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Russland-Spione sollen Drohnen-Firma in Bayern ausgespäht haben

Zugriff in Nordrhein-Westfalen und Spanien: Die Bundesanwaltschaft hat zwei mutmaßliche Russland-Spione festnehmen lassen. Ihr Ziel soll ein Unternehmer aus Bayern gewesen sein, der Drohnen und dazugehörige Bauteile in die Ukraine liefert.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio Nachrichten am .

Die Bundesanwaltschaft hat in Nordrhein-Westfalen und Spanien zwei Menschen festnehmen lassen, die für einen russischen Geheimdienst spioniert haben sollen. Ziel der Spionage war den Angaben nach ein deutscher Unternehmer, der Drohnen und dazugehörige Bauteile in die Ukraine liefert. Nach Informationen von ARD-Hauptstadtstudio und SWR handelt es sich um einen Geschäftsmann aus Bayern, der ausgespäht wurde.

Drohnen-Firma aus Niederbayern als Ziel

Die Bundesanwaltschaft vermutet, dass diese Ausspähung im Auftrag Russlands erfolgte und einen Angriff auf den Mann vorbereiten sollte – möglicherweise sogar mit dem Ziel, ihn zu töten. Zunächst soll einer der beiden Beschuldigten, ein ukrainischer Staatsbürger, Videoaufnahmen der Firma in Niederbayern gemacht haben – wohl mit dem Ziel, den Ort auszukundschaften, vermuten die Ermittler. Als diese Aufnahmen bemerkt wurden, soll sich der Verdächtige aus Deutschland nach Spanien abgesetzt und die weitere Beobachtung an eine 45-jährige Frau aus Rumänien übergeben haben.

Vorwurf: Spionage für russischen Geheimdienst

Die Frau soll daraufhin sogar die Privatadresse des Geschäftsführers aufgesucht und dort ebenfalls Videoaufnahmen gemacht haben. Beide Beschuldigte wurden heute Morgen auf Antrag der Bundesanwaltschaft festgenommen: der Mann in der spanischen Region Alicante, die Frau in Rheine im Münsterland.

Ihnen wird Spionage für einen russischen Geheimdienst vorgeworfen. Die Frau wird am Mittwoch dem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe vorgeführt, für den Mann wurde ein europäischer Haftbefehl erwirkt, er dürfte in den kommenden Tagen von Spanien ausgeliefert werden. Auch die Wohnräume der beiden Verdächtigen wurden durchsucht.

Das bayerische Landeskriminalamt und das Bundesamt für Verfassungsschutz ermitteln in dem Fall. Spezialkräfte des LKA waren am Zugriff beteiligt. Welche Firma mutmaßlich ausspioniert wurde, ist noch nicht bekannt. In Niederbayern sind mehrere Rüstungsfirmen ansässig.

Kein Einzelfall – mehrere Gerichtsverfahren laufen

Die Bundesanwaltschaft hat schon mehrfach mutmaßliche Spione mit russischem Auftrag festnehmen lassen. Es laufen Gerichtsverfahren.

Der Verfassungsschutz beobachtet zudem eine Strategie russischer Akteure, für Spionage- oder Sabotageaktionen Menschen aus dem kleinkriminellen Milieu anzuwerben, die gegen Bezahlung Aufträge entgegennehmen.

Mit Informationen von dpa und AFP

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