Der öffentliche Nahverkehr in Bayern steht weitgehend still.
Bildrechte: Bayerischer Rundfunk 2026

Der öffentliche Nahverkehr in Bayern steht weitgehend still.

Per Mail sharen
Artikel mit Video-InhaltenVideobeitrag

Warnstreik im ÖPNV: Der Streik-Tag in Bayern in der Nachlese

Am Montag stand der ÖPNV in weiten Teilen Bayerns still - die Gewerkschaft Verdi hatte zu Warnstreiks aufgerufen. Alle News zum Streik-Tag in der Ticker-Nachlese.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-1-Nachrichten am .

Die wichtigsten News zum ÖPNV-Streik im Überblick

16.15 Uhr: Nahverkehrs-Warnstreik sorgt für Staus in Großstädten

Der Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr hat in den großen deutschen Städten zu starken Staus im morgendlichen Berufsverkehr geführt. Das zeigt eine Schnellauswertung des Verkehrsdatenspezialisten TomTom für die dpa. Die höchsten Belastungen traten dabei etwa um 8.00 bis 9.00 Uhr auf. 

Der höchste Wert wurde im Großraum München erreicht. Hier stieg der Staulevel um 8.00 Uhr auf 146 Prozent - also mehr als das Dreifache des Jahresdurchschnitts für diese Uhrzeit. Der Staulevel gibt dabei an, wie viel länger eine durchschnittliche Fahrt im Vergleich zu einer Situation ohne Behinderungen durch anderen Verkehr dauert. 

15.15 Uhr: 300 Bus- und Bahnfahrer demonstrieren in Nürnberg

Etwa 300 Beschäftigte der Nürnberger Verkehrsbetriebe VAG haben heute auf dem Kornmarkt für einen Tarifabschluss mit ihrem Arbeitgeber demonstriert. Sie folgten damit einem Aufruf der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Busse, U-Bahnen und Straßenbahnen blieben an diesem Warnstreiktag in den Depots. Insgesamt hätten sich rund 2.000 Bus-, Straßenbahn- und U-Bahn-Fahrer in Nürnberg am Warnstreik beteiligt, sagte Verdi-Gewerkschaftssekretär Michael Bartog im BR-Interview. Die Streikbereitschaft sei groß, weil die Belastungen seit Jahren zunähmen, so Bartog. Insbesondere der häufig wechselnde Schichtdienst mache den Kolleginnen und Kollegen zu schaffen.

15.00 Uhr: Auswirkungen in München bis in die Nacht spürbar

Die Auswirkungen des ÖPNV-Streiks werden in München bis in die Nacht spürbar sein: Die U-Bahnen werden heute gar nicht mehr fahren, wie die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) mitteilt. Der Linienbetrieb bleibe aus Sicherheitsgründen eingestellt. Die Busse sollen dagegen auf allen Linien und alle 20 bis 60 Minuten fahren. Das ist möglich, weil die privaten Busunternehmen nicht bestreikt werden. Bei der Tram ist die besonders nachgefragte Linie 20 in Betrieb und kann laut MVG nach derzeitigem Stand auch bis 21 Uhr fahren. Daneben werden in der Stadt Trambahnen ohne Fahrgäste im Einsatz sein, um die Fahrleitungen eisfrei zu halten. Die S-Bahn, Regionalzüge und MVV-Regionalbuslinien sind vom Streik nicht betroffen.

14.19 Uhr: Verdi zufrieden mit Aktion in Augsburg

Katharina Wagner, Verdi-Branchenkoordinatorin für Busse und Bahnen in Bayern, ist zufrieden mit der Streikbeteiligung in Augsburg. Rund 200 Mitarbeitende hätten sich dem Ausstand angeschlossen, sagte sie im BR-Gespräch. Auch die Augsburger Stadtwerke bestätigten, dass der Öffentliche Nahverkehr am morgigen Dienstag wieder planmäßig rollen soll. Möglicherweise könnte es Wagner zufolge Anlaufschwierigkeiten geben.

12.15 Uhr: Regensburg - Nur jeder fünfte Bus fährt

Der Verdi-Streik führt in Regensburg aktuell zu einem Ausfall der meisten Busse. "Aktuell finden etwa 20 Prozent der regulären Fahrten statt", sagte Stadtwerk-Sprecher Martin Gottschalk. Im Verlauf des restlichen Streiktags werde sich hier nicht mehr viel verändern.

