Archivbild: Syrische Flüchtlinge am Flughafen Hannover
Bildrechte: picture alliance / dpa | Holger Hollemann

Es gibt immer mehr Asylbewerber, die mit finanzieller Hilfe aus Deutschland freiwillig in ihre Heimat zurückkehren.

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Mehr freiwillige Ausreisen von Asylsuchenden

Flugkosten und ein Starthilfegeld: Mithilfe des Förderprogramms des Bundes sind 2025 mehr Asylsuchende freiwillig in ihr Herkunftsland zurückgekehrt. Woran das gestiegene Interesse an einer Ausreise noch liegen könnte.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Es gibt immer mehr Asylbewerber, die mit finanzieller Hilfe aus Deutschland freiwillig in ihre Heimat zurückkehren. Das Förderprogramm des Bundes nutzten im vergangenen Jahr rund 16.500 Menschen, wie die Funke-Zeitungen unter Berufung auf das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) berichten. Das sind etwa 6.000 mehr als in den beiden Vorjahren.

Übernahme von Flugkosten und Starthilfegeld

Das Bamf unterstützt die freiwillige Ausreise von Asylbewerbern, indem unter anderem die Flugkosten sowie eine Starthilfe von 1.000 Euro pro Erwachsenen und 500 Euro für Minderjährige bezahlt werden. Einen Grund für den Anstieg sieht die Behörde darin, dass seit Januar 2025 wieder geförderte Ausreisen nach Syrien angeboten werden. Das Programm war wegen des Bürgerkriegs dort ausgesetzt worden.

Bis Ende Dezember reichten insgesamt 5.976 Personen einen Antrag für die Ausreise nach Syrien beim Bundesamt ein, von denen 3.678 Menschen bereits ausgereist sind, wie eine Behördensprecherin den Zeitungen sagte.

"Großes Interesse" von Syrern an Förderprogramm des Bundes

Mit dem sogenannten Reag-Garp-Programm (Reintegration and Emigration Programme for Asylum-Seekers in Germany/Government Assisted Repatriation Programme) fördert der Bund die freiwillige Rückkehr von Geflüchteten in ihre Herkunftsländer oder in Drittstaaten.

Gerade mit Blick auf Syrien als Zielland für die geförderte Ausreise stellt das Bundesamt ein "großes Interesse" fest, wie die Behördensprecherin den Zeitungen mitteilte. In die Türkei reisten im vergangenen Jahr demnach 4.432 Personen im Rahmen von Reag-Garp, 1.334 Menschen traten die Ausreise nach Russland an.

Schwerdtner kritisiert geförderte Ausreisen nach Syrien – Brantner lobt

Linken-Chefin Ines Schwerdtner kritisierte die geförderten Ausreisen nach Syrien scharf. Dort herrschten "nach wie vor bürgerkriegsähnlich Zustände", sagte sie in Berlin. Rückführungen oder Abschiebungen - sei es freiwillig oder gezwungen - in das Land, halte sie deshalb "im Moment für absolut unangemessen".

Anders positionieren sich die Grünen. "Eine freiwillige Rückkehr ist eine Möglichkeit, die wir als Grüne immer unterstützt haben", sagte Parteichefin Franziska Brantner. Sie gab jedoch zu bedenken, dass viele der Syrerinnen und Syrer hierzulande arbeiteten, davon auch viele in systemrelevanten Berufen.

Mit Informationen von dpa und epd.

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