Abdulrazak Alhassan Alibrahim mit seinem Sohnin seiner Fabrik fürs syrisches Fladenbrot.
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Abdulrazak Alhassan Alibrahim (links) produziert jeden Monat hunderttausende Fladenbrote.

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Vom Flüchtling zum Unternehmer: Bäckerei Albaraka

Abdulrazak Alhassan Alibrahim flüchtete 2015 mit seiner Familie aus Syrien nach Deutschland und hatte einen Traum: Fladenbrote im großen Stil verkaufen. Das hat er in Unterfranken geschafft, über Bayern hinaus.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Mainfranken am .

Im unterfränkischen Oberschwarzach im Landkreis Schweinfurt stehen die Maschinen nur tagsüber still. Ab dem frühen Abend produziert eine selbstentworfene Kette an Teigverarbeitungs- Knet-, Back- und Verpackungsmaschinen Fladenbrote in unterschiedlichen Größen und Geschmacksrichtungen bis in die frühen Morgenstunden.

Entworfen hat sie Abdulrazak Alhassan Alibrahim. Der gelernte Ingenieur-Techniker war 2015 mit seiner Frau Nada und den damals noch kleinen Söhnen Mohamad und Ahmad aus Syrien nach Deutschland geflüchtet. Hier hat er sich ein erfolgreiches Unternehmen aufgebaut: die Backfabrik "Albaraka". Zu Deutsch: "Segen" oder "Segenskraft".

Urlaub nein, Arbeit ja

"Ich sage immer zu meiner Familie: 'Fahrt weg. Ich bleibe hier und kümmere mich um alles'", erzählt Abdulrazak aus seinem Ledersessel im Büro. Mit dem Urlaubmachen klappt es nicht so richtig. Denn er möchte wissen, was in seiner Backfabrik passiert. Alles muss korrekt laufen – davon überzeugt er sich selbst, verbringt fast jeden Tag zwischen den Maschinen, die er in- und auswendig kennt. "Ich hoffe, dass er irgendwann auch mal besser entspannen kann", scherzt sein Sohn Mohamad.

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Über diese selbstentworfene Kette in der Backfabrik laufen die frischen Brote.

Familienzusammenhalt als Erfolgsstrategie

Ohne die Hilfe seiner Frau hätte Abdulrazak diesen Sprung nicht geschafft. Sie kümmert sich um die Söhne, zieht die in Deutschland geborene Tochter Misk groß. Nebenbei bringt sie sich Buchhaltung bei und unterstützt ihren Mann: "Ich mache sozusagen immer wieder Push Up für ihn, motiviere ihn, dass er das alles schafft."

Auch Mohamad hilft nach der Schule. Er macht gerade sein Abitur und möchte das Unternehmen später mal übernehmen. "Ich helfe ihm, um zu lernen, wie es in der Selbstständigkeit läuft und wie man Unternehmen führt."

Von der Metzgerei zur Edeka-Halle

In einer ehemaligen Metzgerei-Produktionshalle startete Abdulrazak 2018 sein Unternehmen. "Gerade mal 97 Tüten am ersten Tag haben wir produziert", erinnert sich seine Ehefrau Nada. Kaum vergleichbar mit dem jetzigen Output von bis zu 200.000 Fladenbrot-Packungen im Monat. Heute beliefert das Unternehmen Restaurants, Supermärkte und Händler in Bayern und Thüringen.

Auf die Idee, eine Großbäckerei zu gründen, kam er, weil es kein gutes Fladenbrot in Unterfranken gab. Er wollte Fladenbrot nach seinen Vorstellungen herstellen, absolvierte dafür die Meisterprüfung bei der IHK. Diese Marktlücke füllt er heute erfolgreich aus. Abdulrazak ist überzeugt, dass seine Maschinen eine bessere Qualität liefern, als reine Handarbeit. Das überprüft der syrisch-fränkische Unternehmer jeden Tag selbst.

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