11.37 Uhr: Verdi-Streik trifft deutschlandweit Millionen Pendler

Der nahezu bundesweite Verdi-Streik im Nahverkehr hat am Montagmorgen Millionen Pendler bei teils frostigen Temperaturen und vereisten Straßen getroffen. In 150 Städten waren rund 100.000 Bus- und Straßenbahnfahrer sowie weitere Beschäftigte zum Ausstand aufgerufen. In weiten Teilen Deutschlands brach der öffentliche Nahverkehr fast völlig zusammen. Der Bahn-Regionalverkehr sowie S-Bahnen blieben dagegen weitgehend in Betrieb. Viele Menschen zeigten zwar Verständnis für die Belastung der Fahrer, kritisierten jedoch den Zeitpunkt des Streiks mitten im tiefsten Winter.

11.37 Uhr: Verdi-Sprecher - Beschäftigte "an ihrer Belastungsgrenze"

Die Beschäftigten im ÖPNV seien an ihrer Belastungsgrenze, sagte Frank Michael Munkler, Verdi-Sprecher in Köln. "Ich finde es gut, wenn mein Straßenbahnfahrer und meine Busfahrerin ausgeschlafen sind, um mich durch die Gegend zu fahren, und nicht übermüdet sind." Die Gewerkschaft fordert daher eine verbindliche Ruhezeit von mindestens elf Stunden zwischen den Schichten. Viele Mitarbeiter hätten lange Anfahrtswege, wodurch bei langen Diensten kaum Zeit für ausreichend Schlaf bleibe.

10.13 Uhr: Verdi kündigt weitere Warnstreiks in Bayern an

Nach dem ersten Warnstreik heute müssen Fahrgäste in Bayern mit weiterem Stillstand bei Bussen, Straßenbahnen und U-Bahnen rechnen. Bis zur nächsten Verhandlungsrunde im Tarifstreit mit den Verkehrsunternehmen am 13. Februar sei "mit weiteren Warnstreiks zu rechnen", sagte der stellvertretende Verdi-Landesbezirksleiter, Sinan Öztürk. Wann und wie lange werde Verdi mit angemessener Vorlaufzeit bekanntgeben.

09.43 Uhr: Warum nur in Niedersachsen nicht gestreikt wird

Während Pendler in ganz Deutschland auf Ersatzpläne setzen, rollen in Niedersachsen heute Busse und Bahnen wie gewohnt. Grund ist die sogenannte Friedenspflicht, die für die rund 5.000 Beschäftigten im niedersächsischen kommunalen Nahverkehr weiterhin gilt. Hintergrund ist der Stand der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst. In Niedersachsen läuft der geltende Tarifvertrag noch – deshalb sind Maßnahmen des Arbeitskampfes derzeit ausgeschlossen. Diese Friedenspflicht untersagt Streiks während der Laufzeit eines Tarifvertrags und soll beiden Seiten Planungssicherheit geben.

09.29 Uhr: Streik Ingolstadt - Kaum Auswirkungen spürbar

In Ingolstadt hat der Warnstreik kaum Auswirkungen. Es gebe so gut wie keine Ausfälle, teilte der Verkehrsverbund Großraum Ingolstadt (VGI) mit. Das liege wohl daran, dass unter den Mitarbeitenden des Busunternehmens kaum Verdi-Mitglieder seien. Allerdings gibt es bei der App unabhängig vom Streik technische Störungen. Die Fahrpläne können auf der Homepage des VGI eingesehen werden.

09.05 Uhr: München - Tram 20 fährt länger und zwar bis 13 Uhr

Laut einer Update-Meldung der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) ist die Tram 20 (Moosach – Karlsplatz/Stachus) vorerst doch bis 13 Uhr in Betrieb. Zunächst hieß es, die Tramlinie fahre bis 10 Uhr. Weiterhin fahren keine U-Bahnen. Trotz des Warnstreiks im Münchner Nahverkehr fahren die Busse laut MVG alle 20 bis 60 Minuten.

