Spezialausgabe von "jetzt red i": Zu den TV-Duellen aus München, Nürnberg, Erlangen und Bamberg:
Eines der größten Wahlkampfthemen in Regensburg steht mitten in der Altstadt und wartet seit fast zwei Jahren auf eine Lösung: Das leere Gebäude der Kaufhof-Filiale. Für die Studentin Franziska Altinger ist das Gebäude offenbar ein Symbol für eine Entwicklung, die ihr Sorgen bereitet: Im Regensburger TV-Duell des "jetzt red i extra" fordert sie von den OB-Kandidaten Antworten auf den zunehmenden Leerstand in der Stadt.
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Beide OB-Kandidaten wollen Galeria-Kaufhof-Gebäude zur "Chefsache" machen
"Das ist ein Riesenthema in Regensburg", sagt die OB-Kandidatin Astrid Freudenstein (CSU). "Wir müssen Kaufverhandlungen führen, damit wir das Gebäude erwerben können, um diesen riesigen Leerstand, der fast ein Drittel der Einzelhandelsfläche der Altstadt ausmacht, in den Griff zu bekommen." Man müsse nun zügig den Weg finden zu einer gemischten Nutzung mit Gastronomie, Wohnen, Kultur und Tagung, die wieder Leben in die Altstadt bringe. "Das werde ich unmittelbar zur Chefsache machen."
Thomas Burger (SPD) sieht es ähnlich. "Es ist wichtig, das als Chefsache zu begreifen und in den Verhandlungen das Gebäude in städtischen Zugriff zu bekommen", sagt er. Man müsse von der Situation wegkommen, zwischen den Stühlen zu sitzen: "Zwischen denen, die investieren wollen und denen, denen es gehört."
Freudenstein bei 37,5 Prozent, Burger bei 19,1 Prozent
Mit Freudenstein und Burger kämpfen zwei Kandidaten ohne Amtsbonus um den Posten des Oberbürgermeisters: Die ehemalige CSU-Bundestagsabgeordnete ist zweite Bürgermeisterin und kam in der ersten Runde auf 37,5 Prozent. Ihr Kontrahent sitzt seit 2002 im Stadtrat und erhielt 19,1 Prozent der Stimmen.
Einigkeit: Im Sozialen wird nicht gespart
Wie in den meisten anderen Städten muss auch in Regensburg gespart werden. Dabei fehle jetzt schon das Geld in bestimmten sozialen Bereichen, etwa bei der Obdachlosenhilfe und in sozialen Einrichtungen, wie Arno Birkenfelder, Gründer des Vereins "Regenschburger Herzen", schildert. "Wir sparen nicht am Sozialen und haben es auch bisher nicht getan", entgegnet Astrid Freudenstein.
Aus Sicht von Thomas Burger müsse man auch das partnerschaftliche Miteinander in der Stadt ausbauen. "Wir haben ganz viele Initiativen professioneller oder ehrenamtlicher Natur", sagt er. Diese müsse man allerdings besser koordinieren. "Am Geld wird es auf alle Fälle nicht liegen."
Sallerner Brücke soll mit beiden Kandidaten kommen
Freudenstein und Burger sprechen sich außerdem beide für die geplante Sallerner Regenbrücke aus - ein Verkehrsprojekt, das mehrere Millionen kosten wird. "Wir brauchen mehr Flussquerungen, damit die Mobilität gesichert ist", sagt Burger. Dadurch würde der Verkehr besser verteilt werden und stark belastete Straßen könnten entlastet werden. Das Projekt sei auch notwendig, um den ÖPNV und Radverkehr zu stärken. "Der Beitrag der Stadt Regensburg ist ein Lärmschutz von 400 Metern Länge", fügt Freudenstein hinzu. Das sollte die Stadt Regensburg dringend umsetzen.

