In Deutschland breiten sich Infektionen mit dem Respiratorischen Synzytialvirus (RSV) aus. Die Zahl der an das Robert Koch-Institut (RKI) gemäß Infektionsschutzgesetz übermittelten RSV-Fälle ist in der vierten Meldewoche im Vergleich zur Vorwoche deutlich gestiegen. Besonders betroffen sind 1- bis 4-jährige Kinder. Das geht aus dem ARE-Bericht des RKI für die vierte Kalenderwoche (externer Link) hervor.
Auch die Belastung des Abwassers mit RSV ist weiter angestiegen. Abwasseranalysen liefern Hinweise darauf, wie stark Erreger tatsächlich in der Bevölkerung verbreitet sind, und die Dunkelziffer möglicher Infektionen sichtbar.
Infektionsgeschehen weiter von Influenzaviren bestimmt
Der Begriff ARE steht laut RKI für akute respiratorische Erkrankungen, also akute Atemwegsinfektionen, die durch verschiedene Viren ausgelöst werden können. Dazu zählen unter anderem Influenzaviren, SARS-CoV-2, Rhino- und Adenoviren sowie RS-Viren. Zwar ist die Aktivität akuter respiratorischer Erkrankungen in der vierten Kalenderwoche insgesamt angestiegen, sie bewegt sich jedoch weiterhin auf einem moderaten Niveau. Nach wie vor werden die ARE vor allem durch Influenzaviren bestimmt.
Respiratorischen Synzytialvirus: Was ist RSV?
RSV seht für "Respiratorisches Synzytialvirus". Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums (externer Link) handelt es sich um einen weltweit verbreiteten Erreger von akuten Atemwegserkrankungen. Infektionen mit RSV würden vor allem im Herbst und im Winter vorkommen. Laut RKI liege die "RSV-Saison" auf der nördlichen Halbkugel (externer Link) etwa zwischen Anfang Oktober und Mitte Mai.
Die "RSV-Welle" sei hingegen die Zeitspanne mit einer erhöhten RSV-Aktivität. In den vergangenen Jahren habe diese in der Regel im Dezember begonnen und drei bis vier Monate angehalten.
Welche Symptome ruft eine RSV-Infektion hervor?
Üblicherweise beginnt der Krankheitsverlauf laut RKI "mit Symptomen einer Infektion der oberen Atemwege wie Schnupfen und Husten, die sich zu Symptomen einer Infektion der unteren Atemwege entwickeln können." Bei Säuglingen könne sich die RSV-Erkrankung "als Entzündung der feinen Äste der unteren Atemwege (Bronchiolitis)" festsetzen.
Symptome könnten unter anderem ein schnelles, angestrengtes Atmen sein, außerdem Kraftlosigkeit oder Trinkschwäche, so das RKI. Bei Personen mit Vorerkrankungen bestehe außerdem ein erhöhtes Risiko für eine Lungenentzündung.
Wie gefährlich ist RSV?
Laut Bundesgesundheitsministerium kann eine Infektion mit RSV als leichte Atemwegsinfektion verlaufen. Möglich ist aber auch eine schwere Erkrankung der unteren Atemwege, so das Gesundheitsministerium: "Vor allem Säuglinge, insbesondere Frühgeborene und Säuglinge mit bestimmten Grunderkrankungen, sowie Erwachsene ab einem Alter von 75 Jahren und ältere Erwachsene mit bestimmten Grundkrankheiten haben ein erhöhtes Risiko, schwer an RSV-Infektionen zu erkranken." Infektion können also unterschiedlich schwer verlaufen, möglich sind auch Todesfälle, so das RKI.
RSV-Impfung möglich - passive Immunisierung für Säuglinge
Von der Ständigen Impfkommission (STIKO) wird eine einmalige RSV-Impfung für Menschen ab 75 Jahren empfohlen. Außerdem für Personen ab 60 Jahren, die eine schwere Grunderkrankung haben oder in einer Pflegeeinrichtung leben.
Für Neugeborene und Säuglinge empfiehlt die STIKO eine passive Immunisierung mit dem monoklonalen Antikörper Nirsevimab (Beyfortus; Sanofi). Die Immunisierung erfolgt einmalig und richtet sich nach der Geburtszeit des Kindes, um während der RSV-Saison Schutz zu gewährleisten. Kinder, die zwischen April und September geboren werden, erhalten die Antikörper im Herbst vor der Saison, während Kinder, die zwischen Oktober und März geboren werden, möglichst direkt nach der Geburt immunisiert werden sollen.
Dieser Schutz verhindert in der Regel eine schwer verlaufende RSV-Infektion während der ersten RSV-Saison, kann aber nicht verhindern, dass die Kinder später erneut infiziert werden. Allerdings verläuft eine spätere Infektion in der Regel milder, da die Atemwege dann schon besser entwickelt sind.
Lohnt sich jetzt noch eine Impfung gegen RSV?
Idealerweise sollte die RSV-Impfung vor Beginn der Saison, also zwischen Mitte Oktober und Mitte November, erfolgen, um rechtzeitig Schutz aufzubauen. Aber auch jetzt kann eine Impfung noch sinnvoll sein, da die RSV-Saison bis in den Mai reichen kann.
Bei Erwachsenen dauert es nach der Impfung in der Regel ein bis zwei Wochen, bis ein wirksamer Schutz aufgebaut ist.
Dieser Artikel ist erstmals am 26. Januar 2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel aktualisiert und erneut publiziert.
Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.
"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!


