Der Goldpreis hat erstmals die Marke von 5.000 Dollar überschritten. Eine Feinunze stieg im frühen Handel an der Metallbörse in London um bis zu zwei Prozent auf 5.093 US-Dollar (4.296 Euro), was einen neuen Höchststand darstellt. Zu den Hauptursachen zählen geopolitische Risiken, Käufe von Notenbanken und die Erwartung sinkender Zinsen in den USA.
Seit Beginn des Jahres ist Gold um fast 18 Prozent teurer geworden, nachdem der Preis 2025 bereits um 65 Prozent gestiegen war – das höchste Jahresplus seit 1979. 2025 stieg der Preis um mehr als 2.000 Dollar.
- Zum Artikel: Goldpreis steigt immer weiter - wie lange noch?
Geopolitische Spannungen als Preistreiber
Weltweite Konflikte trugen 2025 zum Preisanstieg bei, und auch 2026 führten politische Spannungen zu einer höheren Nachfrage. Experten führen die Gewinne zu Beginn des Jahres vor allem auf die Lage im Iran und Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen europäische Staaten wegen Grönland zurück.
Auch Silber verzeichnete einen Anstieg und erreichte erstmals einen Preis von über 100 US-Dollar je Feinunze. Silber wird zunehmend für industrielle Anwendungen in Bereichen wie KI, Robotik und Energie benötigt.
Grafik: Entwicklung des Goldpreises in den vergangenen fünf Jahren
Gold gilt als "sicherer Hafen"
Gold gilt in Krisenzeiten als "sicherer Hafen" für Investoren. Sorgen um die Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed, die durch Trumps wiederholte Angriffe auf Fed-Chef Jerome Powell angeheizt wurden, verstärken diese Nachfrage.
Weltweit, vor allem in Schwellenländern wie China, haben Zentralbanken ihre Goldreserven deutlich erhöht, um ihre Währungsreserven vom US-Dollar unabhängiger zu machen. Auch die jüngsten Zinssenkungen der Fed tragen zum Anstieg des Goldpreises bei, da niedrigere Zinsen andere Anlageformen wie Staatsanleihen weniger attraktiv machen.
Experten prognostizieren weiter steigende Preise
Gold gilt als wertbeständig und hat viele Krisen überstanden, was es zu einer beliebten langfristigen Investition macht. Die Stiftung Warentest empfiehlt, rund zehn Prozent des Gesamtvermögens in Gold anzulegen. Anleger sollten jedoch nur Kapital investieren, das sie langfristig entbehren können. Einige Banken erwarten trotz des Anstiegs noch höhere Goldpreise. Goldman Sachs hob seine Prognose für Ende 2026 auf 5.400 Dollar je Feinunze an.
Deutschlands Goldreserven in den USA
Deutschland besitzt nach den USA die zweitgrößten Goldreserven weltweit. Rund 37 Prozent des Bestands lagern in Tresoren der US-Notenbank Fed in New York. Ende 2024 hatte die Deutsche Bundesbank rund 3.352 Tonnen Gold, was einen Wert von etwa 270 Milliarden Euro entsprach. Der private Goldbesitz in Deutschland wird auf etwa 9.000 Tonnen geschätzt.
Mit Informationen von dpa
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