Symbolbild zum Vergleich: Das war C/2020 F3 (NEOWISE) über dem Hinterbrühler See im Jahr 2020. Wird Komet C/2026 A1 (MAPS) Anfang April 2026 ähnlich zu sehen sein?
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Symbolbild zum Vergleich: Das war Komet C/2020 F3 (NEOWISE), aufgenommen von Marco Sproviero. Wird Komet C/2026 A1 (MAPS) ähnlich zu sehen sein?

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Komet C/2026 A1 (MAPS): Bekommen wir "Osterkometen" zu sehen?

Über die Osterfeiertage könnte sich am Dämmerungshimmel ein seltenes Schauspiel bieten: Der Komet C/2026 A1 (MAPS) kommt der Sonne sehr, sehr nahe. Was dann passiert? Eine von zwei Möglichkeiten. Nur eine verspricht ein astronomisches Spektakel.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Wissen kompakt am .

Ab Samstag, 4. April, wird Marco Sproviero zur Abenddämmerung den Himmel knapp über dem Horizont absuchen. Dort, wo die Sonne gerade untergegangen ist. Ob er findet, was er sucht? Selbst Experten wie er, einer der Vorsitzenden der Beobachtergruppe Sternwarte Deutsches Museum, können es nicht mit Sicherheit sagen.

"Das ist jetzt tatsächlich das große Glücksspiel", sagt Sproviero im BR-Interview, wenige Tage, bevor der Komet C/2026 A1 (MAPS) sich der Sonne bis auf Haaresbreite – nach astronomischen Maßstäben – annähert: bis auf etwa 162.000 Kilometer oberhalb der Sonnenoberfläche.

Komet C/2026 A1 (MAPS): Wird er in Sonnennähe zerbrechen?

Entweder, der Komet schmilzt und zerbricht aufgrund der extrem heißen Bedingungen so nah an der Sonne. "Das könnte fatal ausgehen", ordnet Harald Krüger, Astrophysiker am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen, ein: "Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass der Komet nicht überlebt." Genau vorhersagen können die Wissenschaftler das nicht – dazu müssten sie die genaue Zusammensetzung des Kometen kennen.

Warum heißt der Komet C/2026 A1 (MAPS)?

Der Name des Kometen C/2026 A1 (MAPS) folgt einem festen Benennungsschema für Kometen: Das C steht für einen aperiodischen Kometen mit sehr langen Umlaufzeiten, 2026 und A1 für den Entdeckungszeitraum: die erste Januarhälfte dieses Jahres. MAPS bezeichnet das Beobachtungsprogramm, das von den vier Amateurastronomen Maury, Attard, Parrott und Signoret gegründet wurde.

Komet C/2026 A1 (MAPS): Kreutzkomet, Sonnenstreifer, Sonnenkratzer, sungrazer

Der Komet gehört zur sogenannten Kreutz-Gruppe, benannt nach dem deutschen Astronomen Heinrich Kreutz, der diese Kometengruppe zum ersten Mal beschrieben hat. Etwa 5.000 Kometen dieser Gruppe seien bekannt, sagt Krüger. Sie seien vor wahrscheinlich Tausenden von Jahren aus einem einzigen, 100 Kilometer großen Riesenkometen entstanden. Es sind sogenannte "Sonnenstreifer" oder "Sonnenkratzer", auf Englisch "sungrazer", die der Sonne sehr nah kommen.

Bildrechte: Gerald Rhemann und Michael Jäger
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Komet C/2026 A1 (MAPS), im Bild grün leuchtend, im Anflug Richtung Sonne. Aufgenommen von Gerald Rhemann und Michael Jäger am 23. März 2026

Wird Komet C/2026 A1 (MAPS) wie Vorgänger-Kometen beeindrucken?

Überlebt einer dieser Kometen, bekommen wir ein beeindruckendes Himmelsschauspiel zu sehen. Wie etwa C/2011 W3 (Lovejoy), der 2011 auf der Südhalbkugel mit bloßem Auge beobachtet werden konnte. Oder C/2020 F3 (NEOWISE), den Marco Sproviero 2020 fotografiert hat (Foto oben im Artikel).

Übersteht der Kern von Komet C/2026 A1 (MAPS) den Höllenritt, wird er anfangen zu leuchten, ein eher weiches, matschiges Licht in Sonnennähe. Beeindruckend könnte sein Schweif werden: Große Mengen an Gas und Staub, die von der Sonne weg ins All geschleudert werden. Aber Achtung: Bitte NIEMALS DIREKT IN DIE SONNE SCHAUEN!

Wo und wann wäre Komet C/2026 A1 (MAPS) zu sehen?

Vielleicht schon ab dem 4. April, aber auch die Tage danach, lohnt sich der Blick in den Nachthimmel. Am besten kurz nach Sonnenuntergang den Horizont absuchen. "Man darf niemals mit bloßem Auge oder noch schlimmer mit irgendwelchen Hilfsmittelferngläsern oder Teleskopen in die Sonne gucken, das ist für die Augen brandgefährlich", warnt Sproviero. Besser sei es, ein bisschen länger abzuwarten, bis die Sonne untergegangen ist.

"Dann kann man gefahrlos beobachten", sagt Sproviero. Am besten von einem guten Standpunkt aus mit freiem Blick nach Westen, dorthin, wo die Sonne eben untergegangen ist. Die hell leuchtende Venus hilft bei der Orientierung. Wer sich am Nachthimmel nicht orientieren kann, kann Sternkarten-Apps nutzen – oder hier in unserem Sternenhimmel nachlesen.

Komet C/2026 A1 (MAPS) aufspüren und zuschauen

Ob wir Komet C/2026 A1 (MAPS) sehen werden, hängt am Nachmittag des 4. April auch vom guten Wetter ab. Ein Blick in die "Webcam" des Sonnenteleskops SOHO von ESA und NASA [externer Link] lohnt sich – am besten über die Bilder LASCO C2 und C3. Dort kann man Komet C/2026 A1 (MAPS) aufspüren. Über die "Homepage" C/2026 A1 (MAPS) auf der NASA-Webseite [externer Link] lässt sich die berechnete Flugbahn nachverfolgen.

Schafft Komet C/2026 A1 (MAPS) es? Und wenn ja – was wird sich am Nachthimmel zeigen? Sollte Komet C/2026 A1 (MAPS) zerbrechen, gibt's noch eine tröstende Nachricht für Fans von Himmelsschauspielen: Am 12. August 2026 erwartet uns eine Sonnenfinsternis. Eine Reise nach Grönland, Island oder Spanien würde sich lohnen. Aber auch in Deutschland wird sie, als partielle Sonnenfinsternis, für ein Spektakel der Extraklasse sorgen.

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