Wie ein Selfie zum Sicherheitsrisiko werden kann (Symbolbild)
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Wie ein Selfie zum Sicherheitsrisiko werden kann (Symbolbild)

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Warum man keine Fotos von seinen Händen posten sollte

Ein Selfie mit Peace-Zeichen, ein Gruppenfoto oder ein Bild aus dem Urlaub: Was harmlos wirkt, kann zum Sicherheitsrisiko werden. Fingerabdrücke lassen sich mitunter aus Fotos rekonstruieren – auch mithilfe von KI. Worauf Sie achten sollten.

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

Wer ein Foto auf Social Media postet, will vermutlich schöne Momente einfangen. Und wer auf den Selfies den Daumen nach oben oder das Peace-Symbol in die Kamera hält, denkt wahrscheinlich nicht an biometrische Daten.

Dabei warnen Sicherheitsforscher inzwischen vor einem Problem, das wie aus einem Science-Fiction-Buch klingt: KI und moderne Bildbearbeitung können aus den Fotos Fingerabdrücke sichtbar machen und zum Beispiel mit einem 3D-Drucker rekonstruieren.

KI-Bildbearbeitung macht Details sichtbar

Besonders kritisch sind dabei Fotos, auf denen man Hände und Fingerkuppen gut erkennt. Sind die Fotos hochauflösend genug und stimmen Licht und Perspektive, können selbst die winzigen Linienstrukturen sichtbar werden.

Auch wenn die Bilder nicht in perfekter Qualität sind, können die Details des Fingerabdruck dank moderner KI-Bildbearbeitungsprogramme erkennbar werden. Sicherheitsexperten warnen deshalb davor (externer Link), dass Angreifer aus mehreren Bildern ein vollständiges Muster zusammensetzen und die Fingerabdrücke missbrauchen könnten. Zwar reicht dafür ein einzelnes Selfie selten aus. Doch je mehr Fotos zur Verfügung stehen, desto höher ist das Risiko.

Fingerabdrücke sind besonders sensibel

Fingerabdrücke gelten als biometrische Daten und sind damit besonders schützenswert. Viele Menschen nutzen sie heute zum Entsperren ihres Smartphones, für Banking-Apps oder andere digitale Zugänge. Gelangen solche Daten in die falschen Hände, lassen sie sich im Gegensatz zu einem Passwort nicht einfach ändern.

Zwar setzen moderne Geräte zusätzliche Sicherheitsmechanismen gegen gefälschte Fingerabdrücke ein. Experten warnen aber trotzdem davor, biometrische Daten leichtfertig preiszugeben. Denn je besser KI-Bildbearbeitung wird, desto wichtiger wird auch der bewusste Umgang mit Fotos im Netz.

Problem ist nicht neu

Ganz neu ist die Sorge jedoch nicht. Bereits 2008 hatte der Chaos Computer Club vor den Risiken biometrischer Daten gewarnt. Damals veröffentlichten Aktivisten den Fingerabdruck (externer Link) des damaligen Innenministers Wolfgang Schäuble, den sie von einem benutzten Wasserglas kopiert hatten. Der Club wollte damit zeigen, wie leicht sich Fingerabdrücke im Alltag abgreifen und nachbauen lassen können.

2014 demonstrierte der deutsche Hacker Jan Krissler (externer Link), dass sich Fingerabdrücke aus Pressefotos rekonstruieren lassen. Damals nutzte er hochauflösende Bilder der früheren deutschen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, um ihren Fingerabdruck nachzubauen. Dafür reichten ihm laut eigenen Angaben Fotos aus wenigen Metern Entfernung sowie Bildmaterial aus offiziellen Presseaufnahmen.

Worauf man achten sollte

  • Hände und Finger nicht in hoher Auflösung frontal zeigen
  • Nahaufnahmen vermeiden
  • sensible Bildbereiche unscharf machen
  • biometrische Verfahren möglichst zusätzlich mit PIN oder Passwort absichern

🎧 Wie verändert KI unser Leben? Und welche KI-Programme sind in meinem Alltag wirklich wichtig? Antworten auf diese und weitere Fragen diskutieren Gregor Schmalzried, Marie Kilg und Fritz Espenlaub jede Woche in "Der KI-Podcast" – dem Podcast von BR24 und SWR.

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