Die Münchner Gesellschaft "Narrhalla" verleiht jedes Jahr den Karl-Valentin-Orden. Die Liste der bisherigen Preisträger ist bunt, sie reicht von Christian Ude über Senta Berger, Iris Berben und Hape Kerkeling bis zu Markus Söder, Philipp Lahm, Andrea Gabalier, Bully Herbig, oder Monika Gruber – und im vergangenen Jahr Günther Jauch. Heuer geht der Orden an den Schauspieler, Synchronsprecher und Autor Christoph Maria Herbst.
Schon in seiner Schulzeit machte Herbst erste Ausflüge ins Kabarett und spielte Theater. Als Oberministrant und gelernter Bankkaufmann war er Gründungsmitglied eines Theaters in Wuppertal – und das hat ihn geprägt: "Ich bin geradezu konditioniert, Ensembleplayer zu sein, weil ich ja vom Theater komme – und auch eher vom kleinen oder mittelgroßen Theater. Und spätestens da wird dir ein divenhaftes Verhalten natürlich ausgetrieben."
Mit Anke Engelke auf die große Fernsehbühne
Nach Wuppertal kam dann die Ochsentour: Dinslaken, Stadttheater Bremerhaven, Metropol-Theater München, das Berliner Theater am Kurfürstendamm, Nibelungenfestspiele in Worms. Und das Fernsehen: "Sketch Up" und "Lady Kracher" mit Anke Engelke. Über die Zeit erzählt er: "Nach Anke Engelke war ich in der Schublade – das ist doch der Typ an der Seite von Anke Engelke – und dann war ich irgendwie in diesem komödiantischen Fach."
Nach Anke Engelke sei dann Ralf Husmann um die Ecke gekommen und habe zu ihm gesagt: "Ich hab da sowas vor, lies mal diesen Pitch durch, der Arbeitstitel war Stromberg – konnte ich erst gar nicht mit anfangen!"
Grimme-Preis für Comedy Serie "Stromberg"
Der Start der Comedy Serie "Stromberg" – mit Herbst als Bernd Stromberg. Dafür gab's neben vielen anderen Auszeichnungen auch einen Grimme-Preis. Mit der fiesen Persiflage auf politisch-unkorrekte Büro- und Cheffiguren nach dem Vorbild der britischen Serie "The Office" erspielte sich Herbst Kultstatus.
Von 2004 bis 2012 wurden 5 Staffeln der Serie ausgestrahlt, 2014 folgte dann – ermöglicht durch Crowdfunding – der Weg ins Kino mit "Stromberg – der Film". Und weil das so gut lief, setzte man im Dezember vergangenen Jahres erneut auf die Marke und Herbst war mit "Stromberg alles wie immer" erneut Publikumsliebling im Kino. Ein Mann wie übler Mundgeruch, lass doch mal den Papa ran.
Christoph Maria Herbst: Kein Comedian – dafür ein gefeierter Kinostar
Neben der Schauspielerei ist Herbst auch ein gefragter Synchronsprecher und war bei vielen Hörbuchproduktionen mit dabei. Und er ist neben anspruchsvollen Rollen in Arthaus-Filmen wie dem "Buchspazierer" gefragter Ensemble-Player unter anderem in Sönke Wortmanns Komödien-Reihe: "Der Vorname", "Der Nachname", "Der Spitzname".
Aber auf Komödienrollen – wie zuletzt in Marcus H. Rosenmüllers derzeitigem Kinoerfolg "Die Extrawurst" – möchte Christoph Maria Herbst gleichwohl nicht festgelegt werden. Auch wenn er nun den nach Karl Valentin benannten Orden erhält und sich wirklich über die Auszeichnung freut. Denn als "Comedian" sieht er sich gar nicht: "Ein Comedian ist für mich immer ein Stand-up-Comedian gewesen, wo man das Stand-up dann aber weg lässt." Ein Comedian stehe als Entertainer alleine vor dem Mikrofon und unterhalte die Leute, das habe er nie gemacht.
Verleihung des Karl-Valentin-Ordens am Samstagabend
Alles gut gelaufen – sagt Christoph Maria Herbst. Grund zur Klage hat er nicht: "'Das Wunder von Bernd', das wäre dann auch der Titel, wenn man mein Leben verfilmen würde. Der Titel meines Films." Die Verleihung des Karl-Valentin-Ordens findet Samstagabend im Deutschen Theater München im Rahmen des "Großen Narrhalla-Balls – Soirée Münchner Leben" statt.
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