Mikaela Shiffrin musste beim abschließenden Weltcup-Riesenslalom noch einmal richtig zittern. Am Ende sicherte sich die US-Amerikanerin aber zum sechsten Mal den Gesamtweltcup. Im norwegischen Hafjell kam Emma Aicher (Mahlstetten) ganz nah an die "Greatest of all times" heran.
Emma Aicher macht im ersten Durchgang Druck
Nach dem ersten Durchgang schien die Sensation plötzlich möglich. Emma Aicher, die das Rennen hätte gewinnen müssen, lag auf Platz drei, ihre Konkurrentin nur auf Rang 17 und damit nicht in den Punkten.
Im zweiten Lauf zeigte die 31-jährige Shiffrin aber keine Nerven und machte genügend Plätze gut, um nach 2016/2017, 2017/2018, 2018/2019, 2021/2022 und 2022/2023 erneut die große Kristallkugel zu gewinnen.
Valérie Grenier holt Tagessieg - Famose Saison für Aicher
Bei Aicher war anschließend die Luft raus: Nach einem groben Fahrfehler im Mittelteil fiel die 22-Jährige noch hinter Shiffrin auf Rang zwölf zurück. Auch wenn sie sich im Ziel ärgerte: Die Deutsch-Schwedin blickt auf eine famose Saison zurück und ist die zweitschnellste Frau im Alpin-Weltcup - mit nur 87 Punkten Rückstand auf Shiffrin.
"Ja, cool, dass ich bis zum Schluss mithalten konnte. Ich freue mich einfach über die guite Saison", sagte Aicher hinterher im ZDF. Ihre Rivalin hatte bei Servus TV ein paar warme Worte für die Deutsch-Schwedin: "Sie ist eine wirklich coole, junge Frau, eine coole Sportlerin und eine coole Person", sagte Shiffrin. "Wenn ich sie diese Saison gesehen habe, war ich immer inspiriert, wie sie solche Momente angeht."
Große Emotionen und Tränen bei Mikaela Shiffrin
Die Amerikanerin gestand zudem ein, nochmal nervös geworden zu sein. Der zweite Lauf sei dann aber deutlich besser gewesen als der erste. Der Sprung in die Punkte sei dann sehr emotional gewesen: "Zum ersten Mal seit den Olympischen Spielen habe ich geweint."
Den Tagessieg sicherte sich überraschend die Kanadierin Valérie Grenier, die das Rennen vor der Norwegerin Mina Fürst Holtmann (+ 0,43 Sekunden) und der Siegerin des Riesenslalom-Weltcups, Julia Scheib aus Österreich (+ 0,57), gewann.
Setzt Shiffrin ihre Karriere fort?
Sechs Gesamtweltcupsiege - das hatte vor Shiffrin nur die Österreicherin Annemarie Moser-Pröll geschafft. Ob Shiffrin in der kommenden Saison einen weiteren Anlauf auf die große Kugel nimmt, ist wahrscheinlich. Fragen nach einem möglichen Rücktritt hatte die mit 110 Weltcupsiegen erfolgreichste Skifahrerin aller Zeiten zuletzt nicht eindeutig beantwortet.
Slalom-Weltcup der Männer: McGrath gewinnt kleine Kristallkugel
Bei den Männern fiel in Hafjell die allerletzte Entscheidung der Saison im Slalom. Dank eines achten Platzes sicherte sich hier der Norweger Atle Lie McGrath die kleine Kristallkugel, also den Gewinn des Disziplinen-Weltcups. Er profitierte dabei vom Einfädler seines Kumpels Lucas Pinheiro Braathen (Brasilien), der tags zuvor den Riesenslalom-Weltcup gewonnen hatte und McGrath noch hätte verdrängen können.
Linus Straßer zum Saisonabschluss Neunter
Schnellster auf dem aufgeweichten Kurs in Hafjell wurde mit Timon Haugan ein anderer Norweger. Hinter ihm fuhren Loic Meillard (Schweiz/+ 0,44) und der Finne Eduard Hallberg (+ 1,03) aufs Podest.
Einen sehr versöhnlichen Saisonabschluss feierte Linus Straßer (München). Nach Rang 13 im ersten Durchgang fuhr der 33-Jährige im zweiten Lauf noch bis auf Platz neun nach vorne. Den Slalom-Weltcup beendete der beste deutsche Slalomfahrer auf Rang elf.

