Am Dienstag beginnt vor dem Landgericht Regensburg das Sicherungsverfahren gegen einen Mann, der im Juli 2025 in einem ICE nahe Straßkirchen im Landkreis Straubing-Bogen mehrere Fahrgäste mit einer Axt angegriffen haben soll. Die Staatsanwaltschaft wirft dem zum damaligen Zeitpunkt 20-jährigen Syrer unter anderem versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung vor.
Beschuldigter in forensischer Psychiatrie
Der Beschuldigte sei bei der mutmaßlichen Tatbegehung aufgrund einer psychischen Erkrankung schuldunfähig gewesen. Das hatte ein forensisch-psychiatrisches Gutachten ergeben. Schon seit dem 9. Juli 2025 ist er in einer forensischen Psychiatrie untergebracht. Durch seine Erkrankung sei der Mann weiter gefährlich für die Allgemeinheit.
Mehrere Verletzte nach Angriff
Der Beschuldigte soll in Nürnberg in den ICE gestiegen sein und einen Zimmererhammer sowie eine Kleinaxt mit sich geführt haben. Dem damals 25-jährigen Sohn einer ebenfalls syrischen Familie, die im selben Waggon mitfuhr, soll der Mann zunächst etwas zugerufen und ihn feindlich angesehen haben. Dann sei er an der Familie vorbeigegangen. Ein anderer Fahrgast soll seine Hilfe angeboten und mit seinem Handy von seinem Platz den Notruf gerufen haben, wie aus der Antragsschrift hervorgeht. Der Beschuldigte habe in der Folge mit der Axt auf den Kopf des Fahrgastes geschlagen, der dadurch das Bewusstsein verlor und einen Stirnbeinbruch erlitt.
Anschließend soll der Syrer versucht haben, den 25-Jährigen, den er nicht kannte, mit der Axt am Kopf zu treffen. Dessen Mutter habe sich in den Weg geworfen und soll selbst mit der Axt getroffen worden sein, sodass sie eine offene Fraktur des Schädeldachs davontrug. In der Folge kam es laut den Ermittlern zu einem Gerangel zwischen dem Sohn und dem Beschuldigten. Der mutmaßliche Angreifer soll den Mann mit der Axt unter anderem an der rechten Körperseite getroffen haben, wodurch dieser Schnittwunden erlitt.
Mann soll dem Angreifer die Axt entrissen haben
Dann soll es dem Sohn gelungen sein, dem Angreifer die Axt zu entreißen und sie zur eigenen Verteidigung gegen ihn einzusetzen. Der Beschuldigte habe dadurch selbst eine Fraktur am Kopf erlitten. Nachdem beide im Gerangel gestürzt sein sollen, habe der Beschuldigte den Mann ebenfalls in Tötungsabsicht gewürgt. Weitere Personen konnten dies den Schilderungen nach verhindern und den Mann bis zum Eintreffen der Polizei fixieren.
Laut Staatsanwaltschaft leiden die Geschädigten noch heute unter den Folgen der mutmaßlichen Angriffe. Es sind sechs Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil könnte im Juli fallen.
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