Eine Mutter läuft mit ihrem Sohn an einem durch US-israelische Angriffe zerstörtem Gebäude in Teheran vorbei (Archivbild: 21.3.2026)
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Die Eskalationsspirale im Krieg der USA und Israels gegen den Iran dreht sich weiter.

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Trumps Ultimatum – Iran droht mit Gegenschlägen

Die Eskalationsspirale im Krieg der USA und Israels gegen den Iran dreht sich. In der Nacht sollte ein Ultimatum von US-Präsident Trump ablaufen, wonach der Iran die Straße von Hormus vollständig freigeben sollte. Doch Trump schwenkte abermals um.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-2-Nachrichten am .

Die wechselseitigen Drohungen zwischen dem Iran und den USA um Angriffe auf wichtige Infrastruktur reißen nicht ab. US-Präsident Donald Trump hatte in der Nacht zum Sonntag (MEZ) eine Frist von 48 Stunden gesetzt, innerhalb der die Blockade der Straße von Hormus aufgehoben werden müsse. Andernfalls wollten die USA iranische Kraftwerke angreifen. Daraufhin hatte Teheran mitgeteilt, dass die Meerenge sofort "komplett geschlossen" werde, sollten die USA ihre Drohungen wahrmachen.

Mittlerweile teilte US-Präsident Trump mit, dass das Ultimatum verlängert werde. Man befinde sich nach eigenen Worten in produktiven Gesprächen mit dem Iran über ein Ende der Kämpfe in den kommenden fünf Tagen. Er habe das Verteidigungsministerium angewiesen, alle Attacken auf Kraftwerke und die Energieinfrastruktur auszusetzen, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social (externer Link).

Blockade der Straße von Hormus: Trump und Iran drohen mit Angriffen auf Kraftwerke

Das iranische Staatsfernsehen veröffentlichte am Montagmorgen eine entsprechende Erklärung der paramilitärischen Revolutionsgarde. Demnach wolle der Iran im Falle eines US-Angriffs Vergeltungsmaßnahmen ergreifen und "Kraftwerke des Besatzungsregimes sowie Kraftwerke regionaler Länder, die US-Stützpunkte versorgen, ins Visier nehmen". Auch für die Wirtschaft, Industrie und Energieversorgung relevante Infrastruktur, an der US-Amerikaner beteiligt seien, solle angegriffen werden. "Zweifelt nicht daran, dass wir dies tun werden", hieß es. Für den Fall US-israelischer Angriffe auf seine Küstengebiete oder Inseln kündigte der Iran die Verlegung von Seeminen im Persischen Golf an.

Ölpreis steigt weiter

Der französische Präsident Emmanuel Macron warnte im Zusammenhang mit wechselseitigen Drohungen von Angriffen auf Energieinfrastruktur vor dem "Risiko einer unkontrollierbaren Eskalation". Macron schrieb auf X, er habe mit Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman gesprochen. Macron forderte alle Konfliktparteien auf, ein Moratorium für Angriffe auf Energie- und andere zivile Infrastrukturen einzuhalten, und drängte den Iran, den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus frei fließen zu lassen.

Die Ölpreise reagierten mit einem weiteren Preisanstieg auf das Ultimatum von Trump gegen den Iran. Rohöl der Sorte Brent mit Lieferung im Mai wurde am Montagmorgen bei 113,45 US-Dollar gehandelt und damit etwas mehr als ein Prozent höher als am Freitag. Seit Beginn der Angriffe der USA und Israels gegen den Iran hat sich Rohöl aus der Nordsee um etwa 57 Prozent verteuert. Marktbeobachter sprechen von einer wachsenden Unsicherheit von Anlegern am Ölmarkt durch die uneinheitliche Kommunikation des US-Präsidenten im Iran-Krieg. Kurz vor seinem Ultimatum an den Iran hatte Trump noch erklärt, er erwäge, die US-Militäreinsätze zu reduzieren.

Karte zur militärischen Lage im Nahen Osten

Israels Armee kündigt Ausweitung von Bodeneinsätzen im Libanon an

Das israelische Militär begann in der Nacht nach eigenen Angaben eine weitere umfassende Angriffswelle auf die iranische Infrastruktur in Teheran. Außerdem kündigte Israels Armee eine Ausweitung ihrer Bodeneinsätze gegen die proiranische Hisbollah-Miliz im Libanon an. Die vom Iran unterstützte Miliz intensivierte ihre Angriffe auf Israel. Hisbollah-Kämpfer hätten mit Raketen, Drohnen und Artillerie unter anderem israelische Soldaten und Fahrzeuge im Grenzgebiet angegriffen, teilte die Miliz mit.

EU-Rüstungskommissar fordert massive Investitionen in Luftverteidigung

Angesichts der Raketenangriffe des Iran auf Ziele im Nahen Osten und darüber hinaus forderte EU-Verteidigungskommissar Andrius Kubilius massive Investitionen in der Luftverteidigung der europäischen Staaten. "Wir müssen unsere Produktion zur Raketenabwehr massiv hochfahren", sagte Kubilius der "Augsburger Allgemeinen" (externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt). Er sorge sich als Konsequenz des Iran-Krieges um die europäische Luftverteidigung, dies gelte insbesondere auch für die Ukraine, fügte der frühere litauische Ministerpräsident hinzu. "Wir reden von den Patriot-Systemen, die die Ukrainer dringend brauchen, die gerade aber am Golf sehr gefragt sind", sagte er.

Zum Video: Iran-Krieg und Öl: Kommt der große Wirtschaftscrash?

Ein Mann mit Ölkanister gießt Öl auf die brennende Weltkugel.
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Stürzt Donald Trump mit seinem Iran-Krieg die Weltwirtschaft in den Abgrund?

Mit Informationen von dpa, AP, AFP, Reuters

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