(Symbolbild) Ein Vater putzt seinem Kleinkind die Hände ab.
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(Symbolbild) Bayerische Väter nehmen im Bundesvergleich am seltensten Krankentage, um ihre Kinder zu betreuen.

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Bayerns Väter Schlusslicht bei Kinderkrankentagen

Bayerische Väter nehmen im Bundesvergleich am seltensten Krankentage, um ihre Kinder zu betreuen. Laut einer AOK-Studie blieben 2025 in Bayern in nur 23 Prozent der Fälle die Männer bei kranken Kindern. Die Grünen sehen politischen Handlungsbedarf.

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Eine AOK-Studie zeigt: Die Betreuung kranker Kinder blieb auch 2025 mehrheitlich Frauensache. Selbst in Sachsen, dem bundesweiten Spitzenreiter, wo 31 Prozent der Krankentage für die Pflege von Kindern durch Männer übernommen wurden, beantragten zu 69 Prozent Mütter die Ausgleichszahlung bei ihrer Allgemeinen Ortskrankenkasse. Schlusslicht bei der Beteiligung der Väter ist im Ländervergleich Bayern: Hier wurden nur 23 Prozent der bezahlten Kinderkrankentage von Männern genommen. Der bundesweite Durchschnitt lag bei 27 Prozent.

Nach Einschätzung der Grünen-Sozialexpertin im Landtag, Kerstin Celina, liegt der niedrige Wert in Bayern vor allem am Einkommensgefälle zwischen Männern und Frauen: Weil Frauen im Freistaat im Schnitt weniger verdienen, würden vor allem sie zuhause bleiben. Denn so sei der finanzielle Verlust für die Familie am geringsten. Allerdings zeige dies, dass Frauen und Männer im beruflichen Leben noch lange nicht gleichgestellt seien, kritisiert Celina. Würden beide Elternteile gleich viel verdienen, ließe sich die Sorgearbeit auch viel leichter auf beide aufteilen.

Kranke Kinder kosten Arbeitnehmer mehr als eigene Krankheit

Für gesetzlich Versicherte zahlen die Krankenkassen im Jahr pro Elternteil an 15 Arbeitstagen Kinderkrankengeld. Dieses ist allerdings auf maximal 135,63 Euro täglich gedeckelt. Netto bleibt davon deutlich weniger übrig, denn vom Krankengeld werden noch Versichertenanteile zu Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung abgezogen.

Für Gutverdiener, mit mehr als 2.000 Euro netto im Monat, kann die Pflege kranker Kinder also teuer werden. Bei einer eigenen Krankheit sind Arbeitnehmer durch die sechs Wochen Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber finanziell wesentlich besser abgesichert. Manche Arbeitgeber gewähren aber je nach Tarifvertrag auch Eltern voll bezahlte Tage, wenn diese für ihre kranken Kinder zuhause bleiben müssen.

Grüne fordern mehr Engagement der Staatsregierung

Für die Grünen-Sozialexpertin Celina ist es keine Überraschung, dass Bayern bei der Aufteilung der Kinderkrankentage bundesweit "Schlusslicht ist". Schließlich bleibe auch sonst "viel Sorgearbeit oft unfreiwillig an den Frauen hängen", weil Personalausfall in der Kinderbetreuungsbetreuungs-Einrichtung oder ein fehlender Pflegeplatz privat aufgefangen werden müsse.

Von der Bayerischen Staatsregierung erwartet Celina "mehr Ganztagsangebote, bessere Kinderbetreuung, flexible Arbeitszeiten, stärkere Unterstützung für Familien und Druck für familienfreundliche Unternehmenskulturen".

Sozialministerin Scharf gegen ungleiche Bezahlung

Auch die bayerische CSU-Sozialministerin Ulrike Scharf (CSU) fordert auf BR-Anfrage "größtmögliche Flexibilität" für Familien, ihr Leben und die Care-Arbeit so zu gestalten, wie sie es für richtig halten. Ungleiche Bezahlung oder verstaubte Rollenbilder dürften dabei keine Rolle spielen.

Für das Sozialministerium ist zudem klar: Care-Arbeit müsse für Männer genauso selbstverständlich sein wie eine Frau in Führungsverantwortung. Veraltete Denkweisen und Rollenbilder könnten über Social-Media-Kampagnen aufgebrochen werden oder über eine familienfreundliche Arbeitswelt. So würden durch den Familienpakt Bayern mittlerweile über 1.800 Unternehmen gefördert, um damit Gleichberechtigung zu schaffen. Außerdem müsse der Gender-Pay-Gap weiter reduziert werden, so das Sozialministerium. Es sei nicht zu akzeptieren, dass Frauen für den gleichen Job schlechter bezahlt werden als Männer.

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