(Symbolbild) Ein Lebkuchenherz auf der Erlanger Bergkirchweih.
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(Symbolbild) Nicht alle Lieder sollen unreflektiert auf der Bergkirchweih von Feiernden gesungen werden.

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Skandal um Rosi? Debatte um Lieder auf Erlanger Bergkirchweih

Sollten bestimmte Lieder nicht gespielt werden, weil sie sexistisch und frauenfeindlich sind? Auf der Erlanger Bergkirchweih wird darüber diskutiert. Welche Lieder unerwünscht sind und wie die Gäste reagieren.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Franken am .

Kurz nach dem Start eines großen Volksfestes in Bayern gibt es eine Debatte um die Musikauswahl: Die Stadt Erlangen hat den Festwirten der Erlanger Bergkirchweih eine Liste mit zwölf Liedern zukommen lassen, die die städtische Gleichstellungsstelle als problematisch empfindet. In dem Brief werden die Wirte gebeten, auf diese Lieder zu verzichten. Neben dem "Donaulied", das in Erlangen bereits 2021 diskutiert wurde, steht auf der Liste auch der 80er-Jahre-Hit "Skandal im Sperrbezirk" von der Spider Murphy Gang.

Stadt hofft auf "Sensibilisierung"

Es handele sich nicht um eine Verbotsliste, betont die Stadt. Vielmehr sollten die Festwirte für frauenfeindliche, sexistische oder gewaltverherrlichende Texte "sensibilisiert" werden: "Die Liste dient der Sensibilisierung und soll dazu beitragen, dass die Bergkirchweih ein sicheres, respektvolles und fröhliches Fest für alle bleibt."

Bereits vor zwei Jahren war der Klassiker "L’Amour Toujours", der zur Kult-Hymne der politisch rechten Szene aufgestiegen ist, als unliebsames Lied benannt worden. Festwirte und Musiker hatten sich geeinigt, es nicht mehr zu spielen. Für das "Donaulied", das Anspielungen auf eine mögliche Vergewaltigung enthält, gab es bereits 2021 einen entsprechenden Stadtratsbeschluss.

Welche Lieder nicht gespielt werden sollen

Folgende weitere Titel stehen auf der Liste:

  • "Layla" (DJ Robin & Schürze)
  • "Nein heißt ja" (G. G. Anderson)
  • "Baby Bell" (Breitner)
  • "Joana (du geile Sau)" (Peter Wackel)
  • "Olé, wir fahr‘n in‘ Puff nach Barcelona" (3 Besoffskis / Micki Krause)
  • "20 Zentimeter" (Mirja Boes)
  • "Die Glöcknerin von Dingolfing" (Dorfrocker)
  • "Geh mal Bier holen" (Micki Krause)
  • "Deine Freundin" (SDP)
  • "Zehn nackte Friseusen" (Micki Krause).

Wirtshauskultur-Verein kritisiert Liste

Der "Verein zum Erhalt bayerischer Wirtshauskultur" mit Sitz in München kritisierte das Ansinnen der Stadt. Der Vorsitzende Franz Bergmüller, der zugleich AfD-Landtagsabgeordneter ist, beklagte "Musikzensur". Der FDP-Landesvorsitzende Matthias Fischbach spricht von "kuriosem Blacklisting".

Von "fast lächerlich" zu "nicht schlimm": So reagieren die Berg-Gäste

Bei einer nicht repräsentativen BR-Umfrage am Freitagabend reagieren die Berg-Gäste sehr unterschiedlich auf die Liste. So findet Schausteller Karlheinz gerade das Verbot von "Skandal im Sperrbezirk" "fast lächerlich". Der Hit sei ein Stück deutscher Kultur. Gast Thilo dagegen zeigte Verständnis dafür, dass sich Frauen bei manchen Liedern unwohl fühlen könnten: "Ich finde es gut, wenn man darauf hinweist."

Die Freundinnen Biggi und Clarissa hingegen sind sich uneins. Während Clarissa die Liste "übertrieben" findet, spricht sich ihre Freundin dafür aus: "Es ist nicht schlimm, wenn man darauf verzichtet. Man kann trotzdem Spaß haben."

Die Frage, welche Lieder bei Volksfesten gespielt werden sollen, ist längst nicht nur in Erlangen zum Dauerthema geworden. Vor einiger Zeit hat sich zum Beispiel die Stadt Würzburg wegen sexistischer Inhalte gegen das Abspielen von "Layla" ausgesprochen. Auch damals war die Entscheidung begleitet von Diskussionen.

Mit Informationen von dpa

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