Miroslav Klose
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Nur der Salto fehlt: Klose schlägt in Nürnberg voll ein

Beim 1. FC Nürnberg ist der Trainer der Star: Miroslav Klose steht beim Club an der Seitenlinie. Mit einem jungen Team versucht der Weltmeister von 2014 ein Fundament für zukünftige Erfolge zu legen. Bei Blickpunkt Sport spricht er über das Projekt.

Über dieses Thema berichtet: Blickpunkt Sport am .

Seinem Markenzeichen hat Miroslav Klose mittlerweile abgeschworen. "Das nächste Krankenhaus ist zu weit weg", grinste er bei Blickpunkt Sport auf die Frage, ob er noch einmal einen Salto zeigen wird.

Klose über Nürnberg: "Wir brauchen einfach Zeit"

Der Weltmeister von 2014 gibt sich keinen Illusionen über sein Alter hin. Beweisen muss er sowieso niemandem mehr etwas. Der Hang zum Realismus ist eine Qualität, die ihm auch bei seinem Job als Trainer des 1. FC Nürnberg in der 2. Bundesliga hilft.

Er weiß, dass die Bäume bei den Franken nicht in den Himmel wachsen. Geduld ist gefragt, um den Verein zurück in die Erstklassigkeit zu führen. "Wir haben dieses Jahr wieder eine sehr junge Mannschaft und die machen Fehler. Das ist ganz normal. Wir sind dran, mit den Jungs zu arbeiten. Wir brauchen einfach Zeit", weiß Klose.

Zeit als Jugendtrainer hilft Klose

Sein Motto: Ruhe bewahren. Das Ziel? Der Achterbahnfahrt der laufenden Saison langsam aber sicher die Tiefen zu nehmen, damit es irgendwann nur noch nach oben geht. Dabei baut er auch auf die Erfahrungen aus seinen Anfängen als Jugendcoach in der U17 des FC Bayern München: "Es war für mich wichtig, um zu verstehen, mit was sich die Spieler jetzt beschäftigen. Das ist eine ganz andere Generation. Wie kannst du die triggern? Welchen Schlüssel musst du für wen benutzen?", sagt er über diese Station.

Denn seit der 47-Jährige seine Spielerkarriere begann, hat sich die Welt und mit ihr der Fußball-Nachwuchs stark verändert. "Die beschäftigen sich mit etwas ganz anderem. Social Media. Du zeigst Videoanalysen und die schalten nach zwei Minuten ab, weil die das einfach gewohnt sind", weiß Klose. Seine Lösung: "Deswegen muss man die mal beiseite nehmen und alleine die Videoanalyse machen. In der großen Gruppe verlieren die sich. Da siehst du, der Blick geht irgendwo anders hin."

Mohamed Ali Zoma
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Kloses Anforderungen: "Fußball ist das A und O"

Sein Verständnis für die Lebenswelt seiner Spieler darf aber nicht so interpretiert werden, dass sich der 137-malige deutsche Nationalspieler auf der Nase herumtanzen lässt. Ganz im Gegenteil. Er hat klare Anforderungen an seine Schützlinge.

"Wir sehen uns jeden Tag. Wir sehen uns mehr als die eigene Familie zuhause. Deswegen kann ich nur mit solchen Spielern arbeiten, die mir zeigen, dass Fußball das A und O ist. Dass sie alles hinten anstellen, um Fußballprofi zu werden", erklärte der WM-Rekord-Torschütze.

Klose von Nürnbergs Vertrauen geehrt: "So noch nie erlebt"

Solche Spieler versucht er in Nürnberg um sich zu scharen. Ein Vorhaben, das zu gelingen scheint. Nicht umsonst betont Klose immer wieder, wie wohl er sich beim Club fühlt. "Ich glaube, jeder weiß, wie gerne ich dort arbeite und wie gerne ich mit der Mannschaft zusammenarbeite. Das, was die Fans mir entgegenbringen an Vertrauen, an Liebe, das ist selten. Das habe ich so noch nie erlebt", schwärmt Klose.

Dabei sucht er bewusst den Austausch mit den eigenen Anhängern: "Das macht einfach Spaß. Wenn ich angesprochen werde, wenn ich durch die Stadt spazieren gehe. Die Gespräche, die ich führe. Ich bin so ein Mensch, der braucht das. Ich will das alles aufsaugen und mein Maximum geben."

Klose bis 2028 an Nürnberg gebunden

Über 100 Prozent Klose können sie sich in Nürnberg noch länger freuen. Mitte Februar verlängerte der Ex-Stürmer seinen Vertrag bis 2028. Entwickelt sich der Verein weiter, scheint eine weitere Ausdehnung seines Arbeitsverhältnisses nicht ausgeschlossen.

Ein persönliches Ziel hat Klose noch. "Irgendwann habe ich mal gesagt, dass ich schon gerne Champions League trainieren würde", meint er. Der Traum vieler FCN-Fans dürfte sein, dass ihm das mit dem Club gelingt. Und wer weiß? Vielleicht lässt er sich dann ja doch noch einmal zu einem Salto hinreißen - egal, wie weit das nächste Krankenhaus weg ist.