In der deutschen Autoindustrie hakt es nach wie vor: Hohe Energiepreise, ein schwächelnder Absatzmarkt in Asien, dazu aufstrebende Konkurrenz aus China und die erratische Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump verhageln den sonst so profitablen deutschen Herstellern die Absatzbilanzen. In einer anderen Branche läuft es dagegen glänzend – der Rüstungsproduktion. Seit Ausbruch des Ukrainekriegs und der damit verbundenen Zeitenwende in Europa sind die Auftragsbücher voll.
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Mercedes-Chef offen für Aufbau von Rüstungsproduktion
Viele Autozulieferer haben dieses mögliche Wachstumsfeld bereits für sich entdeckt. So hat etwa der mittelfränkische Konzern Schaeffler aus Herzogenaurach angekündigt, sein Geschäft im Verteidigungsbereich auszubauen. Jetzt scheint auch der Traditionshersteller Mercedes-Benz über einen Einstieg in den Rüstungssektor nachzudenken.
Källenius verweist auf zunehmend unberechenbare Welt
Im Interview mit dem "Wall Street Journal" (externer Link, möglicherweise Bezahlschranke) sagte Vorstandschef Ola Källenius: "Die Welt ist unberechenbarer geworden, und ich denke, es ist völlig klar, dass Europa seine Verteidigungsfähigkeit ausbauen muss." Sollte Mercedes dabei eine positive Rolle spielen können, wäre man dazu bereit, so der Top-Manager. Ein solcher Schritt müsse jedoch wirtschaftlich sinnvoll sein.
Rüstungsgeschäfte würden im Vergleich zur Autoproduktion zwar nur einen kleinen Anteil ausmachen, könnten aber eine wachsende Nische sein, die zum Geschäftsergebnis beitrage, sagte Källenius weiter. Eine offizielle Stellungnahme von Mercedes-Benz lag zunächst nicht vor. Die Marke mit dem berühmten Stern wäre allerdings nicht der erste deutsche Pkw-Hersteller, der mit Militärproduktion liebäugelt.
Volkswagen als Vorbild?
Vor dem Hintergrund steigender Verteidigungsausgaben erwägt laut Informationen der Nachrichtenagentur Reuters auch Europas größter Autobauer, der Volkswagen-Konzern, den Einstieg. Insidern zufolge soll VW derzeit mit dem israelischen Rüstungskonzern und Iron-Dome-Hersteller Rafael Advanced Systems über die Umrüstung seines Werks in Osnabrück für die Produktion von Raketenabwehrsystemen verhandeln. VW wies Pläne zum Bau von Waffen jedoch zurück.
Mit Informationen von Reuters
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