Experten warnen immer wieder vor der Gesundheitsgefahr durch Zeckenstiche, denn die Blutsauger können Krankheiten wie die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose übertragen. Ideal ist es, wenn Zecken gar nicht erst zustechen können. Mit einigen Tipps lässt sich das verhindern. Wenn es doch passiert, muss die Zecke zügig und sicher entfernt werden.
Wie und wo kann man sich eine Zecke einfangen?
Überall wo es Pflanzen gibt, gibt es auch Zecken. Sie klettern auf Grashalme oder in ein Gebüsch und warten darauf, dass ein Opfer sie mitstreift. Zecken finden sich übrigens nicht nur in Wald und Wiese.
Laut einer Studie sind sie nahezu überall zu finden, wo ein bisschen Grün wie Büsche oder Gräser sind - und damit eben auch in Stadtgärten oder Blumenrabatten. Schon bei kleinen Gartenarbeiten kann man sich eine Zecke einfangen.
Wie kann man sich vor Zecken schützen?
Am besten ist es, einen Zeckenstich von vorneherein zu vermeiden, und sich so vor Borreliose oder FSME zu schützen. Dazu gibt es einige Tipps:
- Wer sich auf einer ungemähten Wiese, im Unterholz oder im Gebüsch bewegt, ist besonders gefährdet. Die Hauptregel für dieses Terrain heißt daher: geschlossene Kleidung tragen - auch wenn das schweißtreibend sein kann.
- Lange Hose anziehen und am besten noch die Hose in die Socken stecken. Dann haben die Zecken einen langen Weg, bevor sie auf nackte Haut stoßen. Das gibt Zeit, die Blutsauger zu entdecken.
- Langärmeliges Oberteil mit Bündchen tragen, zum Beispiel Bluse oder Hemd. Auch oben schließen.
- Feste Schuhe anziehen, die über den Knöchel reichen.
- Auf heller Kleidung sehen Sie die Zecken besser und können Sie eventuell vor dem Zustechen noch entfernen.
- Anti-Zeckenmittel (Repellentien) verwenden. Die schützen für eine begrenzte Zeit ebenfalls. Tipp: Auch auf die Kleidung sprühen (vorher auf Fleckenbildung überprüfen).
- Auch wenn Sie diese Tipps beherzigen, sollten Sie sich unbedingt am Abend gezielt nach Zecken absuchen. Besonders wichtig ist das bei Kindern - weil diese besonders gerne im Unterholz umhertollen.
- Eine Dusche könnte herumsuchende Zecken auf der Haut ggf. abspülen, ersetzt das sorgfältige Absuchen aber in keinem Fall.
Zecken: Welche Körperstellen besonders betroffen sind
Zecken sind erst eine Weile auf der Suche nach der idealen Stelle, bevor sie zustechen: "Da die Wahl der Einstichstelle für das Überleben der Zecke von so hoher Bedeutung ist, sticht diese nicht sofort zu, wenn sie auf der Haut angelangt ist. Vielmehr läuft sie auch für längere Zeit auf dem Körper umher um eine passende Stichstelle zu finden. Dies kann bis zu einer Stunde oder länger dauern", schreibt das Robert Koch-Institut (RKI) (externer Link).
Laut RKI bevorzugen Zecken Stellen am Kopf (Haaransatz, Ohren) und geschützte Orte wie Hals, Achseln, Ellenbeuge, Bauchnabel, Genitalbereich oder Kniekehle. Zudem nehmen sie offenbar enganliegende Kleidung als sicher wahr, sodass sie auch im Hüftbereich am Hosenbund oder unter dem Uhrenarmband zustechen, so das RKI weiter.
Zecken schnell entfernen
Je länger die Zecke im Körper bleibt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie beispielsweise Borreliose-Bakterien oder FSME-Viren überträgt - sofern sie tatsächlich infiziert ist:
"Gerade bei der Borreliose ist es sehr wichtig, wie schnell Sie die Zecken entfernen. Wenn Sie von einem Waldspaziergang nach Hause kommen, sollten Sie sich einfach absuchen. Die Zecken stechen nicht sofort zu, sondern wandern zunächst noch auf der Haut herum.
Je schneller eine Zecke entfernt wird, auch wenn sie sich bereits festgesaugt hat, desto besser ist es. Die Borrelien werden erst nach etwa 12 bis 15 Stunden wirklich auf den Menschen übertragen", sagt Zeckenforscherin Ute Mackenstedt in Bayern 3 Update.
Im Video: Das sollte man über Zecken wissen
Eine Nahaufnahme von der Zeckenart Gemeiner Holzbock.
Dieser Artikel ist erstmals am 23. Juni 2023 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel aktualisiert und erneut publiziert.
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