Auch in diesem Jahr ziehen die Veranstalter eine positive Bilanz zur Bergkirchweih
Bildrechte: BR / Oliver Tubenauer

Feiern auf dem Entlas Keller auf der Erlanger Bergkirchweih

Per Mail sharen
Artikel mit Audio-InhaltenAudiobeitrag

"Rosi" war dabei: Positive Bilanz der Erlanger Bergkirchweih

Nach zwölf Tagen ist die 271. Erlanger Bergkirchweih am Montagabend zu Ende gegangen. Die Verantwortlichen der Stadt ziehen ein durchweg positives Fazit des Volksfestes. Auch der Liederlisten-Streit mit "Skandal im Sperrbezirk" wurde besänftigt.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Die Stimmung war gut und das Wetter ganz überwiegend traumhaft: Veranstalter und Sicherheitskräfte sind mit dem Verlauf der 271. Erlanger Bergkirchweih sehr zufrieden. Oberbürgermeister Jörg Volleth (CSU) nannte die Bergkirchweih das "Herzstück unseres Erlanger Festjahres", das Menschen zusammenbringe und Generationen verbinde. Er dankte allen Beteiligten für "zwölf friedliche und fröhliche Festtage". Sie gingen am Montag mit der symbolischen Beerdigung eines Fasses zu Ende.

Stolz auf die Anerkennung als "Immaterielles Kulturerbe"

Wirtschaftsreferent Konrad Beugel (CSU) betonte, die offizielle Auszeichnung als Immaterielles Kulturerbe im Bayerischen Landesverzeichnis gehöre den Generationen von Erlangern sowie den Festwirten und Schaustellern. In diesem Jahr wurde das Erlanger Volksfest in die Kulturerbe-Liste aufgenommen. Dies sei wichtiger als die Diskussion über Liedtexte. Die Stadt hatte eine Liste mit zwölf Liedern ausgegeben, die sie als sexistisch eingestuft hatte und empfohlen, diese Lieder auch nicht mehr zu spielen.

Revival für Rosi und "Skandal im Sperrbezirk"

Viele Partybands hielten sich auch an die Vorgabe, die die Stadt nicht als Verbotsliste missverstanden wissen wollte, sondern eher als Denkanstoß. Mit auf der Liste befand sich aber auch der alte Hit der Spider Murphy Gang "Skandal im Sperrbezirk". Zu unrecht, wie viele Musiker sagten, schließlich gehe es in dem Lied um Doppelmoral und nicht um die Diskriminierung von Frauen. Dementsprechend erlebte der "Skandal um Rosi" eine Art Revival: "Ich warte noch darauf, dass sich die Spider Murphy Gang bei uns dafür bedankt, dass das Lied so oft gespielt wurde", sagte Wirtschaftsreferent Beugel schmunzelnd dem BR.

Bands haben offenbar kein Problem mit der Liste

Die Liste tat der Stimmung auf den Kellern jedenfalls keinen Abbruch und die Bands schienen auch kein Problem damit zu haben, auf den einen oder anderen Song zu verzichten. Die Band React, die vier Abende auf dem Entlas Keller bestritten hat, zeigte sich jedenfalls gelassen, weil sich von den kritisierten Liedern ohnehin nur "Skandal im Sperrbezirk" auf ihrer Setliste befand. "Es ist ein Riesenthema für mich – nicht nur als Frau, sondern auch als Mutter von zwei Töchtern", sagte React-Sängerin Sarah dem BR.

Die Debatte sei wichtig, ob man mit Verboten kommen müsse, sei eine andere Frage, so die Frontfrau. "Aber bei uns geht es sowieso nur um die Rosi, was wir nicht für ein sexistisches Lied halten. Und deswegen wird es jeden Abend gespielt, weil wir es für ein ganz wichtiges Lied halten."

Friedlicher "Berg" mit bewährtem Sicherheitskonzept

Die Sicherheits- und Rettungskräfte berichten von einem ruhigen Verlauf der Kirchweih. Die Polizeiinspektion Erlangen-Stadt zeigte sich "insgesamt zufrieden", die Zahl der Einsätze habe sich auf dem Vorjahresniveau bewegt. Das Sicherheitskonzept habe sich "erneut bestens bewährt", so Inspektionsleiter Klaus Wild.

Das Bayerische Rote Kreuz und der Arbeiter-Samariter-Bund leisteten zusammen 856 Versorgungen, was dem Durchschnitt der Vorjahre entspreche. Die Feuerwehr verzeichnete 20 kleinere Einsätze. Auch der "Safe Space" für Frauen und Mädchen habe sich als Unterstützungsangebot bewährt.

Die 272. Erlanger Bergkirchweih findet vom 13. bis 24. Mai 2027 statt.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!