08.10 Uhr: Verdi will Jobs durch mehr Gehalt attraktiver machen

"Wenn wir nicht für bessere Arbeitsbedingungen streiken, werden die Jobs so unattraktiv bleiben, dass wie wir das in den letzten Jahren erlebt haben, nicht genug Menschen bereit sind, den ÖPNV zu gewährleisten. Dann gibt es auch keinen", erklärte Andreas Schackert, Bundesfachgruppenleiter Busse & Bahnen bei Verdi, im ZDF-"Morgenmagazin". Ein entscheidender Punkt seien die Belastungen durch die Schichtarbeit im Fahrdienst. "Wenn wir die Belastungen nicht attraktiver machen und die Jobs, dann werden wir auf Dauer die Menschen, die wir da jetzt suchen und finden, auch nicht halten können", betonte Schackert.

07.18 Uhr: Münchner Nahverkehr - Busse fahren im Stundentakt

Trotz des Warnstreiks im Münchner Nahverkehr fahren laut Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) die Busse alle 20 bis 60 Minuten. Wie die MVG am Montagfrüh mitteilt, ist die Tram 20 (Moosach – Karlsplatz (Stachus) vorerst bis 10 Uhr in Betrieb. Weiterhin fahren keine U-Bahnen. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) wird seit 3:30 Uhr bestreikt. Betroffen sind die U-Bahn, die Trambahn und alle Buslinien bis zur Nummer 199. Der Streik dauert noch bis in den frühen Dienstagmorgen um 03:30 Uhr.  

Warnstreik in München: U-Bahn fährt nicht
Bildrechte: Jürgen P. Lang / BR
Artikel mit Audio-InhaltenAudiobeitrag

Warnstreik in München: U-Bahn fährt nicht

06.57 Uhr: Das müssen Arbeitnehmer beachten

Grundsätzlich gilt, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer selbst dafür verantwortlich sind, pünktlich im Betrieb anzukommen, sie tragen das sogenannte "Wegerisiko". Das gilt bei Streik genauso wie etwa bei Schnee und Glätte. Heißt: Auch wenn Busse und Bahnen nicht fahren, dürfen Angestellte nicht einfach zu spät kommen. Darauf macht Volker Görzel vom Verband deutscher Arbeitsrechtsanwälte aufmerksam. Wenn das Homeoffice keine Lösung ist, müssen Angestellte also nach zumutbaren Alternativen suchen.

06.55 Uhr: Das sind die Hauptforderungen von Verdi

Betroffen sind rund 150 kommunale Verkehrsbetriebe in fast allen Bundesländern mit Ausnahme von Niedersachsen. Mit dem Ausstand will die Gewerkschaft den Druck in den Tarifverhandlungen für rund 100.000 Beschäftigte erhöhen. Verdi fordert insbesondere deutlich bessere Arbeitsbedingungen - etwa durch kürzere Wochenarbeitszeit und Schichtzeiten, längere Ruhezeiten, aber auch durch höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende. In Bayern, Brandenburg, dem Saarland, Thüringen und bei der Hamburger Hochbahn wird der Gewerkschaft zufolge zusätzlich über höhere Löhne und Gehälter verhandelt. 

Eine Fahne von Verdi flattert bei minus 8 Grad Celsius im Wind. Die Gewerkschaft Verdi hat im Rahmen von parallel laufenden Tarifverhandlungen für Montag in fast allen Bundesländern zu Warnstreiks bei kommunalen Verkehrsunternehmen aufgerufen. (02.02.2026)
Bildrechte: picture alliance/dpa | Frank Hammerschmidt
Artikel mit Audio-InhaltenAudiobeitrag

Darum geht es beim Verdi-Warnstreik

06.48 Uhr: Nahverkehr in Augsburg steht weitgehend still

Der Nahverkehr in Augsburg ist aufgrund des Warnstreiks weitgehend zum Erliegen gekommen. In Augsburg sind von den rund 140 Bussen und Straßenbahnen, die morgens normalerweise ausrücken, nur acht Straßenbahnen und sieben Busse unterwegs, wie die Stadtwerke mitteilten. Die sieben Busse sind auf den lokalen Linien 21 im Bärenkeller, 24/25 in Haunstetten und 38 in Göggingen/Inningen/Bergheim ausgerückt. Diese Linien sind zum Teil an private Busunternehmen vergeben, die nicht bestreikt werden. Von den acht Straßenbahnen, die heute Morgen ausgerückt sind, verkehren vier auf der Linie 1, drei auf der Linie 2 und jeweils eine auf den Linien 3 und 4.

