleiner Laden" in Löffelsterz im Landkreis Schweinfurt eröffnet und damit in dem kleinen Ort eine Einkaufsmöglichkeit geschaffen – die einzige.

Zunächst war ein rotes Gartenhäuschen der Laden. Irgendwann reichte es aber nicht mehr aus. Saskia und Alex investierten: in das Grundstück gegenüber und in einen Container. Denn sie wollten nicht nur eine Einkaufsmöglichkeit, sondern auch einen Treffpunkt schaffen. Jetzt ist mit beidem Schluss.

Familie ermöglicht einkaufen rund um die Uhr

24 Stunden, sieben Tage die Woche war Einkaufen in Löffelsterz nun möglich. Und das ganz ohne Verkaufs-Personal und ohne Automaten: die Waren standen in einfachen Regalen oder lagen in Kühltruhen. Das Sortiment erweiterte sich immer wieder, aber nicht beliebig. Die Waren wurden sorgfältig ausgewählt. Das Ehepaar wollte keine anonymen Produkte haben.

"Es war wirklich eine Sisyphusarbeit. Wir sind zu vielen Höfen direkt hingefahren, haben den Kontakt gesucht, haben gesagt, hey, du machst doch hier Öl, Mehl irgendwelche anderen Produkte", erklärt Alex Geyer. So vergrößerte sich das Angebot unter anderem um Nudeln, Pesto, Fleisch, Brot oder auch Schokolade.

Kameraüberwachung ständig aufgerüstet

Vertrauen in die Produkte, aber auch Vertrauen in die Kundschaft, darauf setzten die Geyers. Deshalb war Barzahlung in dem Laden möglich. Es gab eine Kasse und wer es nicht passend hatte, nahm sich sein Rückgeld einfach raus. Doch das Vertrauen wurde missbraucht. "Menschen kamen, die Waren einfach mitgenommen haben, ohne zu zahlen. Die sogar die Kasse geklaut haben. Wir mussten permanent mit Kameras aufrüsten und letzten Endes haben wir hier im Laden auf einer Fläche von 30 Quadratmetern an die zehn Kameras hängen."

Doch die Diebstähle haben nicht aufgehört. Deshalb mussten Saskia und Alex noch einen Schritt weiter gehen. "Wir haben dann im letzten Jahr komplett auf digitale Zahlung umgestellt, zahlen war nur noch mit Paypal oder Karte möglich. Dadurch gingen Kunden verloren, weil gerade ältere Menschen und auch Kinder konnten dann nicht mehr bezahlen", erklärt Alex.

Regionale Produkte auch in großen Supermärkten

Die häufigen Diebstähle waren die eine Sache. Die gestiegenen Spritpreise und die sinkende Kaufkraft der Kundschaft die andere. Und es gab noch weitere Punkte: "Wir hatten vor zwei Jahren über ein halbes Jahr lang eine Straßensperre, die Hauptverkehrsader hier in den Ort war dicht. Wir hatten uns den Kundenstamm aufgebaut, aber die Kunden kamen nicht mehr in den Ort rein. Dann fängt man danach gefühlt wieder bei null an", erinnert sich Alex Geyer.

Dass dann auch immer mehr große Supermärkte regionale Produkte in ihr Sortiment mit aufgenommen haben, verschärfte sich die Situation für "Unser kleiner Laden". "Auf der einen Seite schön, weil Regionalität und bio für alle ist super", so Alex Geyer. Aber andererseits würde es für sie die Lage schwieriger machen, wenn vergleichbare Produkte beim täglichen Supermarkteinkauf einfach mitgenommen werden könnten.

Betreiberin: "Es waren tolle fünf Jahre"

Um den Laden dauerhaft am Laufen zu halten, dafür reichen die treuen Stammkunden nicht aus. Eine Stammkundin ist Kathrin Schmitt. Sie findet es schade, dass die einzige Einkaufsmöglichkeit im Dorf nun schließt. "Ich habe es jetzt die letzten Tage wieder gemerkt. Ich hab' kein Olivenöl. Normalerweise bin ich hierher, wusste hier ist mein Olivenöl, hier ist mein Mehl, meine Eier, das hab' ich alles hier gekauft und ja, für mich ist das jetzt schon 'ne ganz schöne Umstellung, dass ich da eben nicht mehr herkommen kann."

Auch wenn "Unser kleiner Laden" in Löffelsterz bald Geschichte ist, blickt Saskia dankbar auf diese Zeit zurück. "Es waren wirklich tolle fünf Jahre. Wir haben ganz viele tolle Menschen kennengelernt, ganz viele Erzeuger, es sind Freundschaften entstanden. Ich hab' wahnsinnig viel buchhalterische Fähigkeiten gelernt, die ich davor nicht hatte. Also ich hab' verdammt viel Positives hier mitnehmen können."

Dieser Artikel ist erstmals am 31.05.2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.

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