Der Rapper Bad Bunny bei der diesjährigen Grammy-Verleihung
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Der Rapper Bad Bunny bei der diesjährigen Grammy-Verleihung

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Grammys 2026: Das sind die Gewinner

In Los Angeles sind die Grammys vergeben worden. Am häufigsten wurde der Rapper Kendrick Lamar ausgezeichnet, er gewann fünf Preise. Den Grammy für das "Album des Jahres" bekam Rapper Bad Bunny - und schreibt damit Geschichte.

Über dieses Thema berichtet: Bayern 2 Die Welt am Morgen am .

Der aus Puerto Rico stammende Rapper Bad Bunny hat mit "Debí tirar más fotos" den Grammy für das beste Album gewonnen. Es ist das erste Album komplett auf Spanisch, das diese Auszeichnung bekommt.

Der 31-Jährige setzte sich dabei unter anderem gegen den US-Rapper Kendrick Lamar und die US-Sängerin Lady Gaga durch. Zuvor konnte Bad Bunny bereits den Preis für das beste Música Urbana Album sowie den Preis für die beste Darbietung globaler Musik für seinen Song "EoO" gewinnen.

Auf "Debí tirar más fotos" mischt Bad Bunny moderne Beats mit traditionellen puerto-ricanischen Musikstilen. Das Album ist eine Hommage an seine Heimat Puerto Rico, es geht um Themen wie kulturelle Identität oder Kolonialismus.

Olivia Dean ist beste Nachwuchskünstlerin

Die Auszeichnung für den besten Song ging an Billie Eilish und ihren Bruder Finneas O'Connell mit "Wildflower". Beste Nachwuchskünstlerin wurde die britische Sängerin Olivia Dean. "Ich hätte nie wirklich gedacht, dass ich hier oben sein würde", sagte die 26-Jährige und kritisierte indirekt die aggressive Verschärfung der US-Einwanderungspolitik durch die Regierung von US-Präsident Donald Trump. Einer ihrer Großeltern sei auch Einwanderer gewesen, sagte Dean. "Ich bin das Produkt von Mut und diese Menschen verdienen es, gefeiert zu werden. Wir sind nichts ohne einander."

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Finneas und Billie Eilish bei der diesjährigen Grammy-Verleihung

Eine Verleihung im Zeichen der ICE-Kritik

Und Dean war nicht die einzige die Kritik übte. Denn insgesamt war die Veranstaltung geprägt vom Protest gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE. In seiner Dankesrede für den Preis für das beste Música Urbana Album kritisierte Bad Bunny die umstrittene Behörde scharf. "Bevor ich Gott danke, werde ich 'ICE out' ('ICE raus') sagen", sagte der Latino-Rapstar und erntete brandenden Beifall vom Publikum. "Wir sind keine Wilden, wir sind keine Tiere, wir sind keine Fremden: Wir sind Menschen und wir sind Amerikaner."

Und Musikerin Billie schloss sich der Kritik an: "So dankbar ich auch bin, ich habe ehrlich gesagt nicht das Bedürfnis, etwas anderes zu sagen als: Niemand ist illegal auf gestohlenem Land", sagte die 24-Jährige. Sie sei aber "voller Hoffnung" und habe das Gefühl, "dass wir einfach weiterkämpfen, unsere Stimme erheben und protestieren müssen. Unsere Stimmen sind wirklich wichtig, und die Menschen sind wichtig. 'Fuck ICE' ist alles, was ich sagen möchte".

Nach der Verleihung des Grammys an die Sängerin Billie Eilish witzelte Trevor Noah, der die Show in diesem Jahr zum letzten Mal moderierte, das sei eine Auszeichnung, die jeder wolle – "genau so sehr wie Trump Grönland will. Epsteins Insel ist weg. Er braucht eine neue, um mit Bill Clinton abzuhängen".

Kendrick Lamar räumt ab

Einen Rekord erreichte an diesem Abend Kendrick Lamar. Er ist nun der Rapper mit den meisten Auszeichnungen in der Geschichte der Preisverleihung und brach den bisherigen Rekord von Jay-Z. Jay-Z hält 25 Grammys. Nach seinen fünf Auszeichnungen unter anderem in der Kategorie "Bestes Rap-Album", "Aufnahme des Jahres" und bester "Rap-Song" kommt er nun auf insgesamt 27 Auszeichnungen.

Erstmals in der Geschichte der Grammys ausgezeichnet wurde ein K-Pop-Song. "Golden" aus dem Netflix-Erfolgsfilm "KPop Demon Hunters" bekam die Ehrung als bester für visuelle Medien geschriebener Song. Und auch der Dalai Lama hat seinen ersten Grammy gewonnen - für seine Erzählstimme. Er setzte sich mit dem Hörbuch "Meditations: The Reflections of His Holiness the Dalai Lama" durch.

Nach Kritik und Spott von Stars: Trump schimpft über Grammys

Nach so viel Kritik und Spott über ihn und die Politik seiner Regierung hat US-Präsident Donald Trump die Grammy-Gala und Moderator Trevor Noah beschimpft. Die Musikpreis-Verleihung sei "Müll" und "praktisch nicht anschaubar", schrieb Trump bei seinem Online-Sprachrohr Truth Social, Noah ein "totaler Verlierer" der kein Talent habe. Zudem drohte er ihm mit einer Klage wegen seines Spotts, dass Trump Grönland haben wolle, weil die Privatinsel von Jeffrey Epstein nicht mehr verfügbar sei.

Mit Material von dpa und AP

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