Ein großer, abgebrochener Ast liegt auf einem Gartentor
Bildrechte: NEWS5/ Eric Deyerler

Im Raum Schwabach-Limbach sind dabei mehrere Äste abgeknickt und teils auf Wohnhäuser gefallen.

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Heftige Unwetter: Entwurzelte Bäume, umgeknickte Strommasten

Starke Unwetter sind am Sonntag über Bayern gezogen. Im Osten des Landes knickten Strommasten um und ein Blitz schlug in ein Haus ein. In Mittelfranken stürzten Bäume auf Häuser und Straßen.

Über dieses Thema berichtet: Wetter und Verkehr am .

Nach der Sommerhitze hat ein Wetterumschwung am Sonntag in Teilen Bayerns für zahlreiche witterungsbedingte Einsätze gesorgt. Heftige Gewitter, teils mit Starkregen und stürmischen Böen, entwurzelten Bäume, beschädigten Strommasten und behinderten den Verkehr. In Erlangen rief die Integrierte Leitstelle Besucher der Bergkirchweih auf, das Festivalgelände wegen des Unwetters zu verlassen.

Niederbayern: Blitz schlägt in Wohnhaus ein

Viel zu tun hatten Polizei und Feuerwehr in Niederbayern und der Oberpfalz. Dort zog der Sturm am Sonntagnachmittag und -abend durch die Regierungsbezirke. Insgesamt mussten die Helfer mehr als 180 mal ausrücken. Das teilten die jeweiligen Polizeieinsatzzentralen am Montagmorgen mit.

Etwa 100 Einsätze waren es demnach in Niederbayern. Unter anderem ist in Lindberg im Landkreis Regen ein Zug gegen einen umgefallenen Baum gefahren. Es gab Beeinträchtigungen auf der Waldbahnstrecke Plattling – Bayerisch Eisenstein, verletzt wurde niemand. Bei Rain im Kreis Straubing-Bogen brach kurzzeitig Feuer aus, nachdem ein Blitz in ein Wohnhaus eingeschlagen hatte. Auch hier wurde niemand verletzt, das Haus ist weiter bewohnbar, so ein Polizeisprecher. Der Sachschaden wird auf 50.000 Euro geschätzt.

Umgeknickte Strommasten in der Oberpfalz

In der Oberpfalz konzentrierten sich die Einsätze auf Stadt und Landkreis Regensburg sowie den Kreis Neumarkt in der Oberpfalz, hieß es von der Einsatzzentrale am Morgen. In Regensburg wurde ein Mensch von einem umstürzenden Baum leicht verletzt, in Sinzing im Kreis Regensburg streifte ein fallender Baum eine Fahrradfahrerin.

In Bruck im Landkreis Schwandorf schlug ein Blitz in ein Sägewerk ein und verursachte einen Dachstuhlbrand. Der Sachschaden beträgt 15.000 Euro, so die Polizei. Am Steinberger See schafften es zwei Stand Up-Paddler nicht rechtzeitig vor dem Sturm zurück ans Ufer. Sie retteten sich auf eine kleine Insel und mussten dort von der Wasserwacht abgeholt werden.

Im Landkreis Neumarkt knickten mehrere Strommasten durch den heftigen Wind um, die nahegelegene A3 war aber nicht beeinträchtigt und auch die Stromversorgung für die umliegenden Ortschaften blieb gesichert.

Bildrechte: NEWS5/ Ferdinand Merzbach
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Umgeknickter Strommast im Landkreis Neumarkt

Umgestürzte Bäume in Mittelfranken

Auch über Mittelfranken zog am Sonntag ein kurzes, aber heftiges Gewitter. Polizei und Feuerwehr rückten zu 63 Unwettereinsätzen aus, wie ein Sprecher mitteilte. Der Sturm knickte mehrere Bäume um, die teils auf Straßen und Häuser fielen.

In Wernsbach, einem Ortsteil von Weihenzell im Landkreis Ansbach, stürzte ein morscher Baum auf das Dach einer Gaststätte. Verletzt wurde niemand. Auch in Limbach, einem Gemeindeteil von Schwabach, kam es zu einem lokalen Unwetter.

Den Besuchern der Bergkirchweih in Erlangen wurde am Sonntagabend kurzzeitig per Warnung in der Katastrophenschutz-App "NINA" empfohlen, das Festgelände wegen drohender Gewitter zu verlassen. Wie die zuständige Integrierte Leitstelle in Nürnberg auf BR-Anfrage bestätigte, handelt es sich dabei nicht um eine Räumung oder Evakuierung, sondern lediglich um eine Empfehlung.

Münchner Flughafen streicht rund 50 Flüge

Am Münchner Flughafen wurden wegen einer durchziehenden Gewitterfront am Nachmittag rund 50 Flüge gestrichen. Nach Angaben eines Sprechers wurde aus Sicherheitsgründen wegen der Gefahr von Blitzschlägen die Abfertigung von Flugzeugen für rund 60 Minuten eingestellt. Bei den nachfolgenden Flügen kam es dadurch zu Verspätungen zwischen 15 und 60 Minuten.

Mit einem Abfertigungsstopp soll bei einer Gewitterlage das Ladepersonal geschützt werden. Das Flugzeug selbst ist ein sogenannter Faraday'scher Käfig. Blitzeinschläge können durch die metallische Außenhülle den Passagieren und der Crew nichts anhaben.

Ansonsten meldeten die beiden Polizeipräsidien in Oberbayern auf BR-Anfrage "keine Vorkommnisse".

Unwetterwarnung des Wetterdienstes

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte für Teile des Freistaats eine amtliche Gefahrenwarnung herausgegeben. Lokal warnte der DWD vor Starkregen, Hagel und Sturmböen. Die Meteorologen wiesen unter anderem auf die Gefahr für Leib und Leben durch Blitzschlag, herabfallende Äste und umherfliegende Gegenstände hin. Der Aufenthalt im Freien solle vermieden werden. Auch Überflutungen von Straßen, Unterführungen und Kellern seien möglich. 

Welche Gebiete des Freistaats aktuell betroffen sind, ist auf der DWD-Warnkarte zu sehen.

Grafik: Bayernkarte - Wetterwarnungen des DWD

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) informiert über Wetterlagen und gibt auch im Ernstfall amtliche Warnungen heraus. Abgestuft werden diese in vier Kategorien:

Stufe 1 (gelb, Wetterwarnung) / Stufe 2 (orange, Warnung vor markantem Wetter) / Stufe 3 (rot, Unwetterwarnung) / Stufe 4 (dunkelrot, Warnung vor extremem Unwetter) / Lila: Hitzewarnung / Rosa: UV-Warnung / Grün: Keine Warnung / Schraffiert: Vorab-Warnung

Mit Informationen von dpa

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