Mitte Januar hatte das Deutsche Rote Kreuz (DRK) zur Blutspende aufgerufen. Der Grund: Feiertage, Winterwetter und die Krankheitswelle hätten bundesweit – aber vor allem in Norddeutschland – zu einem Rückgang der Blutspenden geführt. Bereits seit Anfang des Jahres sei die Situation angespannt. Aber wie ist die Lage in Bayern? Und was muss man bei einer Blutspende beachten? Wichtige Fragen und Antworten im Überblick:
Wie ist die aktuelle Lage um Blutspenden in Bayern?
In Bayern ist die Lage "erfreulicherweise sehr stabil", wie Christian Kohl vom Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) am Donnerstag im Interview mit BR24 sagte. Das bedeutet, dass das BRK gerade viele Terminreservierungen zu verbuchen habe. In Bayern gebe es also keinen Notstand, die Versorgung der Kliniken und der Patienten könne aktuell sichergestellt werden. Kohl spricht sogar von einer leichten Steigerung zu den Vorwochen in Bayern – vermutlich ausgelöst durch die Notstandsmeldung des DRK.
Dennoch rät Kohl zur Blutspende, denn die aktuelle Situation sei nur eine "Momentaufnahme". In Bayern würden jeden Tag 2.000 Blutspenden gebraucht. Faktoren wie beispielsweise schlechte Wetterbedingungen oder Krankheitswellen könnten sich "immer kurzfristig auf die Versorgung auswirken." Außerdem sind die Blutpräparate nur 42 Tage haltbar, so Kohl: "Die können nicht eingefroren werden, also für schlechte Zeiten zurückgelegt werden."
Benötigt werde das Blut vor allem für Krebstherapien: "Durch Chemotherapien wird das blutbildende System zerstört, das heißt, viele, viele dieser Patientinnen und Patienten sind auf Fremdblut angewiesen." Die Blutspenden werden aber auch in anderen Bereichen benötigt, unter anderem nach Unfällen oder bei Menschen mit Blutarmut.
Welche Voraussetzungen sind für eine Blutspende nötig?
Wer Blut spenden möchte, sollte sich laut Kohl gesund und fit fühlen. Außerdem müsse man mindestens 18 Jahre alt sein. Ein Höchstalter wurde hingegen aufgehoben – man sollte allerdings nach seinem eigenen Wohlbefinden schauen.
Daneben gebe es viele Kriterien, mit denen man nicht spenden darf, um "die Sicherheit der Präparate zu gewährleisten". Dazu würden unter anderem Medikamenteneinnahmen, frische Tattoos oder gewisse Urlaubsreisen gehören.
Um sich einen Überblick zu verschaffen, ob man die Kriterien für eine Blutspende erfüllt oder nicht, empfiehlt Kohl den "Spende-Check" und "Reise-Check" des Blutspendedienstes, der im Internet aufgerufen werden kann (externer Link). Die abschließende Entscheidung, ob man spendefähig ist, treffe aber der Arzt beim Spendentermin. Dieser schaue sich an, ob genug gegessen und getrunken wurde. Außerdem werde die Temperatur, der Blutdruck und der Hämoglobin-Wert gemessen.
Wie viel Blut wird abgenommen und wie lange dauert das?
Bei einer Vollblutspende – die häufigste Art der Blutspende – wird der Spenderin oder dem Spender 500 Milliliter abgenommen. Dies würde in der Regel 15 Minuten dauern. Insgesamt sollte man aber eine Stunde einplanen, empfiehlt Christian Kohl. Denn zunächst müsse man sich vor der Spende registrieren.
Und auch nach der Spende sollte man sich Zeit lassen, um etwas zu essen und zu trinken: "Dass der Kreislauf stabil ist und man auch sicher nach Hause kommt", so Kohl. Denn es gebe hin und wieder Leute, die mit Schwindel oder vereinzelt Übelkeit zu kämpfen hätten – darauf seien die Teams vor Ort besonders sensibilisiert. Außerdem empfiehlt Kohl, am Tag der Blutspende keinen Sport zu machen.
Bekommt man Geld für die Blutspende?
Die Blutspende ist unentgeltlich, so Kohl: "Das ist eine Spende. Blut ist ja ein Organ." Aus Sicht des Blutspendedienstes des BRK ist es besonders wichtig, dass dies "aus freien Stücken passiert." Dabei würden auch Sicherheitsaspekte eine gewisse Rolle spielen. Finanzielle Anreize könnten möglicherweise dazu führen, dass einige Menschen den Fragebogen vielleicht nicht ganz ehrlich ausfüllen, so Kohl.
Im Großen und Ganzen gehe es also um das Helfen. Aber im Anschluss an eine Spende gebe es einen kleinen Imbiss und eine kleine Aufmerksamkeit. Besonders wichtig ist Kohl das gute Gefühl nach einer Spende: "Das ist etwas, wo Leute darauf angewiesen sind, wo es keine künstlichen Alternativen gibt. Sondern mit der Spende rettet man wirklich Leben."
Mit Informationen von dpa.
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