06.35 Uhr: Ausfall des Nahverkehrs in vielen Städten in Bayern

Die Gewerkschaft Verdi erwartet, dass die meisten U- und Trambahnen stehenbleiben werden. Die S-Bahnen in München und Nürnberg sind nicht betroffen, da sie von der Deutschen Bahn betrieben werden. Besonders gebeutelt dürften die Menschen in München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Bamberg, Passau, Landshut und Schweinfurt sein. Auch in Bayreuth, Schwabach und Ingolstadt soll es Einschränkungen geben.

04.31 Uhr: Züge der Deutschen Bahn nicht betroffen

Die Regional- und S-Bahnen der Deutschen Bahn fahren derweil ohne Einschränkungen. "Die S-Bahnen in Berlin, Hamburg, München, Stuttgart, Köln, Nürnberg, Rhein-Main und der Regional- und Fernverkehr der DB werden als Unternehmen nicht von Verdi vertreten und sind daher von dem Streik nicht betroffen", teilte der bundeseigene Konzern mit. 

03.30 Uhr: Kultusministerium - Trotz Streik im ÖPNV keine Sonderregel für Schulen

Für die Schulen in Bayern sind trotz angekündigter Streiks im öffentlichen Nahverkehr keine landesweiten Sonderregelungen geplant. Am Montag finde regulärer Unterricht statt, teilte das bayerische Kultusministerium am Freitag auf BR-Anfrage mit.

Wenn Schülerinnen und Schüler nicht zur Schule kommen könnten, weil keine Busse und Bahnen fahren, könnten sie "ausnahmsweise dem Präsenzunterricht fernbleiben". Sie müssten in dem Fall ähnlich wie bei einer Krankmeldung die Schule informieren.

03.30 Uhr: Verdi-Warnstreik in Landshut und Passau

Der Verdi-Warnstreik im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) trifft auch die niederbayerischen Städte Landshut und Passau. Wie die Stadtwerke Landshut am Freitag schriftlich mitteilten, sei davon auszugehen, dass ganztägig "keine Busse im jeweiligen Liniensystem fahren". Ob einzelne Fahrten stattfinden, könnten die Stadtwerke erst nach Dienstbeginn der Schichten feststellen, hieß es weiter.

In Passau falle ein Großteil der Fahrten aus. Es komme "zu erheblichen Einschränkungen im Linienverkehr", so die aktuelle Information auf der Internetseite der dortigen Stadtwerke. Da ein Teil der Fahrten in Passau von privaten Unternehmen durchgeführt würden, beträfe der Streik nicht alle Linienfahrten. Auf der Homepage könnten der Linienfahrplan und die entfallenden Fahrten des Schülerverkehrs eingesehen werden.

03.30 Uhr: Auch Augsburg vom ÖPNV-Warnstreik betroffen

Auch in Augsburg wird heute der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) bestreikt. Das hat die Gewerkschaft Ver.di am Freitag angekündigt. Bei den Stadtwerken Augsburg, die für die Tram- und Buslinien in der Stadt verantwortlich sind, geht man davon aus, dass der Nahverkehr dadurch deutlich eingeschränkt sein wird, je nachdem, wie viele Beschäftigte dem Streikaufruf folgen werden; er könne auch ganz zum Erliegen kommen, hieß es. Aufgrund der ungewissen Streikbeteiligung habe man auch vorab kein Notfahrplan entwickeln können, so ein Sprecher.

03.30 Uhr: Busverkehr in Schweinfurt betroffen

Laut Verdi sind rund 80 Busfahrer der Stadtwerke in Schweinfurt zum Warnstreik aufgerufen. Der Warnstreik dauert den ganzen Tag - von Montag 0.00 Uhr bis Mitternacht. Im Zeughaus wird laut Verdi ein Streiklokal eingerichtet, eine öffentliche Kundgebung ist nicht geplant. Es ist zu erwarten, dass der Stadtbusverkehr in Schweinfurt heute größtenteils zum Erliegen kommt, teilt die Pressestelle der Stadtwerke Schweinfurt mit. Davon betroffen ist insbesondere auch der Schulbusverkehr. Fahrgäste werden daher gebeten, auf alternative Beförderungsmöglichkeiten auszuweichen. Nicht betroffen vom Streik sind die Linien des Landkreises Schweinfurt ab der Liniennummer 200 – sie bedienen auch Teilbereiche des Stadtgebiets.

Montag, 2. Februar 2026

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht's zur Anmeldung!