Bootssteg am Ammersee (Symbolbild)
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Klare Mehrheit findet: Wer reich ist, soll mehr Steuern zahlen

Geringe und mittlere Einkommen weniger besteuern, Gutverdienende mehr zur Kasse bitten: Dafür sind 76 Prozent der Befragten im ARD-DeutschlandTrend. Die eigene Steuerbelastung empfinden 66 Prozent als zu hoch – bei Grünen-Anhängern ist es anders.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio Nachrichten am .

Gutverdienende sollten mehr Einkommenssteuer zahlen – dafür sprechen sich im neuen ARD-DeutschlandTrend 76 Prozent der Befragten aus. Gleichzeitig finden sie: Die Einkommenssteuer für geringe und mittlere Einkommen sollte sinken. Für 18 Prozent der Befragten würden diese beiden steuerlichen Anpassungen dagegen in die falsche Richtung gehen.

Die Zustimmungswerte zu einer solchen Reform der Einkommenssteuer sind bei den Anhängern aller im Bundestag vertretener Parteien hoch. Bei Grünen und Linken sind es je 90 Prozent, bei SPD-Unterstützenden 87 Prozent. Auch bei Anhängern von Union (76 Prozent) und AfD (66 Prozent) ist je eine deutliche Mehrheit dafür, Reiche bei der Einkommenssteuer stärker zu besteuern. Nicht gefragt wurde nach konkreten Definitionen von geringem, mittlerem und hohem Einkommen.

Ehegatten-Splitting abschaffen? 54 Prozent sind dagegen

Das Ehegatten-Splitting will dagegen die Mehrheit der Wahlberechtigten in Deutschland beibehalten. Für 54 Prozent ginge die Abschaffung in die falsche Richtung, für 32 Prozent in die richtige. Auch die kostenlose Mitversicherung für Ehepartner in der gesetzlichen Krankenversicherung will eine deutliche Mehrheit beibehalten – anders als von Schwarz-Rot erwogen.

Gefragt wurde in der repräsentativen Erhebung von Infratest dimap nach weiteren möglichen Reformen in der Arbeitsmarkt-, Steuer- und Sozialpolitik. 72 Prozent sind dafür, gesundheitsschädliche Stoffe wie Alkohol, Tabak oder Softdrinks stärker zu besteuern – diskutiert wird aktuell eine sogenannte Zuckersteuer. Nur ein kleiner bis sehr kleiner Teil der Befragten ist für höhere Zuzahlungen bei Medikamenten und Behandlungen sowie für eine höhere Mehrwertsteuer.

Beschleunigte Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen

Deutlich ist das Stimmungsbild bei der Frage, ob ausländische Berufsabschlüsse in Deutschland schneller anerkannt werden sollten, damit Asylbewerber schneller in Arbeit kommen. 74 Prozent finden: Das geht in die richtige Richtung. Bei den Anhängern der SPD sind es 92 Prozent, bei den Unterstützern der AfD mit 48 Prozent fast die Hälfte.

Grafik: Bewertung von Sozialstaatsreformen

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ARD-DeutschlandTrend im April 2026: Bewertung von Sozialstaatsreformen

Zwei Drittel finden, sie zahlen zu viel Steuern

Die eigene Steuerbelastung empfinden 66 Prozent der Befragten als zu hoch. Das sind zwölf Prozentpunkte mehr als im Mai 2014 – also vor rund zwölf Jahren. Aktuell finden 28 Prozent, dass sie angemessen viel Steuern zahlen. Zu niedrig findet die persönliche Steuerlast nur ein Prozent.

Allerdings gibt es deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Parteianhängern. Besonders hoch empfinden die eigene Steuerbelastung Anhänger der AfD. Bei den Unterstützern der Union sind es noch rund zwei Drittel. Dagegen bewertet die Mehrheit der Grünen-Anhänger die persönliche Steuerbelastung als angemessen. Bei Unterstützern der SPD sehen das immerhin 44 Prozent so.

Grafik: Persönliche Steuerbelastung

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ARD-DeutschlandTrend im April 2026: Persönliche Steuerbelastung

Interaktive Grafik: Die Sonntagsfrage seit Januar 2021

Der ARD-DeutschlandTrend

Für den aktuellen ARD-DeutschlandTrend befragte das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap vom 30. bis 31. März 2026 insgesamt 1.316 Wahlberechtigte in Deutschland (785 Telefoninterviews und 531 Online-Interviews). Es handelt sich um eine repräsentative Studie unter den Wahlberechtigten in Deutschland.

Infratest dimap weist darauf hin, dass die Sonntagsfrage zur Bundestagswahl aktuelle Parteipräferenzen misst und kein tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag final abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Viele Wähler legen sich kurzfristig vor einer Wahl fest.

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