Franziska Preuß bei Olympia
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Franziska Preuß bei Olympia

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Auch ohne Happy-End: Biathlon-Königin Preuß feiert Abschied

Franziska Preuß hat bei den Olympischen Spielen ihr letztes Rennen bestritten. Es sollte kein Medaillen-Happy-End werden. Im Zieleinlauf wurde sie dennoch wie eine Siegerin gefeiert.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Winkend fuhr Franziska Preuß auf die Zielgerade, das Publikum empfing die 31-Jährige mit stehendem Applaus. Im italienischen Antholz hatte die bayerische Top-Biathletin gerade ihr Abschiedsrennen auf der ganz großen Biathlonbühne gegeben. Strahlend stand sie danach mit der Italienerin Dorothea Wierer, die ihre Karriere ebenfalls beendet, im Zielraum. Glücklich drehten beide Hand in Hand noch eine Extra-Runde im Zieleinlauf und ließen sich feiern. Die Oberbayerin verpasste Wierer zudem noch eine Sektdusche. Danach gab es bei den Tränen kein halten mehr - jeder wollte Preuß drücken - auch die Familie. "Ich wollte eigentlich heute nimmer weinen, aber da war es schon zu spät", so Preuß.

"Ich freue mich auf alles was kommt. Und ich freu mich, dass es geschafft ist." Franziska Preuß

Erlebnis vor Ergebnis

Preuß hatte sich vorgenommen, das letzte Rennen ihrer Karriere bei den Olympischen Spielen entspannt zu genießen - sofern man das bei dieser Kulisse überhaupt machen konnte. Weil die Platzierung im Massenstartrennen nicht im Vordergrund stehen sollte, waren die verpassten Scheiben auch zweitrangig für die 31-Jährige. Sieben Strafrunden musste die Gesamtweltcup-Siegerin von 2024/25 noch einmal extra laufen. "Nach dem ersten Fehler habe ich es gelassen gesehen", so Preuß.

Das konnten sie auch, schließlich hatte sie schon eine beeindruckende Bilanz im Gepäck: 2x Olympia-Bronze, 2x WM-Gold, 6x WM-Silber, 3x WM-Bronze. Dazu die große Kristallkugel für den Gesamtweltcupsieg, 2x die kleine Kristallkugel im Massenstart und 1x im Sprint.

Mit Preuß tritt eine Leistungsträgerin ab: "Es wird uns wehtun. Sie wird uns fehlen. Aber das ist auch eine große Chance für Jüngere, aus diesen Fußstapfen herauszutreten und sich selber zu zeigen", so der Sportdirektor Biathlon Felix Bitterling.

Karriere wie Achterbahnfahrt

Die Skijägerin hatte vor einem Millionenpublikum schon alles erlebt. Mit 17 gewann sie 2012 dreimal Gold bei den Jugendspielen. Gemeinsam mit Freundin Laura Dahlmeier eroberte sie danach die Biathlon-Welt. Doch die Rückschläge blieben nicht aus und machten die Karriere der Oberbayerin zu einer langen Achterbahnfahrt. 2025 ging in ihrer Karriere alles auf - Weltmeisterin, Gesamtweltcupsiegerin, Sportlerin des Jahres.

"Ein absoluter Vollprofi. Immer akribisch, mega diszipliniert". Felix Bitterling über Franziska Preuß

"So eine Achterbahnfahrt hat sie am Ende ihrer Karriere auch nochmal erlebt", sagte ihr Lebensgefährte Simon Schempp am ARD-Mikrofon. Der Abschied vom Biathlon blieb ohne Happy End: "Sie hatte ja das große Ziel bei Olympia diese Einzelmedaille zu gewinnen."

Preuß erhält Hassnachrichten auf Social Media

Statt der erhofften Einzelmedaille gab es in den Einzelrennen nur Tränen bei Franziska Preuß - und Hassnachrichten in den sozialen Medien, wie sie nach ihrem letzten Rennen offenlegte. "Man ist ja immer noch ein Mensch. Ich habe weder irgendwas Kriminelles gemacht, noch irgendwen umgebracht. Es ist einfach nur Sport." Der Online-Hass habe sie ebenfalls bestärkt, nicht mehr in den Weltcup zurückzukehren.

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