Eines schickt Albert Kohl schon vorweg: Viel habe sich in seinem Berufsalltag seit der Diskussion ums neue Heizungsgesetz nicht verändert. Viele Kunden fragen zwar noch, ob sie ihren Gas- oder Ölkessel weiter betreiben können – entscheiden sich in der Beratung aber meist für Wärmepumpe oder Pelletheizung.
Fossiles Zeitalter "zu Ende" – Öl nicht mehr gefragt
Fossile Heizungen sehen viele als langfristig zu teuer an. Letztendlich sei jedem klar, dass das fossile Zeitalter "dann doch irgendwo zu Ende ist und die Kosten einfach weiter hochgehen werden", sagt der Heizungsbauer aus Bobingen. Der letzte neue Ölkessel sei bei ihm 2025 eingebaut worden, 2026 "noch kein einziger".
Kunden unsicher: Heizungsbauer setzt auf Beratung
Das politische Hin und Her habe viele Kunden verunsichert. Kohl setzt daher auf ausführliche Beratung: verschiedene Technik-Optionen, Szenarien für die nächsten Jahre – die Kundinnen und Kunden sollen dann bewusst entscheiden. Technisch sei in "99 von 100 Fällen" ein alternatives System machbar.
Auf Öl hätten die Leute "auch gar nicht mehr wirklich Lust. Es gibt noch die kleinen Ausnahmen, wo es einfach technisch nicht möglich ist, aktuell ein alternatives Heizsystem einzubauen." Aber das sei ein Fall von hundert, erklärt Kohl: "Bei allen anderen ist es irgendwo machbar."
Heizsystem an Haus und Geldbeutel anpassen
Trotzdem: Bei einer echten Havarie und knapper Kasse hält der Bobinger Heizungsfachmann es weiterhin für vertretbar, noch einmal eine Gas- oder Ölheizung einzubauen – idealerweise so, dass eventuell auch eine Hybridlösung mit Wärmepumpe möglich wird: "Dass dann ein gewisser Teil von der Energie über eine Wärmepumpe kommt und der Ölkessel nur noch im tiefsten Winter dazugeholt wird oder der Gaskessel", sagt Kohl. Entscheidend sei, das System an Haus und Geldbeutel anzupassen.
Technik der Wärmepumpe zukunftsfähig
Aber langfristig werde sich die bessere Technik am Markt durchsetzen – so, wie das Smartphone die alten Handys abgelöst habe. Kohl erklärt: "Es ist eine Technik, die komplett zukunftsfähig ist, und am Ende wird diese Technik dann auch wahrscheinlich diejenige sein, die das in ein paar Jahren dominiert."
Dieser Artikel ist erstmals am 11. Mai 2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.
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