(Symbolbild) Mautstelle Schönberg auf der A13 Brennerautobahn
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Sven Hoppe

(Symbolbild) Am 30. Mai wird der Brenner von elf bis 19 Uhr wegen einer Demonstration gesperrt.

Per Mail sharen
Artikel mit Audio-InhaltenAudiobeitrag

Brenner-Blockade: Italien-Urlaubern droht Verkehrschaos

Pfingstferien sind Reisezeit: Traditionell sorgt das für lange Staus auf den Autobahnen, vor allem zu Beginn oder Ende der Ferien. Aber eine Sperre der Brennerautobahn am mittleren Ferienwochenende verursacht zusätzlich große Behinderungen.

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

Sowohl in Bayern als auch in Baden-Württemberg sind gerade Pfingstferien. Auf den Hauptrouten in Richtung Süden sorgt das erfahrungsgemäß für lange Staus und Wartezeiten an den Wochenenden, wenn viele Menschen in den Urlaub fahren oder zurückreisen. Und die Sperrung der Brenner-Route am mittleren Feriensamstag, 30. Mai, dürfte Reisende zusätzlich Nerven kosten, denn es ist einer der stärksten Reisetage des Jahres in Bayern.

Vollsperrung auf der Brennerautobahn

Wer geplant hatte, an diesem Wochenende über den Brenner nach Italien zu fahren (und auch umgekehrt), braucht einen Plan B: Denn am Samstag, den 30. Mai, ist eine Demonstration von Anwohnern der Brenner-Route genehmigt worden – sie findet von 11 bis 19 Uhr statt und richtet sich gegen die wachsende Verkehrsbelastung.

Gesperrt sein werden die A13 Brenner-Autobahn zwischen der Mautstelle Schönberg und dem Brenner sowie die B182 Brennerstraße und die L38 Ellbögener Straße – und das jeweils in beiden Fahrtrichtungen.

"Für Durchreisende ist es am 30. Mai nicht möglich, den Brennerkorridor zu nutzen", warnte die Landesregierung in Innsbruck. Tirol hat außerdem strenge Kontrollen durch die Polizei angekündigt. Transitreisende sollen am 30. Mai nicht bis an die Grenzen Tirols fahren, sondern bereits vorher großräumig auf Alternativrouten ausweichen. Das bedeutet auch: Selbst bekannte Ausweichstrecken oder "Schleichwege", die man von früheren Urlaubsfahrten kennt, werden an besagtem Samstag nicht funktionieren.

Grenzübergänge nach Tirol auch auf Nebenstrecken betroffen

Auf Grundlage der Informationen der Landesregierung Tirol (externer Link) rät auch die Polizei in Oberbayern dringend davon ab, am 30. Mai Fahrten in Richtung Tirol zu unternehmen, wenn sich das vermeiden lässt. Die wenigen zur Verfügung stehenden großräumigen Ausweichrouten, beispielsweise über die Tauernroute oder durch die Schweiz, werden ebenfalls stark überlastet sein. Dort ist mit erheblichen Einschränkungen und massiven Verzögerungen zu rechnen.

Bei Verkehrsüberlastung kommt es zu Verkehrsdosierungen an den Grenzen bei der Einfahrt nach Tirol, um ein vollkommenes Erliegen des Verkehrs in Tirol zu vermeiden und die Sicherheit im Land bestmöglich gewährleisten zu können. - Landesregierung Tirol

Das Land Tirol hat zur Bewältigung der Situation ein umfangreiches Verkehrskonzept erarbeitet, das bei Überlastung eine sogenannte Eskalationsstufe vorsieht – mit folgenden Konsequenzen für den Verkehr:

Sämtliche Grenzübergänge nach Tirol werden dosiert oder vollständig gesperrt. Die Maßnahme umfasst Autobahnen (A93), Landstraßen sowie alle kleineren Grenzübergänge, beginnend von Füssen (Fernpass) über Scharnitz bis zu den östlichen Übergängen. Wegen der zu erwartenden Überfüllung der Tauernroute sei auch damit zu rechnen, dass der Grenzübergang Walserberg nicht oder nur sehr eingeschränkt genutzt werden könne, teilt die Autobahn GmbH Südbayern mit. "Es ist grundsätzlich davon auszugehen, dass an diesem Tag keine reguläre Einreise nach Tirol möglich sein wird."

Auswärtiges Amt rät von Reisen ab

Inzwischen hat auch das Auswärtige Amt seine Reise- und Sicherheitshinweise für Österreich aktualisiert (externer Link). Aufgrund des Pfingstreiseverkehrs und der ohnehin erhöhten Verkehrsbelastung sei am 30. Mai in ganz Tirol mit Behinderungen zu rechnen. Mit massiven Staus und Wartezeiten vor den Sperrpunkten sowie verstärkten Verkehrskontrollen sei zu rechnen.

Es gibt keine Ausweichmöglichkeit. Auch an den Tagen vor und nach dem 30. Mai 2026 ist mit erhöhtem Verkehrsaufkommen zu rechnen. - Auswärtiges Amt.

Staugefahr auch vor und nach der Brenner-Sperrung

Wer ab dem 30. Mai Urlaub gebucht hat und für die Anreise den Brenner überqueren müsste, sollte sich nicht trotzdem auf den Weg machen – nach dem Motto "wird schon gut gehen". Wenn die Reise unvermeidbar ist, nicht verschoben werden kann und/oder eine längere Ausweichroute in Kauf genommen wird: Sorgen Sie vor, indem Sie an Proviant und Getränke im Auto denken. Auch ein voller Tank oder Akku vor der Abfahrt macht unter diesen Umständen unbedingt Sinn.

Kommt es zu Stau, denken Sie an die Rettungsgasse für die Einsatzfahrzeuge. Und: Nutzen Sie in Österreich die aktuellen Verkehrsinformationen, zum Beispiel vom ORF (externer Link) und des Autobahnbetreibers Asfinag (externer Link).

Liegt das Reiseziel in Tirol, ist An- und Abreise möglich. Allerdings ist bei Überlastung mit Stau zu rechnen. Es finden Kontrollen durch die Polizei statt, bei denen der Zielort nachgewiesen werden muss, etwa durch Buchungsbestätigungen.

Dieser Artikel ist erstmals am 21. Mai 2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel aktualisiert und erneut publiziert.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!