Die Anzahl der Vögel in Bayerns Gärten geht weiter zurück. Dieser Negativtrend ist ein Ergebnis der 21. "Stunde der Wintervögel" des Landesbunds für Vogel- und Naturschutz (LBV) mit Sitz im mittelfränkischen Hiltpoltstein und seinem Partner NABU.
Vom 9. bis 11. Januar 2026 haben rund 29.600 Menschen in Bayern in mehr als 21.300 Gärten und Parks in Bayern die Wintervögel gezählt. Das Ergebnis: etwa 626.600 Tiere wurden gesichtet. Im Jahr zuvor waren rund 600.000 Wintervögel gemeldet worden. Allerdings haben sich an der diesjährigen Zählung 3.000 Menschen mehr beteiligt. Am deutlichsten sichtbar wird der Rückgang, wenn man sich die Zahl der Vögel ansieht, die pro Garten oder Park gezählt wurden. In diesem Jahr lag die Zahl bei 29 Vögeln - zwei weniger als im Jahr 2025.
Der Haussperling trägt die Krone
Die Top Ten der häufigsten Wintervögel ist laut LBV seit Jahren stabil mit nur geringfügigen Verschiebungen. Auch heuer führt der Haussperling die Liste an, gefolgt von Kohlmeise und Feldsperling. Dahinter tauschten Amsel und Blaumeise die Plätze – die Amsel rückt auf Rang vier vor. Es folgen Buchfink, Elster, Grünfink, Rotkehlchen und Rabenkrähe. Der Bergfink, der im vergangenen Jahr auf Platz sieben lag, ist wieder aus den Top Ten verschwunden: Er ließ sich heuer kaum in Bayern blicken.
Besondere Beobachtungen gab es von ziehenden Kranichen und Kormoranen, die wegen des Kälteeinbruchs nach eisfreien Gebieten suchten. Für Überraschung sorgten beim LBV einzelne Meldungen seltener Überwinterer wie Wiedehopf, Zippammer oder Brachvogel.
Gesucht: Lebensräume und Insekten
Das Ergebnis der Aktion bestätige einen seit Jahren anhaltenden Negativtrend bei Häufigkeit und Vielfalt der Gartenvögel, so die LBV-Biologin Angelika Nelson. Als Hauptursachen nennt sie den Verlust geeigneter Lebensräume und einen Mangel an Insekten.
Um die Entwicklung der Vogelwelt einschätzen zu können, findet die "Stunde der Wintervögel" jedes Jahr im Januar statt. "So können wir sehen, welche Vogelarten häufiger werden und welche vielleicht wegen einer Krankheit oder aus anderen Gründen weniger werden", so Angelika Nelson zum BR.
Die nächste Zählaktion, die "Stunde der Gartenvögel", findet vom 8. bis 10. Mai 2026 statt.
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