Bei Sondierungsarbeiten im neuen Nürnberger Stadtteil Lichtenreuth ist am Mittwochmittag eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Sie wird noch heute Abend entschärft. Dafür müssen zahlreiche Menschen ihre Häuser verlassen.
Evakuierung: 450 Meter rund um den Fundort
Der Blindgänger liegt laut Stadt in drei Metern Tiefe, mittig zwischen der Dr. Luise-Herzberg-Straße und der Ingolstädter Straße. Es handle sich um eine 252 Kilogramm schwere amerikanische Fliegerbombe mit einem sogenannten Front- und Heckaufschlagzünder.
Der Evakuierungsradius werde 450 Meter betragen, teilte die Stadt mit. Von der Evakuierung, die gegen 19 Uhr begonnen hat, sind eine Tankstelle, ein Hotel und ein Teil der Oskar-von-Miller-Straße betroffen. Insgesamt müssen bis zu 370 Menschen laut Stadt ihre Wohnungen verlassen – und zwar im Bereich rund um die Münchener, Ingolstädter, Oskar-von-Miller- und Dr.-Luise-Herzberg-Straße. Rund 150 Einsatzkräfte sind hierfür vor Ort.
Für Betroffene wurde in der Meistersingerhalle eine Betreuungsstelle eingerichtet. Zwei Busse werden die Menschen dorthin bringen. Ein Bus fährt an der regulären Haltestelle vor dem Congress Hotel Mercure ab. Ein zweiter Bus fährt von einer temporär eingerichteten Haltestelle am südlichen Ende der Oskar-von-Miller-Straße ab.
Informationen für Betroffene: Heizungsbetrieb eingeschränkt
Außerdem hat die Stadt unter der Rufnummer 0911/64 37 58 88 ein Bürgertelefon eingerichtet. Die Karte und das Straßenverzeichnis zum Evakuierungsgebiet sind auf der Internetseite der Stadt Nürnberg [externer Link] einzusehen.
Ab 19.30 Uhr wird die Münchener Straße gesperrt. Dies betrifft die Münchener/Ecke Frankenstraße, die Münchener/Ecke Bauernfeindstraße und die Münchener/Ecke Karl-Schönleben-Straße.
Betroffen ist auch die Fernwärmeversorgung in dem Bereich: An der Westseite der Münchener Straße verläuft eine Fernwärmeleitung. Die Temperatur in der Leitung werde ab sofort von der N-Ergie heruntergefahren. Es könnte in den umliegenden Bereichen zu eingeschränkter Leistung beispielsweise bei der Heizung kommen, heißt es weiter.
Container-Schutzwall für Sprengung errichtet
Wegen der Entschärfung muss die Buslinie 53 unterbrochen werden. Sie fährt von Süden kommend nur bis zur Haltestelle Harnischschlag. Nach aktuellem Stand ist die U-Bahn nicht betroffen. Um die Fundstelle herum wird für die Entschärfung ein Schutzwall aus Containern errichtet.
Christian Scheibinger vom Sprengkommando Südbayern ist der Sprengmeister, sein Kollege Sebastian Rupp kommt vom Sprengkommando Nordbayern. Vor Ort sind neben den Sprengmeistern und der Feuerwehr auch die Polizei, zwei Hilfsorganisationen und ein Fachberater des Technischen Hilfswerks (THW).
Zuletzt mehrere Bombenfunde in Nürnberg
Erst vor wenigen Tagen war in dem neuen Nürnberger Stadtteil ein 450 Kilogramm schwere Blindgänger entdeckt und entschärft worden. Im November mussten nach einem Fliegerbombenfund in Nürnberg rund 21.000 Bewohner ihre Wohnungen verlassen.
Die Fliegerbombe, die Mittwochmittag in Nürnberg gefunden wurde, steckt im sandigen Boden.
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