Eigentlich wollte der TSV 1860 München sein 60. Jubiläum der 1966er-Meisterschaft feiern, doch aktuell plagen den Traditionsverein andere Dinge. Der Fußball-Drittligist zittert um seine Lizenz für die kommende Saison. Wie "Bild" berichtet, müssen die Löwen bis zum 3. Juni mit einer Summe von 2,7 Millionen Euro ihre Liquidität beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) nachweisen. Andernfalls droht dem Traditionsverein der Sturz in die Regionalliga.
Auch BR24Sport liegen Informationen vor, wonach die kommende Spielzeit finanziell nicht abgesichert ist. In der Vergangenheit hatte der umstrittene Investor Hasan Ismaik Fehlbeträge stets ausgeglichen. Ob er nach dem gescheiterten Verkauf seiner Anteile im Sommer vergangenen Jahres erneut einspringt, erscheint bislang fraglich.
Ismaik kündigt Darlehen - 1860 kann Gehälter nicht mehr zahlen
Laut der "Süddeutschen Zeitung" soll Ismaik kurzfristig die Darlehensverträge wegen angeblicher Verstöße der Geschäftsführung gegen die Berichterstattungspflichten gekündigt haben. Ein entsprechendes Schreiben liegt der "SZ" vor. Manfred Paula, Geschäftsführer der Profifußball-KGaA plane laut "SZ" gegen die Darlehenskündigung juristisch vorzugehen und wies die Vorwürfe zurück. Er erklärte die dramatischen Auswirkungen der Geschehnisse: "Wir weisen die Kündigung als unwirksam zurück. Wir können aufgrund der Kündigung und der aufgestellten Forderungen nicht mehr von einer Durchfinanzierung ausgehen und wechseln vorsorglich in die Notgeschäftsführung. Wir können bis auf Weiteres keine Zahlungen leisten, auch keine Gehaltszahlungen."
Hitzlsperger als Heilsbringer?
Schon länger kursieren Gerüchte, wonach eine Investoren-Gruppe um den ehemaligen Nationalspieler Thomas Hitzlsperger an einem Einstieg interessiert sei.
Der ehemalige Nationalspieler bestätigte in Blickpunkt Sport im BR Fernsehen, dass es entsprechende Gespräche gab. "Das Interesse ist da", sagte Hitzlsperger. "Wir haben schon mit vielen Leuten gesprochen - aus dem Verein, aber auch von Hasan Ismaiks Vertretern. Eines kann ich schon sagen: Egal, mit wem wir es zu tun hatten, das waren konstruktive Gespräche. Da kann ich nur Gutes berichten." Trotzdem sei Hitzlsperger bewusst, "dass es bei Sechzig, so wie sie aktuell dastehen, nicht auf allen Ebenen ein Miteinander ist, dass es sehr sehr kompliziert ist."
Erneuter Zwangsabstieg in die Regionalliga Bayern droht
Fakt ist: Der TSV 1860 lebt seit Jahren am finanziellen Limit. Die Abhängigkeit von Ismaik ist hoch. Aber ohne Finanzzusagen droht die Lizenzverweigerung und ein erneuter Zwangsabstieg in die Regionalliga - wie schon 2017: Nach dem sportlichen Abstieg aus der 2. Bundesliga konnte 1860 die wirtschaftlichen Anforderungen für die 3. Liga nicht erfüllen. Die Folge war die Verweigerung der Lizenz und der Zwangsabstieg in die Regionalliga Bayern.
Gegenüber BR24Sport war der DFB nicht zu einer Stellungnahme bereit.
Video: Hitzlsperger bestätigt Interesse am TSV 1860 München
Thomas Hitzlsperger in Blickpunkt Sport
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