Was auf den ersten Blick wie ein ganz normales Hockeytraining wirkt, ist in Bayern bislang einzigartig: Die Special-Hockey-Mannschaft der Hockey Gesellschaft Nürnberg. Seit knapp zwei Jahren gibt es das Team, in dem Menschen mit geistiger Beeinträchtigung regelmäßig zusammen trainieren. Für viele ist es der erste Kontakt mit der Sportart - und gleichzeitig der Einstieg in eine Gemeinschaft, die weit über den Platz hinausgeht.
Mehr als nur Training
"Ein Arbeitskollege hat es mir empfohlen, der ist in derselben Fußballmannschaft. Ich war erst Feldspieler und habe dann nach einem halben Jahr gemerkt, es fehlt ein Torhüter. Und da habe ich mir gedacht: Ich mach’s", erzählt Torwart Patrick Martin.
Sein Weg steht exemplarisch für viele in der Mannschaft: einfach ausprobieren, reinfinden - und dann dabeibleiben. Es geht raus aus dem Alltag - zu neuen Orten und neuen Erfahrungen: "Wenn man auf Turniere fährt, sich gegenseitig hilft, sich verbessert", sagt der Neu-Nationalspieler Kevin Bühling. Er gehört zu den Leistungsträgern im Team und ist "sehr stolz, es soweit geschafft zu haben".
Trainerin mit Erfahrung und Herz
Trainerin Cornelia "Neli" Schickendanz hat die Mannschaft aus eigener Initiative aufgebaut. Mit viel Geduld, Herz - und einer klaren Überzeugung, die sie auch persönlich antreibt: "Weil ich mit den Specials ganz schön viel Spaß habe und weil ich Hockey als eine Möglichkeit sehe, dass Menschen mit geistiger Beeinträchtigung Sport machen können. Und der Sport heißt nicht Fußball."
Schickendanz selbst kommt aus dem Hockey-Bereich, steht seit ihrem 17. Lebensjahr als Trainerin auf dem Platz, seit 16 Jahren arbeitet sie als Fachlehrerin mit Menschen mit geistiger Beeinträchtigung. Die Verbindung aus sportlicher Erfahrung und pädagogischem Hintergrund prägt auch die Arbeit mit dem Team.
Sportlich auf einem guten Weg
Und auch sportlich kann sich die Mannschaft sehen lassen: Demnächst geht es zu einem Turnier ins Saarland, zu den deutschen Special Olympics – dort zählen die Nürnberger sogar zu den Favoriten. Ein beachtlicher Schritt für ein Team, das erst seit knapp zwei Jahren besteht – und der zeigt, wie viel Potenzial in dem Projekt steckt.

