CSU und Freie Wähler sollten in einem Wahlbündnis bundesweit gemeinsame Sache machen, das fordert Ex-CSU-Vize Peter Gauweiler in einem Interview mit der BILD-Zeitung (externer Link, möglicherweise Bezahl-Inhalt). So könnten beide Parteien die AfD als Protestpartei zurückdrängen. Unter dem Namen "Bündnis Freie Wähler/CSU" könnten beide mit der CDU eine konservative Mehrheit rechts von der Mitte ohne die AfD erreichen, hofft Gauweiler.
Der Vorsitzende der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, bezweifelt allerdings auf BR-Nachfrage, dass die CSU tatsächlich "aktiv anstrebt", auch außerhalb Bayerns anzutreten.
Aiwanger zweifelt am Willen der CSU
Aiwanger betonte im Gespräch mit dem BR, er glaube nicht, dass die CSU "das macht". Außerdem habe Gauweiler diese Idee "vorher nicht mit mir abgesprochen". Allerdings teile er die Einschätzung Gauweilers, "dass wir auf Bundesebene eine weitere liberal-wertkonservative Kraft brauchen, die dazu führt, dass die Union nicht nur auf linke Parteien angewiesen ist bei Koalitionsbildungen". Deshalb fordert Aiwanger "bundesweit wie in Bayern eine liberal-wertkonservative Regierung", eine "Koalition ohne Rot-Grün". Dazu seien die Freien Wähler "unverzichtbar".
Der Freie-Wähler-Chef will deshalb weiterhin versuchen, in andere Landesparlamente und in den Bundestag einzuziehen. Bei der letzten Bundestagswahl waren die Freien Wähler an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert.
CSU will Gauweilers Idee nicht kommentieren
Die CSU-Parteiführung will auf BR-Nachfrage die aktuellen Gauweiler-Vorschläge zu einem "Bündnis Freie Wähler/CSU" nicht kommentieren. Seit 1948 gilt die Vereinbarung: Die CDU tritt nicht in Bayern an und die CSU nicht im Bund. Zum letzten Mal hatte die CSU unter ihrem Vorsitzenden Franz Josef Strauß 1976 am Tagungsort Wildbad Kreuth beschlossen, die CSU auf die gesamte Bundesrepublik auszudehnen. Nach der Ankündigung der CDU, dann nach Bayern zu kommen, wurde Beschluss zurückgenommen.
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