Reservisten während des Heimatschutzeinsatzes im unterfränkischen Hammelburg.
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Reservisten üben im unterfränkischen Hammelburg für einen Einsatz im Heimatschutz.

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Bundeswehr im Umbau: Wie sich der Heimatschutz vorbereitet

Im vergangenen Jahr hat die Bundeswehr den Heimatschutz umstrukturiert. Im Falle eines Krieges sollen die Soldatinnen und Soldaten im Inland kritische Infrastruktur sichern. Die meisten von ihnen sind Reservisten. Wie sie den Ernstfall üben.

Über dieses Thema berichtet: Frankenschau aktuell am .

Eine zweispurige Straße durchteilt das Waldstück auf dem Truppenübungsplatz im unterfränkischen Hammelburg. Bundeswehrfahrzeuge stehen quer auf dem Asphalt, daneben Stacheldraht. Die Straße führt zu einem fiktiven Rastpunkt für Nato-Truppen. Soldaten in Flecktarn haben eine Sperre errichtet. Im Ernstfall sollen solche Checkpunkte zum Beispiel Waffenschmuggel verhindern, erklärt Feldwebel Michel. Der 41-Jährige bildet mit aus. Wie alle, die an der zweiwöchigen Übung teilnehmen, ist er Reservist. Im zivilen Leben arbeitet Michel in einer Bank. Für die Übung hat er frei bekommen.

Neue Division für den Heimatschutz

Um Michel und seine Kameraden zu schützen, soll der BR nur ihre Vornamen nennen. Sie dienen im Heimatschutzregiment 1 der Bundeswehr. In dem Regiment sind Kräfte aus Bayern und Baden-Württemberg organisiert. Die meisten Soldaten, die an der Übung in Hammelburg teilnehmen, kommen aus Unter- oder Mittelfranken.

Etwa 6.000 Personen umfasst der Heimatschutz insgesamt. Die Bundeswehr hat ihn im vergangenen Jahr umstrukturiert. Sie will den Heimatschutz stärken. Dafür wurde innerhalb des Heeres eine neue Division gegründet, also ein neuer Großverband. Zu der Division gehören sechs Regimenter, verteilt über das Bundesgebiet. Das Heimatschutzregiment 1, mit Sitz im mittelfränkischen Roth, ist eines davon.

Heimatschutz besteht hauptsächlich aus Reservisten

Die meisten Kräfte im Heimatschutz sind Reservisten, so wie Michel und seine Kameraden. Für den Fall eines Angriffs auf die Bundesrepublik oder Nato-Bündnispartner würden sie ihr ziviles Leben mit der Uniform tauschen. Sie sollen dann militärische Einrichtungen im Inland sichern. Auch in Krisensituationen wie bei Naturkatastrophen, Pandemien oder großflächigen Stromausfällen können die Heimatschützer eingesetzt werden.

Das macht die Ausbildung herausfordernd. Die Aufgaben sind vielfältig. Neben ihren zivilen Berufen bleibt wenig Zeit, um die Heimatschützer zu schulen. Etwa 15 bis 18 Tage pro Jahr sollten die Reservisten mindestens auf Übungen verbringen, heißt es aus dem Heimatschutzregiment 1. Für Ausbilder Michel macht das zugleich den Reiz der Reserve aus. Die Lernkurve sei steil: "Die verzichten jetzt für zwei Wochen auf Daheim, Familie, Freunde, Bekannte und Freizeit. Da wollen die auch viel dafür haben."

Zum Abschluss des Lehrgangs in Hammelburg müssen die Reservisten 36 Stunden lang den fiktiven Nato-Rastpunkt sichern. Währenddessen werden sie mit verschiedenen Szenarien konfrontiert. Einmal müssen sie zwei verwundete Kameraden aus einem Auto bergen. Später versammeln sich gewalttätige Demonstranten vor den Toren des Nato-Lagers.

Große Altersunterschiede, verschiedene Fertigkeiten

Vielfältig sind nicht nur die Aufgaben der Heimatschützer, sondern auch Alter und Können. Die Jüngsten sind Anfang 20, die Ältesten um die 60. Die meisten von ihnen haben bereits in der Vergangenheit gedient. So wie Michel, er war bei den Gebirgsjägern. Manche kommen aber auch ohne Vorkenntnisse zum Heimatschutz. Andreas aus Mittelfranken zum Beispiel. Er durchlief eine Schnellausbildung für Ungediente. Seine Entscheidung sei auch infolge der russischen Vollinvasion in der Ukraine gefallen. "Diese Freiheit, diese Demokratie, in der ich aufgewachsen bin, will ich verteidigen", sagt der Familienvater.

Die Fertigkeiten seien somit "sehr heterogen", sagt Major Philipp. Der Kompaniechef arbeitet im zivilen Leben im Sportmarketing. Alle Männer und Frauen auf einen ähnlichen Stand zu bringen – das bleibe fordernd. Doch auch er beobachte eine überdurchschnittliche Leistungsbereitschaft: "Wir haben hier Freiwillige, die sich herauslösen aus Familie und Beruf, hierhin kommen und sich ausbilden lassen. Die sind deshalb auch wissbegierig."

Zielmarke: 200.000 Reservisten in Deutschland

Hohe Motivation an der Basis; gleichzeitig liegt die Bundeswehr aber bei der Reserve unter ihrer Zielmarke. Bis 2033 will das Bundesverteidigungsministerium über 200.000 abrufbereite Reservisten verfügen. Rund 60.000 waren es im vergangenen Jahr.

Der Wehrbeauftragte des Bundestages fordert deshalb in seinem Jahresbericht (externer Link), bürokratische Hürden zu beseitigen. Es brauche Anreize, damit sich vor allem junge Soldaten nach ihrem aktiven Dienst in der Truppe engagieren. Auch durch den neuen Wehrdienst hoffen viele in der Truppe künftig auf mehr abrufbare Reservisten. Kompaniechef Philipp gibt sich dahingehend diplomatisch. Mehr Personal sei gut, um die eigenen Aufgaben zu erfüllen. Mit dem Leistungsniveau seiner Kompanie sei er dennoch zufrieden.

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