Die Bayern sind mit ihren Lebensbedingungen insgesamt sehr zufrieden. Anders, wenn sie auf Teilbereiche schauen – da schwankt die Zufriedenheit. Unterschiede gibt es auch nach Parteipräferenz und Wohnort. Das zeigen die Ergebnisse des BR24 BayernTrends zur Kommunalwahl am 8. März.
Welchen Parteien trauen die Bayern zu, die kommunalen Probleme zu lösen? BR24live hat die Ergebnisse des BayernTrends mit Julian von Löwis aus der BR-Redaktion Landespolitik analysiert. Das Video zum Livestream finden Sie oben eingebettet über diesem Artikel.
Wohlwollender Blick auf Wirtschaft und Schulen
Geht es um die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, ist eine deutliche Mehrheit von 79 Prozent zufrieden bzw. sehr zufrieden, 20 Prozent äußern sich weniger oder gar nicht zufrieden. Ein ähnliches Verhältnis gibt es beim Miteinander von Bürgerinnen und Bürgern (73:23 Prozent). Etwas verhaltener, aber immer noch wohlwollend fällt der Blick auf die wirtschaftliche Situation (59:37 Prozent) und die Zustände an Schulen und Kitas (58:23 Prozent) aus. Alle Fragen bezogen sich auf die Lage in der jeweiligen Stadt oder Gemeinde der Befragten.
Der BR24 BayernTrend nach Regierungsbezirk
- Die Ergebnisse für Oberbayern
- Die Ergebnisse für Niederbayern
- Die Ergebnisse für Oberfranken
- Die Ergebnisse für Mittelfranken
- Die Ergebnisse für Unterfranken
- Die Ergebnisse für Schwaben
- Die Ergebnisse für die Oberpfalz
Hälfte beurteilt Integration positiv
Die Infrastruktur von Straßen, Brücken und Radwegen (51:48 Prozent) sowie die Integration von Ausländern (50:37 Prozent) beurteilt etwa jeder zweite Wahlberechtigte als zufriedenstellend. Der öffentliche Nahverkehr (44:48 Prozent) überzeugt weniger als die Hälfe. Besonders negativ fällt das Urteil zu bezahlbarem Wohnraum und Mieten aus: Weniger als ein Drittel aller Wahlberechtigten ist mit der Lage am lokalen Wohnungs- und Mietmarkt zufrieden (30:57 Prozent).
Die Zufriedenheit der Bayern mit verschiedenen Lebensbereichen.
Gesamtzufriedenheit bei allen Parteien über 90 Prozent – mit einer Ausnahme
Bei der Frage nach den Lebensbedingungen insgesamt sagen 85 Prozent der Wahlberechtigten, sie seien sehr zufrieden (22 Prozent) bzw. zufrieden (63 Prozent). Nur 15 Prozent sind weniger (12 Prozent) oder gar nicht zufrieden (3 Prozent). Die 85 Prozent bedeuten zwar ein Minus von sieben Prozentpunkten verglichen mit 2020 – trotzdem liegt die Gesamtzufriedenheit immer noch höher als die aller einzeln abgefragten Lebensbereiche. Unterschiede gibt es je nach Parteipräferenz: AfD-Anhänger sind mit den Lebensbedingungen insgesamt zu 61 Prozent zufrieden, bei allen anderen Parteien sind es mehr als 90 Prozent.
Auffällig ist: In nahezu allen abgefragten Teilbereichen sind AfD-Anhänger deutlich unzufriedener als die Anhänger der anderen vier im Landtag vertretenen Parteien. Mit Sicherheit und Ordnung sind zum Beispiel nur 44 Prozent der AfD-Anhänger zufrieden. Bei den anderen Parteien reichen die Zufriedenheitswerte von 84 Prozent (Freie Wähler) bis 93 Prozent (Grüne). Bei der Integration von Ausländern sind AfD-Anhänger nur zu 17 Prozent zufrieden, bei den anderen sind es zwischen 54 Prozent (Freie Wähler) bis 67 Prozent (SPD). Nur beim bezahlbaren Wohnen und Mieten sind die Grünen-Anhänger noch weniger zufrieden (22 Prozent) als die der AfD (23 Prozent).
