Einsatzkräfte bekämpfen das Feuer einer Scheune in Eyrichshof, sie brennt lichterloh.
Bildrechte: Michael Will / Bayerisches Rotes Kreuz

Ein Großaufgebot von Einsatzkräften rückte zu dem Brand einer Halle in Eyrichshof an. Der mutmaßliche Brandstifter ist mittlerweile im Gefängnis.

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Tausende brennende Reifen bei Ebern: Verdächtiger in U-Haft

Nach einem Scheunenbrand mit bis zu 10.000 Reifen in Eyrichshof bei Ebern sitzt ein 26-Jähriger mittlerweile wegen des dringenden Tatverdachts auf Brandstiftung in Untersuchungshaft. Die Rauchwolke sorgte am Freitag stundenlang für Warnungen.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Mainfranken am .

Nach dem Großbrand einer Reifenscheune in Eyrichshof, einem Ortsteil von Ebern im Landkreis Haßberge, sitzt der mutmaßliche Brandstifter mittlerweile in Untersuchungshaft. Noch am Freitag hatte die Polizei den 26-jährigen Mann mit deutscher Staatsangehörigkeit festgenommen und einer Ermittlungsrichterin vorgeführt. Diese ordnete wegen des dringenden Tatverdachts der Brandstiftung Untersuchungshaft an.

Ermittler fanden schnell Anzeichen für Brandstiftung

Der Brand war am Freitag um etwa vier Uhr morgens in einer Scheune nahe der Schlossanlage Eyrichshof ausgebrochen. Als die ersten Einsatzkräfte eintrafen, stand die Scheune in der Schlossanlage bereits in Vollbrand. Durch die große Hitze entstand eine dichte, dunkle Rauchentwicklung. Ein Großaufgebot von Feuerwehr, THW und Polizei war im Einsatz.

Die Brandermittler fanden laut Polizeibericht schnell Anhaltspunkte für eine vorsätzliche Brandstiftung. Durch weitere Ermittlungen konnte die Polizei den 26-jährigen Tatverdächtigen dann vorläufig festnehmen. Die Ermittlungsrichterin ordnete wegen des dringenden Tatverdachts der vorsätzlichen Brandstiftung in drei Fällen, der versuchten Brandstiftung und der gemeinschädlichen Sachbeschädigung in drei Fällen Untersuchungshaft an. Die Kriminalpolizei Schweinfurt und die Staatsanwaltschaft Bamberg ermitteln weiter.

Stundenlange Warnung vor giftigem Rauch

In der brennenden Lagerhalle befanden sich nach Polizeiangaben bis zu 10.000 Reifen. Über Stunden war am Freitag eine dichte, tiefschwarze Rauchwolke über das Gebiet rund um das Schloss und in Richtung der umliegenden Ortsteile gezogen. Die Bevölkerung wurde per Warnmeldungen aufgefordert, das Gebiet zu meiden, Fenster und Türen geschlossen zu halten und Lüftungsanlagen abzuschalten.

Die Scheune brannte komplett ab. Das Feuer drohte nach Angaben der Polizei jedoch zu keinem Zeitpunkt auf andere Gebäude überzugreifen. Der entstandene Sachschaden wird derzeit auf rund 500.000 Euro geschätzt. Ein Feuerwehrmann wurde während der Löscharbeiten leicht verletzt, weil er Rauch eingeatmet hatte.

Feuerwehr ließ Reifenlager kontrolliert abbrennen

Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot mit über 100 Einsatzkräften an und brachte den Brand unter Kontrolle. Weil in der Scheune tausende Reifen lagerten, entschieden sich die Einsatzkräfte dafür, das Feuer kontrolliert abbrennen zu lassen. Dadurch sollte unter ständiger Beobachtung das Risiko von Umweltschäden bestmöglich minimiert werden.

Große Reifenbrände gelten generell als besonders schwierig. Reifen bestehen aus Gummi, Ölen und weiteren Zusatzstoffen und brennen sehr heiß. In dicht gestapelten Reifenhaufen können sich die Flammen tief ins Innere fressen und dort lange als Glutnester weiterbrennen, die nur schwer zu löschen sind. Die Feuerwehr war im Lauf des Freitags noch mit Nachsicherungsmaßnahmen und der Kontrolle verbliebener Glutnester beschäftigt.

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