Dicke Geldbündel liegen auf einem Tisch bei der Polizei.
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Erneut spektakulärer Bargeldfund der Grenzpolizei Passau.

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Kontrolle im ICE – Fahnder finden Koffer voller Bargeld

Erneut haben Schleierfahnder in Niederbayern einen großen Bargeldbetrag entdeckt, der im Zusammenhang mit Geldwäsche stehen könnte. Diesmal waren es 150.000 Euro im Koffer eines Zugreisenden. Der Fall ist Teil einer jahrelangen Serie.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Niederbayern am .

Fahnder der Grenzpolizeiinspektion Passau haben am Sonntag im Koffer eines Reisenden, der im ICE nach Wien gesessen hatte, einen hohen Bargeldbetrag entdeckt. Wie das Polizeipräsidium Niederbayern am Montag mitteilte, wird gegen den 39-Jährigen nun wegen Geldwäsche ermittelt.

  • Zum Artikel: Geld und Gold auf der A3 - Was steckt hinter den vielen Funden?

Keine plausiblen Angaben zur Herkunft des Geldes

Insgesamt fanden die Schleierfahnder bei dem Mann aus dem Raum Wiesbaden 150.000 Euro und ein Bündel Schweizer Franken in einer Plastiktüte verpackt. Der Deutsche konnte laut Polizei keine "plausiblen Angaben über die Herkunft des Bargeldes machen". Deswegen wurde das Geld beschlagnahmt.

Immer wieder werden – vor allem auch im Passauer Raum – größere Mengen Geld, Gold oder Schmuck bei Reisenden gefunden. Im Sommer vor zwei Jahren etwa fanden Schleierfahnder der Grenzpolizei Passau in Vilshofen rund eine halbe Million Euro – ebenfalls im Koffer eines Zugreisenden. Der 22-Jährige machte damals widersprüchliche Angaben zur Herkunft des Geldes. Es wurden deshalb ebenfalls Ermittlungen wegen des Verdachts der Geldwäsche eingeleitet.

Im Video: Dubiose Geldfunde auf der A3 – die Suche nach den Hintermännern

Die Polizei entdeckt bei Kontrollen auf der niederbayerischen A3 häufig größere Mengen Bargeld. Herkunft: unklar. Der Verdacht: Geldwäsche.
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Die Polizei entdeckt bei Kontrollen auf der niederbayerischen A3 häufig größere Mengen Bargeld. Herkunft: unklar. Der Verdacht: Geldwäsche.

Immer wieder hohe Bargeldbeträge auf A3 entdeckt

Neben den Bargeldfunden in Zügen entdecken Schleierfahnder regelmäßig hohe Bargeldbeträge oder sogar Gold auf der A3 Richtung Passau.

Im Jahr 2023 hatten die Beamten nach einem spektakulären Fund auf der A3 im Kreis Straubing-Bogen 50 Kilogramm Goldbarren sowie Schmuck und eine halbe Million Euro in bar beschlagnahmt. Bereits Anfang des Folgejahres waren es einmal 240.000 Euro, in einem weiteren Fall 700.000 Euro.

Ende 2024 dann der größte Fund, der jemals in Niederbayern gemacht wurde: Schleierfahnder stellten auf der A3 bei Passau rund eine Million Euro Bargeld aus dem Wagen eines 34-Jährigen sicher. Insgesamt beschlagnahmte die Polizei im Jahr 2024 in etwa 17 Fällen rund vier Millionen Euro.

Bargeld-Serie in Ostbayern ungebrochen

Die Serie ging 2025 weiter. Ende Januar stießen Verkehrspolizisten in einem Pkw auf der A3 bei Deggendorf auf über 120.000 Euro. Wenige Monate später griffen Fahnder auf der A3 bei Passau einen 37-jährigen Syrer mit einer halben Million Euro auf.

Auch im laufenden Jahr dauert die Serie an: Anfang Februar haben Beamte bei einer Kontrolle auf der A3 bei Barbing im Landkreis Regensburg mehrere Hunderttausend Euro Bargeld sowie eine niedrige fünfstellige Summe an Bargeld in US-Dollar beschlagnahmt.

Die Polizei erklärt die häufigen Funde auf der A3 mit der Bedeutung der Autobahn als europaweit wichtige Verbindung. Die Autobahn ist auf der Route von Belgien und den Niederlanden durch Deutschland bis Südosteuropa die am meisten befahrene Straße. Deshalb ist die A3 aus Polizeisicht auch ein Kontrollschwerpunkt.

Geld kann leichter eingezogen werden

Wird Geld oder Gold gefunden, müssen die Betroffenen nachweisen, dass sie das Geld auf legale Weise erlangt haben. Seit 2017 können Strafverfolgungsbehörden und Gerichte "Vermögenswerte mit unklarer beziehungsweise krimineller Herkunft leichter einziehen", erklärt das Polizeipräsidium auf seiner Internetseite.

Und das Vorgehen gegen organisierte Kriminalität soll weiter ausgebaut werden: Laut amtierender Bundesregierung werden Zoll und Bundeskriminalamt (BKA) künftig gegenseitig auf Daten zugreifen und mithilfe von Künstlicher Intelligenz auswerten können. Außerdem ist eine neue Ermittlungseinheit beim Zoll geplant: das "Ermittlungszentrum Geldwäsche". Den beschlossenen Aktionsplan dazu hatte Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) Ende Februar vorgestellt.

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