Teils Unterschiede je nach Ortsgröße
Auch anhand anderer Merkmale gibt es Unterschiede bei der Zufriedenheit: Junge Menschen zwischen 18 und 34 Jahren sind in fast allen Teilbereichen weniger zufrieden als Ältere. In bestimmten Kategorien unterscheiden sich die Ergebnisse je Regierungsbezirk: In Oberbayern mit der Landeshauptstadt München sind die Menschen mit dem ÖPNV überdurchschnittlich zufrieden (52 Prozent), mit bezahlbarem Wohnraum hingegen deutlich unterdurchschnittlich (18 Prozent). In Niederbayern ist das Verhältnis genau umgekehrt (ÖPNV: 28 Prozent / Wohnraum: 42 Prozent).
Die Ortsgröße spielt in manchen Bereichen ebenfalls eine Rolle: So sind Menschen in Kleinstgemeinden mit weniger als 5.000 Einwohner zum Beispiel mit der Lage an Schulen und Kitas deutlich zufriedener (68 Prozent) als Menschen in Großstädten über 100.000 Einwohner (37 Prozent). Die Lebensbedingungen insgesamt werden in Kleinstgemeinden etwas zufriedenstellender beurteilt (87 Prozent) als in Großstädten (80 Prozent).
Bayern zufriedener als NRW und Hessen
Im September 2025 hatte infratest dimap die Menschen in NRW vor der dortigen Kommunalwahl befragt, genauso wie jetzt Menschen in Hessen zur ebenfalls anstehenden Kommunalwahl. Verglichen damit sind die Bayern in den meisten abgefragten Kategorien zufriedener. Bei Sicherheit sind es in Bayern 79 Prozent, in NRW und Hessen jeweils 60 Prozent. Auch mit der wirtschaftlichen Lage sind die Menschen im Freistaat zufriedener (59 Prozent) als in NRW (46 Prozent) und Hessen (42 Prozent). Die Lebenssituation insgesamt sind 85 Prozent der Bayern zufrieden, in NRW und Hessen sind es jeweils 77 Prozent.
AfD-Anhänger empfinden leere Kassen häufiger als spürbar
Viele Städte und Gemeinden in Bayern klagen vor der Kommunalwahl über leere Kassen. Im BR24 BayernTrend geben 49 Prozent an, dass die finanziellen Engpässe und Sparmaßnahmen in ihrem Alltag spürbar oder eher spürbar seien. Für 39 Prozent sind die Finanzlöcher in ihrer Stadt oder Gemeinde eher nicht spürbar.
AfD-Anhänger bezeichnen die finanziellen Engpässe am meisten als eher spürbar (59 Prozent). Bei Grünen und Freien Wählern sagen das 51 Prozent. Bei CSU und SPD sind es jeweils 48 Prozent und relative Mehrheiten. Ein Blick auf die Altersklassen zeigt: Die 18- bis 34-Jährigen empfinden Einsparungen nur zu 38 Prozent als eher spürbar, am größten ist der Anteil bei den 50- bis 64-Jährigen (56 Prozent).
Infos zum BR24 BayernTrend zur Kommunalwahl
Für den neuen BR24 BayernTrend befragte das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap vom 29. Januar bis 20. Februar 2026 insgesamt 3.621 Befragte in Bayern (2.102 per Telefon und 1.519 online). Aus den sieben bayerischen Regierungsbezirken wurden jeweils etwas mehr als 500 Menschen befragt. In die Ergebnisauswertung gingen die Regierungsbezirke proportional ein. Dieser BR24 BayernTrend zur Kommunalwahl wird in Kooperation mit mehreren bayerischen Regionalzeitungen veröffentlicht, darunter Augsburger Allgemeine, Münchner Merkur, Nürnberger Nachrichten, Main-Post, Passauer Neue Presse. Es handelt sich um eine repräsentative Studie.
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