Getuntes Mofa beim Mofarennen.
Bildrechte: Conny Kleinschroth / BR

Bei der Rennserie des DMV-Mofa-Cup fahren getunte Mofas in verschiedenen Klassen.

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Mit Tuning von 25 auf 75 km/h – Mofas am Rande der Legalität

Wo für viele Mofaschrauber der Fahrspaß erst anfängt, schlägt die Polizei Alarm: Denn getunte Mofas dürfen nicht auf die Straße. Auch getunte E-Scooter nehmen zu. Was erlaubt ist, was nicht und wo sich Tuner so richtig austoben können.

Über dieses Thema berichtet: BR24 vor Ort am .

Gerade in ländlichen Gegenden, wie etwa dem Spessart, sind Mofas immer noch gefragt. Auch die Tuning-Szene ist hier sehr lebendig. In Garagen und Werkstätten schrauben Jugendliche und junge Erwachsene nächtelang an alten Zündapps, Puchs & Co., um aus 25 km/h "offiziell" bis zu 75 km/h auf der Rennstrecke rauszuholen.

Junge Kerle auf alten Mofas

Der 16-jährige Bela Väth fährt am liebsten mit der alten Zündapp seines Opas durch den Spessart. Das Mofa hat er auf dem Hof seiner Eltern gefunden. "Man sieht die Leute, wenn man im Dorf fährt. Die Leute kennen einen, die grüßen einen. Das ist das Schöne. Man fährt halt mit mehr Stil", sagt der Naturbursche.

Mit den Jungs und einem Mädel aus seinem Mofaclub, den "Schürhoagge" aus Esselbach, schraubt er an einer weiteren Zündapp, einer CS25, um sie zum Rennmofa umzubauen. Dem 16-jährigen Bela ist es egal, ob er am Rennmofa schraubt oder gemütlich mit 25 km/h durch die Landschaft zuckelt. Beides gibt ihm mehr als vorm Gaming-PC zu sitzen und zu zocken. Beim Schrauben lerne er immerhin was fürs Leben.

Fahrverbot für getunte Mofas

Auf der Straße oder auf dem Feldweg dürfen sie mit der getunten Zündapp jedoch nicht fahren. Denn Mofas müssen für den Betrieb auf öffentlichen Straßen einem genehmigten Typ entsprechen, für den es eine jeweilige Betriebserlaubnis braucht. Änderungen oder Umbauten ohne vorherige Abnahme durch einen Sachverständigen einer amtlich anerkannten Prüfinstitution, etwa wie dem TÜV, führen in der Regel dazu, dass die Betriebserlaubnis erlischt.

Was ist erlaubt, was nicht?

Verboten ist grundsätzlich alles, was zum Erlöschen der Betriebserlaubnis führt. Auch alles, was die Verkehrssicherheit beeinträchtigt oder andere Verkehrsteilnehmende gefährden könnte. Gleiches gilt für Veränderungen am Vergaser. Höhere Emissionswerte sowie lautere Geräusche sind nicht erlaubt.

Wer ohne gültige Betriebserlaubnis fährt oder ohne Zulassung unterwegs ist, dem drohen Bußgelder im oberen zwei- bis dreistelligen Bereich. Gegebenenfalls drohen sogar Punkte. Erlischt etwa die Betriebserlaubnis für ein Fahrzeug, weil die Verkehrssicherheit wesentlich beeinträchtigt ist, kostet es mindestens 90 Euro und einen Punkt. Neben Geldstrafen können sogar Haftstrafen und Fahrverbote verhängt werden. Manchmal wird das aufgemotzte Fahrzeug auch einkassiert.

Abgesperrte Rennstrecken oder abgeschlossene Privatgrundstücke gelten per Definition als "nicht öffentlicher Verkehrsraum". Hier dürfen getunte Mopeds, Mofas oder auch E-Scooter und Skateboards mit Elektromotor fahren.

Alternative: Rennstrecke

Ein Beispiel ist die Rennserie des Deutschen Motorsportverbands, der DMV-Mofa-Cup. Sie wird auf eigens dafür gebauten Strecken ausgetragen. Auch Bela und die "Schürhoagge" gehen dort an den Start. Die Idee dazu hatte Jürgen Gehre, ein ehemaliger Polizist. Er wollte den Jungs, die er in seiner Dienstzeit oft kontrollierte, einen Platz zum Austoben geben. "Irgendwo müssen die ja fahren", sagt er im Gespräch mit BR24.

Im Video: Bela und die "Schürhoagge" auf der Rennstrecke – überstehen sie den Marathon?

Unfälle mit Mofas

Bei den Rennen hat es bislang noch keine größeren Unfälle gegeben, sagt Rennleiter Jürgen Schmitt. Auf Bayerns Straßen sieht es etwas anders aus: Laut dem Bayerischen Innenministerium wurden im vergangenen Jahr 246 Verkehrsunfälle mit Mofas registriert. Dabei wurden 210 Personen verletzt – 31 davon schwer, 179 leicht. Ob dabei auch getunte Mofas eine Rolle gespielt haben, ist statistisch nicht erfasst.

Größeres Problem: Getunte E-Scooter

Insgesamt hat das illegale Tunen von Mofas jedoch abgenommen, teilt das Innenministerium mit. Zum einen, weil jetzt auch schon 15-Jährige Kleinkrafträder bis 45 km/h fahren dürfen. Zum anderen, weil E-Scooter und Pedelecs immer beliebter werden. Diese Fahrzeuge sind wesentlich leichter und ohne großes technisches Verständnis zu tunen. In Mittelfranken verunglückte ein E-Scooter-Fahrer schwer, weil die vordere Fahrwerksfeder gebrochen war. Seinen E-Scooter hatte er auf eine Spitzengeschwindigkeit von 60 km/h getunt und am Vorderrad einen zusätzlichen Motor angebracht.

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