Johannes Lochner (Deutschland) jubelt über Sieg und Goldmedaille.
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Johannes Lochner (Deutschland) jubelt über Sieg und Goldmedaille.

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"Unbeschreiblich" - Lochner beendet Karriere mit Gold-Double

Johannes Lochner gelingt ein grandioser Abschied vom Eiskanal. "Es war das schönste Rennen meines Lebens." Bei den Olympischen Spielen in Mailand und Cortina feierte der Bobpilot aus Berchtesgaden nach Gold im Zweier- auch den Sieg im Viererbob.

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Schöner und erfolgreicher hätte sich Johannes Lochner seinen Abschied aus dem Eiskanal wohl nicht wünschen können. Mit Gold im Zweierbob hatte er sich seinen Olympia-Traum schon erfüllt. Nun schnappte sich der Bob-Pilot mit vier fast perfekten Läufen auch den Sieg im Vierer vor seinem Dauerrivalen Francesco Friedrich.

Johannes Lochner holt Gold im Viererbob: "Schönste Rennen meines Lebens"

Der eilte als erster Gratulant zu Lochner und beide umarmten sich lange. Nach dem traumhaften Karriere-Ende konnte der "Gold-Hansi" sein Glück kaum fassen und flippte auch mit seinen Anschiebern Thorsten Margis, Jörn Wenzel und Georg Fleischhauer vor Freude aus. Mit einem Rückwärts-Salto löste er kurz nach seinem Sieg noch eine Wette mit dem Betreuer-Team ein. Die müssen den Bob jetzt in den Transporter verladen, erzählte Lochner strahlend.

"Es war jetzt gerade das schönste Rennen meines Lebens." Johannes Lochner

Im Video: Der Olympiasieg von Johannes Lochner im Viererbob

Die Olympiasieger im Viererbob bei der Siegerehrung
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Die Olympiasieger im Viererbob bei der Siegerehrung

Doppelgoldmedaille bei Olympischen Spielen

Für Lochner & Co stand nun Feiern auf dem Programm: "Es ist unbeschreiblich", schwärmte der Gold-Pilot nach der Siegerehrung am ZDF-Mikrofon. "Dass ich das realisiere, wird ein paar Wochen Dauern." Die Medaille im Zweier sei eher Pflichtprogramm gewesen. Das Sahnestück war für den 35-Jährigen, "jetzt genießen zu dürfen, dass wir es schaffen, beim Höhepunkt endlich mal zweimal Gold zu gewinnen." Es war ein großer Traum und es hat immer gefehlt, "mal so eine Doppelgoldmedaille zu holen. Und das ist jetzt endlich in Erfüllung gegangen".

Nächstes Ziel: Am Königssee will er in Zukunft Taxi-Bob fahren. "So bleib ich wenigstens dem Sport ein bisschen treu."

Lochner fliegt viermal durch die Eisrinne

Seine Begeisterung für den Bobsport hatte Lochner zuvor eindrucksvoll demonstriert. Im großen Schlitten war der Berchtesgadener zum Abschluss der Olympischen Spiele auf dem Weg zu Gold nicht zu stoppen.

Im großen Schlitten wurde eigentlich mit einer sehr engen Entscheidung gerechnet. Doch schon zur Halbzeit hatte Lochner den Wettbewerb im Cortina Sliding Center im Griff. Der 35-Jährige führte nach dem dritten Durchgang in der Königsdisziplin vor Francesco Friedrich (+ 0,48s) und Adam Ammour (+0,92). Obwohl Lochner nicht seine beste Fahrt herunterbrachte, kam Friedrich nicht am überragenden Oberbayern vorbei.

Auch im Finale zog Lochner seine Fahrt durch. 0,57 Sekunden Vorsprung auf Friedrich standen am Ende auf der Anzeigentafel. Während die Rivalen im Zieleinlauf jubelten, musste Ammour den vierten Rang verschmerzen. Bronze hatte er im letzten Lauf an den Schweizer Bob mit ihrem Piloten Michael Vogt verloren.

Video: Die Olympiasieger im Viererbob im Interview

Die Olympiasieger im Viererbob
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Die Olympiasieger im Viererbob

Sechstes Gold im Eiskanal

Für das deutsche Team war es zum Abschluss der Winterspiele in Norditalien die achte Goldmedaille – und die sechste im Eiskanal. Zudem gehen 19 der 26 deutschen Medaillen auf das Konto der Schlittensportler.

Und Friedrich steigt auch ohne Gold zum erfolgreichsten Bobpiloten der Geschichte auf. Mit Silber kann der Doppel-Olympiasieger von 2018 und 2022 André Lange (ebenfalls 4 mal Gold, 1 mal Silber) abhängen. Sein Ziel war vor den Winterspielen eigentlich das fünfte Gold. Vor diesem steht nun Friedrichs langjähriger Erfolgsanschieber Margis – allerdings im Schlitten von Lochner.

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