Jubel dürfte der neue ARD-DeutschlandTrend bei den Sozialdemokraten zwar nicht auslösen – weiter liegt die SPD bei der Sonntagsfrage mit 15 Prozent unter ihrem Ergebnis bei der Bundestagswahl vor einem Jahr. Im Vergleich zum Vormonat kann die SPD allerdings um zwei Prozentpunkte zulegen. Die Union wiederum büßt zwei Prozentpunkte ein und kommt derzeit auf 26 Prozent.
Zweitstärkste Kraft hinter der Union bleibt die AfD. Sie erreicht in der repräsentativen Umfrage von Infratest dimap aktuell 24 Prozent (-1). Die Grünen bleiben bei 12 Prozent, die Linke bei 10 Prozent. Ebenfalls keine Bewegung gibt es bei FDP und BSW, die momentan nicht im Bundestag vertreten sind – und in der Sonntagsfrage weiter bei 3 Prozent liegen.
Interaktive Grafik: Die Sonntagsfrage seit Januar 2021
Union verliert bei Wirtschaftskompetenz
Gefragt wurde auch, welche Kompetenzen die Wahlberechtigten den Parteien zusprechen. Bei der Wirtschaftskompetenz muss die Union Einbußen hinnehmen. 31 Prozent trauen am ehesten CDU und CSU zu, die Wirtschaft in Deutschland voranzubringen. Vor einem Jahr waren es noch rund 40 Prozent. Dahinter folgen AfD (18 Prozent) und SPD (9 Prozent).
Auf den höchsten Wert kommt die Union in Sachen Wirtschaftskompetenz aktuell noch in der Wählergruppe ab 65 Jahren. Dagegen liegt sie bei den 18- bis 49-Jährigen knapp hinter AfD. Auffällig: 26 Prozent der Befragten nennen bei der Frage nach der Wirtschaftskompetenz gar keine Partei. Und die FDP, traditionell eine wirtschaftsnahe Partei, kommt hier aktuell nur auf fünf Prozent.
Wer kann für soziale Gerechtigkeit sorgen?
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Frage, welche Partei am ehesten für soziale Gerechtigkeit sorgen kann. Hier liegt zwar weiter die SPD vorne, kommt aber nur noch auf 24 Prozent. In der Wählergruppe der 18- bis 34-Jährigen liegen die Sozialdemokraten mit nur 14 Prozent hinter Linken (30 Prozent) und AfD (18 Prozent). Auffällig auch hier: 20 Prozent der Befragten geben keine Partei an, ein Anstieg um sechs Prozentpunkte im Vergleich zu vergangenem September.
Grafik: Parteikompetenzen bei Wirtschaft und sozialer Gerechtigkeit
ARD-DeutschlandTrend im Februar 2026: Parteikompetenzen bei Wirtschaft und sozialer Gerechtigkeit
Viele sind weiter unzufrieden mit Schwarz-Rot
Die Zufriedenheit mit der Bundesregierung bleibt gering. 78 Prozent der Befragten sind weniger oder gar nicht zufrieden mit Schwarz-Rot. 20 Prozent sind zufrieden, lediglich ein Prozent zeigt sich sehr zufrieden. Ausgeglichen ist das Stimmungsbild bei Anhängern der Union. Bei Unterstützern der SPD sind dagegen zwei Drittel unzufrieden mit der Arbeit der Bundesregierung. Bei den drei Oppositionsparteien im Bundestag – AfD, Grünen und Linken – überwiegt klar die Unzufriedenheit.
Grafik: Zufriedenheit mit der Bundesregierung
ARD-DeutschlandTrend im Februar 2026: Zufriedenheit mit der Bundesregierung
Freihandelsabkommen: Klare Mehrheit rechnet mit Vorteilen
Spätestens seit der Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump ist klar: Die EU braucht neue Handelspartner. Im ARD-DeutschlandTrend zeigen sich 66 Prozent der Befragten überzeugt, dass die Ausweitung von Freihandelsabkommen Vorteile bringt. Nur 17 Prozent rechnen mit Nachteilen. Interessant: Bei den Anhängern aller im Bundestag vertretener Parteien überwiegt die Zustimmung zu solchen Abkommen – am deutlichsten bei Unterstützern von Grünen und Union.
Grafik: Ausweitung von Freihandelsabkommen durch die EU
ARD-DeutschlandTrend im Februar 2026: Ausweitung von Freihandelsabkommen durch die EU
Der ARD-DeutschlandTrend
Für den aktuellen ARD-DeutschlandTrend befragte das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap vom 2. bis 4. Februar 2026 insgesamt 1.319 Wahlberechtigte in Deutschland (786 Telefoninterviews und 533 Online-Interviews). Es handelt sich um eine repräsentative Studie unter den Wahlberechtigten in Deutschland.
Infratest dimap weist darauf hin, dass die Sonntagsfrage zur Bundestagswahl aktuelle Parteipräferenzen misst und kein tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag final abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Viele Wähler legen sich kurzfristig vor einer Wahl fest.
- Zum Artikel: Wie funktionieren Studien und Wahlumfragen?
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