Die Welt in modernen Videospielen sieht oft bereits sehr eindrücklich aus: detaillierte Häuser, Straßen, ganze Städte. Doch vieles davon ist bis heute nur Kulisse. Türen bleiben verschlossen, Figuren wiederholen ständig dieselben Sätze und reagieren nur auf festgelegte Befehle. Genau das könnte sich durch Künstliche Intelligenz (KI) gerade ändern.
- Zum Artikel: Wer profitiert vom KI-Boom – und wer bleibt zurück?
Denn Spielefirmen experimentieren zunehmend mit KI-Systemen, die Spielwelten dynamischer und Figuren deutlich glaubwürdiger machen sollen. Statt Menübefehlen könnten Spieler bald ganz normal mit Charakteren sprechen – fast wie mit echten Menschen.
Spielfiguren verstehen Sprachbefehle
Wie das aussehen könnte, zeigt aktuell das Videospielunternehmen Ubisoft. Das Studio arbeitet an einem System, bei dem computergesteuerte Teamkollegen auf natürliche Sprache reagieren. In einer Demo sagt ein Spieler etwa: "Kannst du den Raum nebenan checken?" Die KI-Figur antwortet kurz und läuft tatsächlich los.
NPCs – also computergesteuerte Figuren – sollen nicht mehr nur feste Skripte abarbeiten, sondern flexibel auf Situationen reagieren können. Entwickler sprechen dabei von einer deutlich immersiveren Spielerfahrung. Wer spielt, soll sich weniger wie in einem starren System fühlen und mehr wie in einer echten Welt.
Technisch ist das allerdings kompliziert. Die KI muss verstehen, was gemeint ist, die Spielsituation interpretieren und sinnvoll reagieren. Außerdem müssen Entwickler verhindern, dass Figuren sich "dumm" verhalten oder völlig unpassend antworten.
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Spiele werden zum interaktiven Film
Noch futuristischer wirken neue Projekte wie Googles "Project Genie". Das Tool kann aus kurzen Textbeschreibungen begehbare 3D-Welten generieren. Darin können sich Nutzer direkt bewegen – die Umgebung entsteht dabei live im Hintergrund. Wer also schon immer gerne mit seinem Haustier den Mount Everest erklimmen wollte, kann das mit Project Genie tun.
Doch mit rund 250 US-Dollar im Monat ist Project Genie nicht wirklich günstig. Noch sind diese Welten technisch stark begrenzt. Die Demos laufen oft nur wenige Sekunden oder Minuten und wirken manchmal eher wie ein Traum als wie ein fertiges Spiel – zum Beispiel, wenn die KI die Gesetze der Physik außer Acht lässt.
KI wird zum Spieletester
Der Einfluss von KI endet aber nicht bei Figuren oder Welten. Entwickler sehen auch Potenzial bei der Produktion selbst. KI-Agenten könnten Spiele automatisch testen, Fehler finden oder Probleme erkennen.
Gerade kleinere Studios hoffen dadurch auf Unterstützung. Denn umfangreiche Tests kosten normalerweise viel Zeit und Geld. KI könnte Spiele tausendfach ausprobieren und Schwachstellen schneller entdecken als menschliche Tester.
Viele Gamer bleiben skeptisch
Trotzdem sorgt KI in der Gaming-Szene oft für Gegenwind. Unter Ankündigungen zu KI-Funktionen sammeln sich regelmäßig kritische Kommentare. Viele Spieler fürchten, dass menschliche Kreativität verdrängt werden könnte. Außerdem könnten Spiele irgendwann weniger wie bewusst erzählte Geschichten wirken und mehr wie automatisch generierte Inhalte ohne echte kreative Handschrift.
Dazu kommt Misstrauen gegenüber großen Tech-Konzernen und steigenden Hardwarekosten durch den KI-Boom. Für viele Gamer ist deshalb noch offen, ob KI Spiele wirklich besser macht – oder nur größer, automatisierter und reizloser.
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