Ein Hepatitis-A-Virus, dargestellt auf einem Computer-Bildschirm
Bildrechte: picture-alliance/dpa

(Symbolbild) Risikogebiet Weihnachtsmarkt: Hepatitis A-Epidemie in Tschechien

Per Mail sharen
Artikel mit Audio-InhaltenAudiobeitrag

Hepatitis A: Impfung schützt vor der Reisegelbsucht

Tschechien kämpft aktuell mit einem massiven Anstieg an Hepatitis A-Infektionen. Als Hotspot gelten Weihnachtsmärkte. Was ist das für ein Virus? Wie wird es übertragen und wie kann man sich – neben einer Impfung – schützen?

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Hepatitis ist eine virale Entzündung der Leber, die weltweit verbreitet ist. Sie kommt in verschiedenen Formen vor und wird deshalb in die Typen A bis E eingeteilt. Je nach Hepatitis-Typ kann man sich über Lebensmittel, infiziertes Wasser, Blut und andere Körperflüssigkeiten anstecken. Dabei stellen Spritzen, Bluttransfusionen, Tätowierungen und Piercings ein Hepatitis-Risiko dar, wenn nicht auf Hygiene geachtet wird.

Was ist Hepatitis A und wie kann man sich anstecken?

In Europa tritt das Virus vor allem dort gehäuft auf, wo mangelhafte sanitäre Bedingungen herrschen und Trinkwasser oder Lebensmittel belastet sind – unter anderem im Mittelmeerraum sowie in Osteuropa.

Hepatitis A ist auch als Reisegelbsucht bekannt und verbreitet sich unter schlechten hygienischen Bedingungen über Nahrung, Getränke und Wasser aus. Infektionsgefahr droht zum Beispiel durch virusverseuchte Speisen wie Salat, ungeschältes Obst oder verunreinigtes Wasser, das zum Zähneputzen oder zur Bereitung von Speiseeis und Eiswürfeln verwendet wird.

Wasser wird zum Überträger des Hepatitis A-Virus, wenn es durch Exkremente verschmutzt ist. Man steckt sich mit Hepatitis A also meist fäkal-oral an – zum Beispiel über verunreinigtes Trinkwasser oder durch eine Schmierinfektion. Auch durch infizierte Meeresfrüchte kann man sich anstecken.

Was sind die Symptome von Hepatitis A?

Hepatitis A ist eine akute Infektion, die in der Regel innerhalb einiger Wochen oder Monate von selbst ausheilt. Die Symptome ähneln denen eines grippalen Infekts. In der Regel verläuft eine Erkrankung relativ harmlos und nicht tödlich, es kann aber auch zu schweren Verläufen mit längeren Krankenhausaufenthalten kommen.

Bei Kindern treten oft nur leichte Symptome auf, häufig bleibt die Krankheit sogar unbemerkt. Erwachsene leiden im akuten Stadium besonders an starker Müdigkeit, Schwäche, Übelkeit, Durchfall und Leistungseinbruch. An sich ist eine Infektion mit Hepatitis A eher harmlos und heilt meist problemlos aus – für Menschen mit Leberschäden kann sie jedoch lebensgefährlich werden.

Wem wird eine Impfung gegen Hepatitis A und B empfohlen?

Es gibt nur für Hepatitis A und Hepatitis B eine Impfung, die sowohl einzeln als auch in Kombination verimpft werden können. Hepatitis B ist eine der weltweit häufigsten Virusinfektionen und auch in Deutschland weit verbreitet. Die Übertragung erfolgt meist über Blut, Spermien und andere Körperflüssigkeiten.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) (externer Link) empfiehlt eine Impfung gegen Hepatitis A nicht generell, sondern nur für gefährdete Personen. Dazu gehören laut STIKO:

  • Personen mit Lebererkrankungen,
  • Personen mit einem Sexualverhalten mit hoher Infektionsgefährdung (zum Beispiel Männer, die Sex mit Männern haben),
  • Personen mit häufiger Übertragung von Blutbestandteilen (zum Beispiel bei Hämophilie),
  • Bewohner von psychiatrischen Einrichtungen oder vergleichbaren Fürsorgeeinrichtungen,
  • Reisende in Regionen mit hoher Hepatitis-A-Prävalenz,
  • Personen, die eine berufliche Gefährdung haben – wie zum Beispiel im Gesundheitsdienst oder in Kitas etc.

Wie wird eine Hepatitis A-Infektion behandelt?

Für Hepatitis A gibt es keine gezielte medikamentöse Behandlung. Stattdessen richtet sich die Therapie nach den auftretenden Beschwerden, etwa bei Übelkeit, Erbrechen oder grippeähnlichen Symptomen. Eine konsequente Bettruhe ist in den meisten Fällen nicht erforderlich.

Schutz vor Hepatitis A: "Peel it, cook it or forget it!"

Die Regel bei Reisen in Länder mit erhöhtem Hepatitis-A-Risiko sollte lauten: "Peel it, cook it or forget it!" (zu Deutsch: Schäl es, koch es oder vergiss es!) Wer sich nicht daran hält, muss mit Durchfallerkrankungen oder Leberentzündungen rechnen.

  • Vermeiden Sie alle ungekochten oder nicht durchgebratenen Nahrungsmittel sowie Früchte und Gemüse, die nicht geschält werden können.
  • Trinken bzw. essen Sie keine Rohmilch, Trinkwasser aus der Leitung, Eiswürfel und Speiseeis.
  • Vermeiden Sie Fleisch, Fisch und Schalentiere in rohem Zustand.
  • Risikofreie Getränke sind heißer Tee oder Kaffee sowie Bier, Wein und Getränke aus fest verkapselten Flaschen. (Quelle: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (externer Link)).

Hepatis A ist in Deutschland eine meldepflichtige Krankheit. Das RKI stellt die Meldedaten der Gesundheitsämter online zur Verfügung. Aktuell gibt es weder in Bayern noch in Sachsen einen auffälligen Anstieg der Fallzahlen – trotz der Vorfälle im Nachbarland Tschechien.

Die Top-Themen aus Europa - hier klicken!

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!