Symbolbild: Sprit wird aus dem Tank eines Autos abgezapft.
Bildrechte: picture alliance / Zoonar | Sergiy Artsaba

Symbolbild: Sprit wird aus dem Tank eines Autos abgezapft.

Per Mail sharen
Artikel mit Audio-InhaltenAudiobeitrag

Hohe Preise – mehr Sprit-Diebstähle: Wie kann man sich schützen?

Tanken ist so teuer wie schon lange nicht mehr. Die hohen Preise rufen vermehrt Kriminelle auf den Plan, die den Treibstoff aus geparkten Lastwagen oder Autos abzapfen. Warum die Suche nach den Tätern schwierig ist und wie man sich schützen kann.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio Bayern am .

Die Preise an den Tankstellen steigen seit Wochen – und mit ihnen auch die Zahl derer, die darin eine Gelegenheit für kriminelle Machenschaften sehen. Die Polizei in Bayern registriert derzeit vermehrt Diesel-Diebstähle. Meist machen sich die Täter an geparkten Lastwagen oder Autos zu schaffen und zapfen den Sprit in einem unbemerkten Moment mit einem Schlauch ab.

Täter schlagen an Bundesstraßen oder Autobahnen zu

In der Oberpfalz kann die Polizei allein aus der vergangenen Woche eine Handvoll Fälle aufzählen: In Wernberg-Köblitz wurden aus einem auf einem Parkplatz abgestellten Lastwagen über Nacht rund 600 Liter Diesel gestohlen. Drei Nächte später schlugen Unbekannte in Bodenwöhr zu, auf einem Lkw-Parkplatz entlang der Bundesstraße 85. Diesmal erbeuteten die Täter rund 100 Liter Treibstoff. In Ursensollen gab es wenig später den nächsten Fall: Auf einem Pendlerparkplatz nahe der B299 wurden rund 400 Liter Diesel entwendet.

Es fällt auf: Die Täter agierten häufig in der Nähe von Bundesstraßen. Auch das Polizeipräsidium Niederbayern, das in seinem Gebiet zuletzt mehrere Fälle registriert hat, erklärt: "Das Phänomen ploppt überall entlang der Autobahnen auf." Kein Zufall: Auf abgeschiedenen Parkplätzen lassen sich mehrere hundert Liter Diesel in kürzester Zeit und nahezu geräuschlos abpumpen. Dass besonders oft Lkw betroffen sind, liege an der größeren Menge Treibstoff, die dort zu holen ist.

Auch Autos und Bagger werden abgezapft

Doch auch Autofahrer kann es treffen, wie ein Fall aus Hofkirchen im Landkreis Passau zeigt: Auf einem Pendlerparkplatz an der Autobahn 3 wurden die Tankdeckel von vier Autos aufgebrochen, um Benzin abzusaugen. Und auch Baumaschinen wie Bagger sind beliebte Ziele von Diesel-Dieben: Aktuell sind etwa Fälle aus Landshut und Hengersberg bekannt.

Die Täter zu fassen, sei schwierig, ist aus mehreren Polizeipräsidien zu hören. Von einem "Katz-und-Maus-Spiel" spricht die Polizei in Niederbayern. Es sei davon auszugehen, dass einige der Diebstähle auf der Durchreise begangen werden. Tatort und Tatzeitpunkt würden so gewählt, dass es keine Zeugen gibt.

Wie kann man sich schützen? Tipps der Polizei

Die Polizei gibt deshalb Empfehlungen an Auto- und Lkw-Fahrer: Tanks und Dieselbehälter sollten möglichst gegen unbefugten Zugriff gesichert werden. Dabei helfen Tankschlösser, spezielle Ventile, die ein Abpumpen verhindern oder alarmgesicherte Tankdeckel.

Bei der Suche nach einem Parkplatz empfiehlt es sich, keinen allzu abgeschiedenen Ort zu wählen, besonders nachts. Auch Besitzern von Speditionen, landwirtschaftlichen Betrieben, Baufirmen oder Betreibern von Sand- und Kiesgruben rät die Polizei zu Wachsamkeit: Das Betriebsgelände sollte nachts ausgeleuchtet werden, die Zugangswege kontrolliert oder abgesperrt.

Eine Nachfrage bei mehreren bayerischen Speditionen ergibt: Von einem Diebstahl betroffen war aktuell zwar keines der angefragten Unternehmen, doch das Problem ist bekannt. Mit konkreten Schutzmaßnahmen tue man sich allerdings schwer, so schildert es ein Spediteur im Gespräch mit BR24. Die Tankdeckel der Lkw würden grundsätzlich abgesperrt, was Diebe aber in der Vergangenheit nicht daran gehindert habe, die Vorrichtung anzubohren.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!