Veranstaltung beim diesjährigen Festival
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Bayern 2-WORTSPIELE-Preis 2026 für Oliwia Hälterlein

Die Autorin Oliwia Hälterlein ist zum Abschluss des Literatur-Festivals "WORTSPIELE" in München für ihren Roman "Wir Töchter" mit dem Bayern 2-WORTSPIELE-Preis 2026 ausgezeichnet worden. Der BR vergab den Literaturpreis am Freitagabend zum 23. Mal.

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Das Festival "WORTSPIELE" widmet sich der jungen deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Es fand in diesem Jahr zum 26. Mal statt. Bayern 2, das Kulturradio des Bayerischen Rundfunks, präsentiert das internationale Festival zum 23. Mal und vergibt seit Beginn der Medienpartnerschaft den Bayern 2-WORTSPIELE-Preis. Zu den Preisträgerinnen und Preisträgern vergangener Jahre gehören Regina Dürig, Dana von Suffrin, Antonia Baum, Jovana Reisinger, Matthias Nawrat und Daniela Dröscher. Nun wurde die Autorin Oliwia Hälterlein für ihren Roman "Wir Töchter" mit dem Bayern 2-WORTSPIELE-Preis 2026 ausgezeichnet.

Die Preisträgerin 2026

Oliwia Hälterlein nahm dieses Jahr als eine von 18 Autorinnen und Autoren am Festival Junger Literatur teil. In ihrem Romandebüt "Wir Töchter" (C.H. Beck) erzählt sie die Geschichte einer Familie in Polen und in Deutschland im 20. und frühen 21. Jahrhundert. Im Zentrum stehen die Frauen: Mütter, Töchter und Schwestern. Sie leben – auch eingedenk historischer Prozesse – "im Sand" und "auf zerriebener Zeit".

Oliwia Hälterlein wurde 1986 im polnischen Bydgoszcz geboren. Sie ist Autorin, Dramaturgin, Moderatorin und Dozentin und studierte Slawistik und Vergleichende Literatur-, Kultur- und Theaterwissenschaft in Salzburg, Krakau und Berlin und ist Absolventin des Deutschen Literaturinstituts in Leipzig (DLL). 2020 erschien ihr Essay "Das Jungfernhäutchen gibt es nicht" im Maro Verlag. "Wir Töchter" ist ihr Debütroman.

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"Wir Töchter" Buchcover

Ein poetischer Chor aus weiblichen Stimmen – Begründung der Jury:

Wie erzählt man von flüchtigen, alltäglichen Tätigkeiten? Was bleibt von denen, die weiblich codierte Kulturtechniken wie das Weben und Kochen und Putzen betreiben? Oliwia Hälterleins Roman "Wir Töchter" beginnt mit einem überzeitlichen, poetischen Chor aus weiblichen Stimmen, die sich der Vereinzelung entgegenstellen. So entsteht ein solidarischer Raum jenseits (patri-)linearer Ordnungen, in dem die Kulturtechnik des Webens zu einem literarischen Verfahren wird.

Einzelne Fäden des Chors werden im Verlauf des Textes immer wieder aufgegriffen und verbinden so die einzelnen Geschichten und Generationen, die sich zwischen Ländern und Sprachen bewegen. Dadurch werden einerseits einzelne Schicksale im Postmigrantischen und Prekären erzählt, andererseits ein verbindendes Moment geschaffen, das verschiedene Kulturräume, Sprachbarrieren und Ausgrenzungen überwindet. Dieser kunstvoll gewebte Text verbindet chorische, lyrische und prosaische Elemente zu einer außergewöhnlichen Vielstimmigkeit.

Die Jury

Der Jury gehörten in diesem Jahr an: der Schriftsteller Joshua Groß, BR-Kulturredakteurin Lili Ruge und die Literaturwissenschaftlerin Laura Schütz. Der Bayern 2-WORTSPIELE-Preis ist mit 2.000 Euro dotiert. Darüber hinaus erwartet die Gewinnerin ein einmonatiges Aufenthaltsstipendium im Goethe-Institut in Peking.

Der ausgezeichnete Text wird auf Bayern 2, in der Sendung "Salon" am 21. März 2026 um 14.05 Uhr, gesendet und im Bayern 2-Podcast "Buchgefühl – Gespräch und Lesung" in ARD Sounds sowie bei einer öffentlichen Lesung in Peking präsentiert.

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