Gesundheitskarten verschiedener Krankenkassen
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Hausärzte und Sozialverband fordern weniger Krankenkassen

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Hausärzte und Sozialverband fordern weniger Krankenkassen

Der Sozialverband VDK fordert weniger gesetzliche Krankenkassen. Es sei nicht zu verstehen, dass sich Deutschland ein System von über 90 Krankenkassen leiste, kritisiert VDK-Präsidentin Bentele. Das koste Milliarden. Der Hausärzteverband stimmt zu.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio Nachrichten am .

Der Sozialverband VDK fordert weniger gesetzliche Krankenkassen: VDK-Präsidentin Verena Bentele sagte der Rheinischen Post (externer Link: möglicherweise Bezahl-Inhalt), es sei nicht zu verstehen, dass sich Deutschland ein System aus über 90 gesetzlichen Kassen leiste. Diese Kleinteiligkeit koste Milliarden, die nicht für die Versorgung der Patienten zur Verfügung stünden. Ähnlich argumentiert auch der Hausärzteverband.

Andere EU-Länder haben wesentlich weniger Krankenkassen

Zum Vergleich: Während es in Deutschland 93 Krankenkassen gibt (Quelle: GKV-Spitzenverband, Stand 1.1.2026) haben andere große EU-Länder wie Frankreich, Italien oder Polen nur eine Kasse, die für alle Patienten zuständig ist. Seit der Sozialversicherungsreform von Januar 2020 gibt es in Österreich nicht mehr 14, sondern nur noch fünf gesetzliche Krankenversicherungsträger (Quelle: ÖGK). In der Schweiz sind es nur ein Drittel soviele Krankenkassen wie in Deutschland. Stand Januar 2025 führen in der Schweiz 37 Versicherer die obligatorische Krankenpflegeversicherung durch. (Bundesamt für Gesundheit in der Schweiz)

Verwaltungskosten "dringend halbieren"

"Es wird Zeit, dass die Kassen endlich den Rotstift bei sich selbst ansetzen, statt immer nur bei der Versorgung ihrer Versicherten", so der Bundesvorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes, Markus Blumenthal-Beier, zur "Rheinischen Post".

Mittelfristig müssten die Kassen ihre Verwaltungskosten "dringend halbieren", sagte Blumenthal-Beier. "Die Krankenkassen können ja mal ihre Mitglieder fragen, wofür sie ihre Beiträge lieber zahlen: Dafür, dass sie auch in Zukunft noch eine Hausarztpraxis finden oder dafür, 90 Kassen zu finanzieren."

Holetschek: keine unnötigen Parallelstrukturen

Auch der CSU-Fraktionsvorsitzende im Bayerischen Landtag, Klaus Holetschek, wird von der Rheinischen Post zitiert. Er hält "eine Konsolidierung auf rund 20 bis 30 Kassen (...) ein realistisches und sinnvolles Ziel".

Die Versicherten erwarteten, dass ihr Beitragsgeld in gute Versorgung fließt – "und nicht in unnötige Parallelstrukturen", so Holetschek. Die Kassen seien gut beraten, "von sich aus verstärkt Synergien zu suchen, Kooperationen auszubauen und Zusammenschlüsse einzuleiten – bevor der Gesetzgeber handeln muss".

Mit Informationen von dpa und AFP

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