Die Spielvereinigung Greuther Fürth hat sich gerettet. Mit einem 2:0 (1:0)-Sieg im Relegationsrückspiel gegen Rot-Weiss Essen, drehten die Mittelfranken vor heimischer Kulisse das 0:1 aus dem Hinspiel. Damit hat das Kleeblatt den Abstieg in die 3. Liga verhindert und spielt auch in der kommenden Saison in der 2. Bundesliga. Torwart Silas Prüfrock wurde neben den Torschützen Noel Futkeu (29.) und Branimir Hrgota (46.) zum Matchwinner.
Futkeus Prophezeihung
Viel stand auf dem Spiel. Extrem viel. Nicht nur der Ausgang einer gesamten Saison würde in diesem Relegationsspiel entschieden werden, sondern die Zukunft der beiden Vereine, die da aufeinandertrafen. Vereine, mit viel Tradition und Seele. Auf der einen Seite Rot-Weiss Essen, die nach 20 Jahren wieder in die 2. Bundesliga zurückkehren könnten. Auf der anderen Seite Fürth, Vorzeigeverein, Tabellenführer der ewigen Tabelle der 2. Bundesliga, der nach 29 Jahren wieder in die Drittklassigkeit abrutschen könnte.
"Wir werden das Ding zuhause ziehen", hatte Futkeu noch in seinem Geburtsort Essen prophezeit. Das erste richtig große Ding hatten allerdings die Gäste: Nach zehn Minuten war es Silas Prüfrock, der die Hoffnung der Fürther am Leben hielt. Swajkowski war nach einem Einwurf plötzlich am Ball, setzte sich durch und stand plötzlich allein 13 Meter vor Prüfrock. Der Keeper stürmte heraus, machte sich breit und verhinderte mit einem starken Reflex einen sehr frühen Nackenschlag (10.).
Futkeu trifft vor der Pause
Fürth hatte in der Anfangsphase mehr vom Spiel, doch spielte im Angriffsdrittel zu ungenau, schaffte es nicht, klare Chancen herauszuspielen. So war es passenderweise auch eine verunglückte Flanke von Dehm, die gefährlich wurde und an die Latte segelte (19.), die erste Annäherung an das Essener Tor.
Mit der ersten zielgerichteten Aktion stach Fürth dann direkt zu: Branimir Hrgota trug den Ball in den Essener Strafraum, bediente Felix Klaus, der den Ball erst verlor, sich wieder erkämpfte und zu Futkeu ablegte – und der ließ sich nicht zweimal bitten: Freistehend ließ der sich nicht zweimal bitten und erzielte aus kurzer Distanz das 1:0 – und somit den Ausgleich in Hin- und Rückspiel. In der Folge übernahm Fürth immer mehr das Spiel. Essen trat vor der Halbzeit nur noch durch ein Abseitstor in Erscheinung (36.). Die Hausherren drängten weiter, blieben jedoch wieder zu ungenau. So rettete Essen das 0:1 in die Pause.
Hrgotas Traumtor lässt Ronhof explodieren
Die zweite Halbzeit begann mit einem Knall. Und was für einem: Hrgota bekam in seinem letzten Spiel nach sieben Jahren beim Kleeblatt den Ball am Strafraumeck. Der Kapitän der Fürther zog leicht ins Zentrum und hämmerte aus halbrechter Position und recht spitzem Winkel ins lange Eck (46.). Das 2:0 ließ den Sportpark am Ronhof explodieren. Alles war angerichtet für die Feier des abgewendeten Abstiegs – und Fürth drückte weiter.
Doch genau in dieser Euphorie kam Essen plötzlich wieder vollkommen frei zum Torschuss: Michael Kostka trennten nur zehn Meter vom Tor, doch sein unbedrängter Schuss landete direkt in den Armen von Prüfrock (50.). Das Spiel verwandelte sich nun in einen wilden Schlagabtausch – bei dem Fürth deutlich mehr austeilte. Essens Keeper Jakob Golz parierte erst stark gegen Ltaief (52.), dann kam Futkeu aus zehn Metern nach einem Abpraller zum Schuss und scheiterte ebenfalls an Golz (56.).
Essen vergibt Riesenchancen
In der 69. Minute gab es wieder lauten Jubel der Fürth-Fans, aber nicht wegen eines Tors ihrer Mannschaft, sondern einer Entscheidung des VARs. Essens Potocnik hatte kurz zuvor das vermeintliche 2:1 erzielt, doch stand bei Hofmanns Flanke knapp im Abseits. Es war der Auftakt zu einer packenden Schlussphase.
Das Spiel wurde hitziger, Essen gefährlicher – und die mitgereisten Fans hatte in der 82. Minute erneut den Jubelschrei auf den Lippen. Nach einer langen Flanke kam der frühere Fürther Dickson Abiama zum Kopfball, der an den hechtenden Prüfrock vorbei an die Latte klatschte und von dort direkt zu Müsel. Der Essener entschied sich, den halbhohen Ball zu köpfen – und drückte ihn so in die Arme des blitzschnell reagierenden Prüfrocks. Das Fürther Tor schien vernagelt. Auch Mizuta verzog freistehend knapp (89.).
Immer wieder rannte Essen an. Sieben Minuten Nachspielzeit musste die Spielvereinigung überstehen. Die letzte Aktion, die es zu überstehen galt, war ein letzter Sturmlauf in der 99. Minute. Es war der Torjäger Futkeu, der sich noch einmal in den Zweikampf warf, den Ball erkämpfte und sich foulen ließ. Er hatte sein Versprechen erfüllt.
Im Video: Noel Futkeu im BR24Sport-Interview: "Bin überglücklich"
SpVgg Greuther Fürth - Rot-Weiss Essen
"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!


