Die Sparneigung ist so hoch wie seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr. Dementsprechend kommt die Verbraucherstimmung in Deutschland nicht in Schwung. Das vermelden das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) und der Marktforscher GfK in ihrer gemeinsam erstellten aktuellen Konsumklima-Studie. Hauptgründe für die Kaufzurückhaltung bleiben die Sorge vor steigenden Preisen und die allgemeine wirtschaftliche und politische Unsicherheit.
Inflationsrate wieder gestiegen
Die Inflationsrate war im Januar in Deutschland stärker gestiegen als gedacht. Die Preise waren durchschnittlich um 2,1 Prozent höher als ein Jahr zuvor, vermeldete das Statistische Bundesamt. Vor allem Dienstleistungen verteuerten sich. Doch das ist nur ein Faktor, der zur allgemeinen Verunsicherung beiträgt, erklären die Macher der Studie.
Auch die geopolitischen Spannungen halten weiter an – ob in der Ukraine oder im Nahen Osten. Der Zoll-Streit zwischen der EU und der US-Regierung unter Donald Trump scheint in eine neue Runde zu gehen und die Blockade des Mercosur-Abkommens im EU-Parlament verhindert ebenfalls eine lockere Stimmung bei den Konsumenten. Hinzu kommen die Einschnitte ins Sozialsystem, die derzeit in der Bundesregierung diskutiert werden.
Verbesserte Einkommenserwartungen bleiben wirkungslos
Rolf Bürkl, Konsum-Experte beim NIM, fasst die Lage zusammen: "Auch wenn sich die Wirtschaft wieder leicht zu beleben scheint, bleiben die Konsumenten derzeit noch skeptisch. Die geopolitischen Spannungen, aber auch die Herausforderungen in der Sozialpolitik dürften die Unsicherheit und damit auch die Sparneigung hochhalten." Dementsprechend bleibe die Stimmung im Kern wenig verändert. "Es zeigt sich weiterhin die Tendenz, dass steigende Einkommen aus Vorsichtsmotiven lieber gespart als konsumiert werden", so Bürkl weiter.
Dieser quasi Stillstand zeigt sich auch in den weiteren Einzelindikatoren. Während die Einkommenserwartungen im Februar den zweiten Monat in Folge leicht zulegen, fällt die Anschaffungsneigung wieder zurück. Auch die Konjunkturerwartungen für die kommenden zwölf Monate haben sich leicht eingetrübt.
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