Der Kölner Dom kostet ab 1. Juli zwölf Euro Eintritt für Touristen. Das gaben die Kirchenverantwortlichen am Dienstag bekannt.
Eintritt für Kölner Dom – mit Ausnahmen
Mit der Gebühr sollen Pflege, Schutz und Betrieb der Kathedrale sichergestellt werden. Wer zum Gottesdienst und zum persönlichen Gebet in den Dom kommt oder eine Kerze anzünden will, soll das weiterhin kostenfrei tun können. Dafür werden in Deutschlands wohl bekanntester Kirche verschiedene Zugangsbereiche geschaffen.
Über den Nordeingang beim Hauptbahnhof können Menschen nach wie vor einen kleinen Bereich des Doms gratis zum Beten betreten. Über den westlichen Haupteingang müsse man das Ticket lösen. Ob Menschen am Nordeingang tatsächlich beten wollen, werde man nicht überprüfen, teilte das Domkapitel mit. Touristen machen Dompropst Guido Assmann zufolge etwa 99 Prozent der Dom-Besucher aus.
Zudem soll der Dom jährlich an bestimmten Tagen kostenfrei für alle sein: vom 6. Januar (Fest der Heiligen Drei Könige) bis zum darauffolgenden Sonntag im Januar, am 1. Mai (Tag der Arbeit) und am 3. Oktober (Tag der Deutschen Einheit) sowie zur Dreikönigswallfahrt.
Auch einige bayerische Kirchen verlangen Eintritt
Bislang war der große Innenraum des Doms stets kostenlos zugänglich, Eintritt wurde aber bereits für die Schatzkammer oder auch den Aufstieg zur Aussichtsplattform verlangt. In Deutschland sind die meisten Kirchen frei zugänglich. Eine Ausnahme ist etwa der Berliner Dom. Ein Besichtigungsticket für die evangelische Kirche kostet 15 Euro.
Seit Mitte Mai müssen Erwachsene auch in der evangelischen Kirche Sankt Sebald in der Nürnberger Altstadt Eintritt zahlen. Fünf Euro werden fällig. Die Nachbargemeinde der Lorenzkirche plant das zumindest für dieses Jahr noch nicht. Die geschäftsführende Pfarrerin Claudia Voigt-Grabenstein teilte allerdings auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) mit, dass man sich auf die Zukunft hin überlegen werden müsse, wie die Gemeinde die kommenden Kosten der Sanierungsarbeiten werde stemmen können. "Der Gedanke eines Eintritts liegt da nah. Aber wir sind uns nicht sicher, ob wir unter dem Strich nicht doch mit freiwilligen Spenden besser fahren."
Andere evangelische Kirchen wie Sankt Jakob in Rothenburg ob der Tauber mit dem bekannten Heiligblut-Altar des Würzburger Schnitzkünstlers Tilman Riemenschneider erheben eine solche Gebühr schon länger. Bayerns evangelisch-lutherische Kirche erklärte aber, sie plane keinen flächendeckenden Eintritt für Kirchen; solche Modelle kämen – wenn überhaupt – nur für wenige, besonders stark touristisch frequentierte Kirchen infrage, bei denen Nutzung und Aufwand besonders groß seien.
Mit Informationen von dpa und AFP
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