Symbolbild: grüner Spargel
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Heute beginnt die Spargel-Zeit. Am Münchner Viktualienmarkt hat Landwirtschaftsministerin Kaniber symbolisch den ersten Spargel gestochen.

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Anstich auf Viktualienmarkt: Spargelsaison offiziell eröffnet

Auf dem Münchner Viktualienmarkt ist die Spargelsaison eröffnet worden. Die Hoffnungen ruhen auf wärmeres Wetter. Landwirtschaftsministerin Kaniber wirbt derweil für das "weiße Gold" aus Bayern, auch wenn es das aus dem Ausland wohl günstiger gibt.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Oberbayern am .

Die Spargelsaison im Spargelanbaugebiet Schrobenhausen – dem größten zusammenhängenden Anbaugebiet Bayerns - ist jetzt offiziell eröffnet. Dafür wurde erneut eigens ein Anhänger mit einem Spargeldamm beim Münchner Viktualienmarkt aufgestellt. Auch Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) hat dort an der Seite von Spargelkönigin Franziska Schweiger zum Spargelmesser gegriffen.

Spargel bräuchte mehr Sonne

Ende März hat die Ernte auf den Feldern begonnen. Eigentlich müsste es um diese Zeit auch schon mehr Spargel geben, sagt Claudia Westner, Vorsitzende des Spargelerzeugerverbands Südbayern. Aber das Wetter spiele bisher nicht mit. Sonniger und wärmer müsste es sein, erklärt die Expertin im Gespräch mit BR24. Dann könne sich der Damm aufheizen und der Spargel gut wachsen.

Betriebe haben zu wenig Erntehelfer

Viele Betriebe kämpfen derzeit auch mit Personalproblemen. Trotz erhöhter Löhne hätten die meisten zehn bis 20 Prozent zu wenig Erntehelfer, weiß Westner. Das liegt zum einen daran, dass Helfer ohnehin nur schwer zu finden seien.

Immer wieder komme es auch vor, dass Interessenten zusagen und dann einfach nicht kommen. Das bedeute mehr Arbeit für die anderen Erntehelfer – und im schlechteren Fall weniger Spargel.

Nur "moderate" Preiserhöhung geplant

Was die Spargelpreise betrifft, mag sich die Verbandsvorsitzende nicht festlegen: Das sei Sache der einzelnen Betriebe, erklärt sie. Man sei jedenfalls bemüht, dass die Preise allenfalls "moderat" erhöht würden. Ware aus dem Ausland gibt es oft günstiger.

Landwirtschaftsministerin Kaniber rät Verbrauchern aber zur "Politik mit dem Einkaufskorb". Bayerischer Spargel stehe für wenig Verpackungsmüll, nachhaltigen Anbau, faire Arbeitsbedingungen und kurze Transportwege.

Die Ministerin unterstrich zudem die gesundheitlichen Vorzüge des Spargels. Dieser sei kalorienarm, gut für den Stoffwechsel und und reich an Vitaminen wie Vitamin C und E, aber auch an Folsäure und Mineralstoffen.

50 Betriebe liefern Hälfte des bayerischen Spargels

Das Anbaugebiet Schrobenhausen erstreckt sich über die Landkreise Neuburg-Schrobenhausen, Pfaffenhofen und Aichach-Friedberg. Rund 50 Betriebe bewirtschaften dort an die 700 Hektar ausschließlich für das begehrte Stangengemüse. Rund die Hälfte des bayerischen Spargels kommt aus diesem Gebiet mit seinen Flugsandböden, die für besonders zarten Spargel sorgen sollen.

Die zweitgrößte Spargelregion mit rund 24 Prozent der bayerischen Anbaufläche liegt im niederbayerischen Gäuboden und rund um Abensberg. Weitere Anbaugebiete in Bayern sind das unterfränkische Maingebiet um Volkach, Kitzingen und Münsterschwarzach sowie das Knoblauchsland im mittelfränkischen Städtedreieck Nürnberg – Fürth – Erlangen.

Im bundesweiten Vergleich hat Bayern nach Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg die viertgrößte Spargelanbaufläche in Deutschland.

Spargelsaison endet an "Johanni" - oder früher

Die Spargelsaison dauert traditionell bis "Johanni", also bis zum 24. Juni. Weil sie wegen des folienunterstützten Anbaus immer früher beginnt, könnte freilich auch schon früher Schluss sein. Peter Strobl, Geschäftsführer des Spargelerzeugerverbands Südbayern, will nicht ausschließen, dass der Verkauf schon Mitte Juni zu Ende geht.

Audio: In Bayern beginnt die Spargelsaison

Landwirtschaftsministerin Kaniber (links) und Spargelkönigin Franziska Schweiger beim Spargelstechen
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Landwirtschaftsministerin Kaniber (links) und Spargelkönigin Franziska Schweiger beim Spargelstechen

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