Um 17 Uhr darf Erlangens neuer Oberbürgermeister Jörg Volleth (CSU) Premiere feiern und das erste Fass auf der Bergkirchweih anstechen. Er hoffe, es mit zwei bis drei Schlägen zu schaffen, sagte er BR24.
Ab 16.50 Uhr berichtet BR24 live vom Anstich der Erlanger Bergkirchweih. Der Livestream befindet sich über diesem Artikel.
Die bisherigen Versuche von Volleth bei Bierproben verliefen gemischt: Der Anstich auf dem "Striezi Keller" Anfang Mai ging komplett schief. Nicht nur brauchte Volleth viele Schläge, das Bier schäumte auch wie wild und schoss aus dem Fass auf die Gäste. Zusätzlich gingen noch mehrere Bierkrüge zu Bruch. Bei der Tucher-Bierprobe einige Tage später klappte es dann mit drei Schlägen.
Neues Highlight in 55 Metern Höhe
Egal wie der Anstich läuft, das Angebot bei der diesjährigen Bergkirchweih lässt auf feuchtfröhliche Tage hoffen. Im Zentrum stehen wie immer die Bierkeller, denn es wird auf den Kellern gefeiert. Sicher eine Besonderheit des Erlanger Bergs – lokal auch als "der Berch" bekannt: das Feiern im Freien, wie in einem großen Biergarten. Dieses Jahr soll der Bierpreis dabei stabil bleiben, heißt es von Wirten und Organisatoren – im vergangenen Jahr hatte die Maß je nach Keller im Schnitt 14 Euro gekostet.
Zwölf Festwirte gibt es, dazu kommen rund neunzig Schausteller. In diesem Jahr dreht sich ein neues Riesenrad über dem Festgelände. Der 55 Meter hohe "Eye Catcher" verspricht mit seinen 42 Kabinen mehr Komfort als seine Vorgänger. Was bleibt: Das Riesenrad ist das optische Wahrzeichen der Kirchweih und schon von Weitem zu sehen. Für Groß und Klein gibt es ein buntes Angebot, ob Karussell, Geisterbahn, Riesenkettenflieger oder Freefalltower. Für dringende Momente gibt es dieses Jahr einen übertragbaren Pinkelpass für fünf Euro, mit dem zehn Toilettengänge möglich sind.
Zwölf Songs sollen nicht gespielt werden
Aktuell wird über eine Liste von zwölf Liedern diskutiert, die nicht auf der Erlanger Bergkirchweih gespielt werden sollen. In einem Schreiben der Stadt an die Wirte heißt es: "Um gemeinsam eine respektvolle Atmosphäre und sicheres Feiern auf unserer Erlanger Bergkirchweih zu ermöglichen, bitten wir Sie, auf das Abspielen sexistischer und frauenfeindlicher Lieder zu verzichten." Beispiel sind das Donaulied – weil bestimmte Textstellen "sexualisierte Gewalt verharmlosen oder Gewaltfantasien ausdrücken". Solche Inhalte seien problematisch, da sie grenzüberschreitendes Verhalten normalisieren können.
Einige wundern sich, dass auch das Lied "Skandal im Sperrbezirk" von der Spider Murphy Gang auf der Liste steht. Die Begründung der Stadt: Das Lied stelle Sexarbeit als Unterhaltungsobjekt dar, enthalte stereotype, abwertende Begriffe und objektifiziere Frauen. Schon in den vergangenen Jahren gab es immer wieder Fälle, in denen die Wirte darum gebeten wurden, bestimmte Lieder nicht zu spielen – man habe da schon konstruktiv zusammengearbeitet.
Umfassendes Sicherheitskonzept
Der Erlanger Berg sei ein "schönes, familiäres" und "vor allem friedliches Fest", findet OB Volleth. Dafür sorgt nicht nur die Blaulichtfamilie. Auf dem Berg sind die Polizei, das Bayerische Rote Kreuz und der Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e. V. sowie Sicherheitsdienste präsent. Dazu gibt es einen "Safe Space" vom Frauennotruf Erlangen für die Sicherheit von Frauen und Mädchen, der sich außerhalb des Berggeländes befindet. Außerdem laufen Mitarbeitende des Frauennotrufs regelmäßig über das Gelände und sind bei Problemen ansprechbar.
Auch der After-Berg, also die große Party in der Stadt nach dem Zapfenstreich am Berg, ist im Blick der Organisatoren sowie der Weg zur Bergkirchweih. Dazu gibt es außerdem sogenanntes "Crowd-Management", heißt: Fest installierte Kameras analysieren die Menschenmassen. Sollte es zu Überfüllung bestimmter Bereiche kommen, können die Organisatoren eingreifen und gegebenenfalls Zugänge sperren und auf Social-Media-Kanälen warnen. Gleich am ersten Tag wird es einen Probealarm geben, um 20 Uhr ertönt eine Sirene.
Festwirte werben um mehr auswärtiges Publikum
In diesem Jahr hofft man auf Gäste nicht nur aus nächster Nähe, sondern auch aus dem weiter entfernten Umland, beispielsweise aus Fürth und Nürnberg. Dafür haben sich die Wirte zu einer Werbegemeinschaft zusammengeschlossen. Durch Plakatwerbung und Jingles im Radio sollen etwa auch ältere Menschen angesprochen werden.
Ziel ist es, nicht nur am sowieso beliebten Pfingstwochenende, sondern auch am zweiten Wochenende viele Gäste zu haben. Die Kirchweih (erstmals 1755 erwähnt) gilt als das "älteste Bierfest der Welt" und steht für Tradition, Familie, Frühschoppen und Blasmusik. Im Frühjahr wurde die Bergkirchweih ins Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.
Menschen drängeln sich auf der Erlanger Bergkirchweih
Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.
"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!



