Experten warnen immer wieder vor der Gesundheitsgefahr durch Zeckenstiche. Deshalb sollte man sich vor den Blutsaugern in Acht nehmen. Die beste Maßnahme ist, die Zecken so schnell wie möglich zu entfernen. Denn je länger die Zecke im Körper bleibt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie beispielsweise Borreliose-Bakterien oder FSME-Viren überträgt - sofern sie tatsächlich infiziert ist.
Eine Zecke muss möglichst schnell entfernt werden
"Gerade bei der Borreliose ist es sehr wichtig, wie schnell Sie die Zecken entfernen. Wenn Sie von einem Waldspaziergang nach Hause kommen, sollten Sie sich einfach absuchen. Die Zecken stechen nicht sofort zu, sondern wandern zunächst noch auf der Haut herum. Je schneller eine Zecke entfernt wird, auch wenn sie sich bereits festgesaugt hat, desto besser ist es. Die Borrelien werden erst nach etwa 12 bis 15 Stunden wirklich auf den Menschen übertragen", sagt Zeckenforscherin Ute Mackenstedt in Bayern 3 Update.
Aber keine Panik: Zecken sind wählerisch und machen sich zuerst auf die Suche nach dem idealen Ort - und zwar dort, wo die Haut warm und dünn ist: "Das ist vor allen Dingen der Haaransatz, das sind die Ohren, auch innerhalb der Ohren, das ist der Nacken, vielleicht auch das Dekolleté oder aber auch, wenn sie ein bisschen gekrabbelt sind, die Achselhöhle, die Kniekehle oder auch der Ellenbogen", sagt Internist Dr. Markus Tölle.
Deshalb sollte man bei jedem Spaziergang in der Natur ein Hilfsmittel mitnehmen, um gegebenenfalls schnell reagieren zu können.
Welche Hilfsmittel gibt es, um Zecken zu entfernen?
Im Handel gibt es zahlreiches Zubehör – von Zeckenzangen, Pinzetten, Zeckenschlingen bis hin zu sogenannten Zeckenkarten. Diese führt man flach über die Haut und schiebt die Zecke in die vorgesehene Aussparung. Dann hebt man sie langsam ab.
- Zeckenkarten sind zwar praktisch, da man sie gut zu den übrigen Karten ins Portemonnaie stecken kann, aber die vorhandenen Schlitze für unterschiedliche Zeckengrößen passen nicht in jedem Fall.
- Die Zeckenschlinge hat Ähnlichkeit mit einem Kugelschreiber. Anstelle der Mine schaut eine kleine Schlinge unten heraus, die hautnah um die Zecke gelegt wird. Der Schlaufendurchmesser wird durch Drücken eines Knopfes am oberen Ende des "Kugelschreibers" verkleinert, bis die Zecke abgezogen werden kann.
- Mit einer Pinzette liegt man immer richtig, um eine Zecke fachgerecht zu entfernen. Sie sollte schmale, nicht zu scharfe Enden haben, mit denen man die Zecke nahe der Hautoberfläche, also an ihrem Kopf, greift. Damit zieht man sie langsam, aber gleichmäßig und ohne zu drehen aus der Haut.
Ist es schlimm, wenn der Zeckenkopf stecken bleibt?
Scharfe Pinzetten sind nicht so gut geeignet, da sie dazu führen können, dass Teile des Kopfs oder des Saugapparats abreißen und in der Wunde verbleiben. Das ist an sich nicht schlimm, denn die Reste werden vom Körper in der Regel wieder abgestoßen. In seltenen Fällen kann es jedoch zu Entzündungen kommen. Dann sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Zecken nicht quetschen und keine "Hausmittel" verwenden
Wichtig ist bei allen Methoden, die Zecke nie an ihrem vollgesogenen Leib zu fassen oder zu drücken, denn dabei wird sie gequetscht und der "Inhalt" in die Blutbahn gedrückt. Trauen Sie sich die sichere Entfernung der Zecke nicht zu oder sitzt sie an einer Stelle, die Sie nicht selbst erreichen, wenden Sie sich an einen Arzt.
Auf gar keinen Fall sollte man die Zecke mit Öl oder Klebstoff beträufeln. Zwar sterben die Tiere dabei, doch im Todeskampf "übergeben" sie sich - und pumpen so die Borreliose-Erreger erst recht ins Blut.
Dieser Artikel ist erstmals am 4. August 2022 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel aktualisiert und erneut publiziert.
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